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Aufstiegslehrgang: Attraktivität stärken!

Aufstiegslehrgang: Attraktivität stärken!

Seit 2003 hat das Kultusministerium den so genannten Aufstiegslehrgang für Lehrkräfte im gehobenen Dienst an beruflichen Schulen eingerichtet. Damit lässt sich der Aufstieg in den höheren Dienst schneller schaffen als im üblichen Verfahren. Eines der Ziele des Lehrganges war unter anderem, die Attraktivität der beruflichen Schulen besonders für Direkteinsteiger zu erhöhen.
Von den Absolvent/innen wurde verschiedentlich Unzufriedenheit bis hin zu Beschwerden geäußert. Die GEW hat sich nun die Kritik zu Eigen gemacht und in mehreren Gesprächen mit dem Kultusministerium Verbesserungen gefordert:

  • Der Aufstiegslehrgang dauert drei Jahre. Während dieser Zeit wird kein Deputatsnachlass gewährt. Im ersten Jahr muss der Montag für die Seminarveranstaltungen frei gehalten werden. Dadurch wird das Deputat auf 4 Tage komprimiert. Hier fordert die GEW, Deputatsnachlass zu gewähren.
  • Reisekosten werden lediglich zur Hälfte durch das zuständige Regierungspräsidium erstattet, da sie „teilweise im dienstlichen, z. T. aber auch im persönlichen Interesse liegen“. Die Seminarorte liegen aber mitunter weit über 100 km vom Wohnort entfernt, so dass mancher Seminarist tief in die eigene Tasche greifen muss. Die GEW verlangt hier, dass der Arbeitgeber die normale Fahrtkostenerstattung wie bei jeder Fortbildung bezahlt, zumal er bei dem hohen Mangel an Fachkräften in der Oberstufe ein erhöhtes Interesse an ausgebildeten Lehrkräften haben muss.
  • Der Aufstiegslehrgang ist mit drei Jahren zu lang, denn viele Kolleg/innen haben bereits eine langjährige Lehrerfahrung. Kritik kam seitens der Teilnehmer/innen des Aufstiegslehrgangs auch zu den Inhalten, die sich teilweise mit denen der pädagogischen Schulung der Direkteinsteiger/innen decken.



Zu allen Fragen, die Geld kosten, wie Reisekosten, Deputatsnachlässe gibt es derzeit von Seiten des KM kein Entgegenkommen. Von Anfang an sei der Aufstiegslehrgang als ein Angebot des Landes konzipiert worden, von dem Teilnehmer/innen ebenso profitierten. Das Argument der GEW, dass das Land in besseren Zeiten solche Ausbildungen finanziert hat, zog nicht. Die Länge der Ausbildung wurde mit der anderen Didaktik und Methodik in der Oberstufe im Vergleich zur Mittelstufe begründet, da eine gründliche Ausbildung Zeit brauche. Redundanzen in den Schulungen seien eigentlich nicht vorgesehen, könnten aber auch nicht ausgeschlossen werden.
Insgesamt konnte sich die GEW im Augenblick mit ihrer Argumentation (noch) nicht durchsetzen. Dennoch war es wichtig, das KM mit den Problemen der Seminaristen zu konfrontieren, die große Opferbereitschaft mitbringen müssen, um die drei Jahre über die Runden zu bringen. Dass der Lehrgang noch nicht so angenommen wird wie vom KM geplant, zeigt die Teilnehmerzahl der Lehrgänge. Obwohl in jedem Jahr 100 Plätze angeboten wurden, nahmen außer 2009 jeweils im Schnitt nur zwei Drittel die Gelegenheit zur Teilnahme wahr. Die GEW fordert daher das KM weiterhin auf, die Rahmenbedingungen zu verbessern und damit die Entscheidung der Kolleg/innen für den Aufstiegslehrgang zu erleichtern.

Quelle: BS-Info 2009



Peter Koch

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