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Beratungslehrer/innen

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Beratungslehrer/innen fehlen

Auf Bitte des Hauptpersonalrats berufliche Schulen stellte das Kultusministerium kürzlich in einer Übersicht die aktuelle Beratungslehrer- Schüler-Relation zusammen: Im landesweiten Durchschnitt ist derzeit ein/e Beratungslehrer/in (BL) an beruflichen Schulen für ca. 1.500 Schüler/innen zuständig. Auf die Bezirke bezogen ergibt sich folgendes Bild:

BezirkRelation
Karlsruhe1 : 1566
Stuttgart1 : 1545
Freiburg1 : 1432
Tübingen1 : 1038

Dass es zu wenige Beratungslehrer/ innen gibt, ist nichts Neues: Bereits in der mehrtägigen GEW Fachtagung für Beratungslehrer/ innen 2005 (!) wurde die Forderung nach maximal 250 Schüler/innen je Ermäßigungsstunde gestellt, bereits im Berufsschulinfo vom Februar 2007 stellte Angelika Rainer den Bedarf an BL klar dar, der von der GEW in politischen Gesprächen mit dem KM mehrfach vorgebracht wurde. Ein Zwischenerfolg war immerhin die Erhöhung der Ermäßigungsstunden für BL auf 5 Stunden ab 1250 Schüler/innen. Allerdings ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Beratungsleher/innen sind überlastet

Angesichts der umfangreichen Aufgaben und des hohen Beratungsbedarfs gibt es unbestritten zu wenige BL. Sie sind mit ihren Aufgaben überlastet und können nicht das Angebot machen, das ihre Aufgabe definiert. Noch immer gibt es berufliche Schulen ohne eine/n BL und die Zahl wird steigen, da mehr BL pensionsbedingt ausscheiden als neue ausgebildet werden. BL fungieren an allen Schularten u.a. als Schullaufbahn- oder Bildungsberater/innen. An beruflichen Schulen kommt bedeutsam hinzu, dass es eine Vielzahl von Schüler/innen gibt, die in Hinblick auf eine fast unübersichtliche Vielfalt von Schularten und Schultypen beraten werden müssen. In diesen Schularten sind aber auch viele junge Frauen und Männer mit sozialen und psychischen Problemen zu beraten: Ausbildungsabbrüche, Partnerschaftsprobleme, häusliche Gewalt, Schwangerschaft, um nur einige zu nennen. Hier kann die Beratung an der Schule nur Erstberatung sein. So muss sich der/die BL umfangreiche Kenntnis über außerschulischer Beratungseinrichtungen aneignen, Kontakte zu diesen Einrichtungen pflegen, sich aber auch selbst spezielle Beratungsmethoden aneignen, um Sicherheit der Beratung zu gewinnen. An beruflichen Schulen gleicht der/ die BL aber auch Defizite aus, die aus der weltfremden Sicht herrührt, dass „an beruflichen Schulen jede/r bereits den Platz, der seine berufliche Orientierung definiert, gefunden hat“. Neue Lehrpläne bringen nicht in allen Schularten die Verschlankung, um Inhalte zur Berufsorientierung im Unterricht unterbringen zu können.

Was fordert die GEW auf politischer Ebene und im Hauptpersonalrat?

  • Ein mehrjähriges Sonderprogramm für berufliche Schulen zur Ausbildung neuer Beratungslehrer/ innen mit Start bereits im kommenden Schuljahr.
  • Die bevorstehende Pensionierungswelle zwingt zur Verdoppelung der Ausbildungskapazität von 100 auf 200 pro Jahr.
  • Ausscheidende Beratungslehrer/ innen (z.B. durch Pensionierungen) müssen in einem nahtlosen Übergang ersetzt werden.
  • Jede berufliche Schule – auch kleine – soll mit mindestens einem/r BL und an großen BS mit zwei BL versorgt sein.
  • Das vom KM vorgegebene Verhältnis 1: 1200 ist schrittweise auf 1:900 zu senken
  • Die Wirksamkeit der Beratung soll durch die Beschäftigung von Schulsozialarbeiter/innen oder Schulpsycholog/innen an jedem Berufsschulzentrum gesteigert werden.

Quelle: BS-Info Feb. 2010




Georgia Kolb



Angelika Rainer

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