|
Bezirke und Kreise Kreise Nordwürttemberg Bad Mergentheim Informationen | ||||||
| Berichte und Informationen aus dem Kreis Bad Mergentheim | ||||||
| Berichte der letzten Kreisversammlungen | ||||||||||||||
| GEW erreicht Verbesserungen und wählt neuen Kreisvorstand Bei der gut besuchten GEW-Kreisversammlung am 17. Oktober 2007 in der Region Hohenlohe und Main-Tauber legte die Kreisvorsitzende Petra Pfeiffer-Silberberger einen Rechenschaftsbericht über die vergangenen vier Jahre ab. Bei den anschließenden Wahlen wurde sie für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Neben Peter Ploszynski wurde Margit Eitzenberger als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Die Kasse wir weiterhin von Siegfried Lutz geführt. Weitere gewählte Kolleg/innen übernehmen künftig verschieden Aufgabenbereiche im Kreisvorstand. Breiten Raum nahmen die Informationen ein, die von der Vorsitzenden des Hauptpersonalrates bei Ministerium Doro Moritz geliefert wurden: Kollegin Moritz begann mit einer Rückschau auf verkorkste Lehrereinstellung im Juli 07. Ursprünglich plante das Ministerium den 1.700 Neubewerbern im Grund- und Hauptschulbereich nur 150 Stellen anzubieten. Der GEW gelang es dann noch kurz vor Schuljahresende eine machtvolle Demonstration in Stuttgart zu organisieren. Die anschließende Pressekampagne sorgt für den nötigen Druck, sodass 600 Stellen den Bewerbern angeboten wurden. Dass dem Ministerium bei seiner Bedarfsplanung ein kapitaler Fehler unterlief – man sah nur auf die zurückgehenden Schülerzahlen und hat dabei außer Acht gelassen, dass die Zahl der zu bildenden Klassen beachtet werden muss – löste bei den Anwesenden Heiterkeit aus. Auch die angedachte Reform der Verwaltungsreform bezogen auf die Schulaufsichtsbehörden konnte nur in der selben Weise aufgenommen werden. Nachdem der ehemalige Ministerpräsident Teufel in einer Nacht- und Nebelaktion die Verwaltungsreform durchgesetzt hat und damit das bewährte Schulamt in Mergentheim in zwei kleinere Einheiten in Künzelsau und Tauberbischofsheim zerschlagen hat, sollen nun wieder größer Einheiten gebildet werden. Beamtenrecht und Föderalismusreform Am Mittwoch, dem 7. März 2007 trafen sich die GEW-Lehrer von Wertheim bis Bretzfeld zur Kreisversammlung der GEW-Bad Mergentheim in Edelfingen. Die Kreisvorsitzende Petra Pfeiffer-Silberberger konnte vor einer größeren Anzahl an Teilnehmern den Landesvorsitzenden der GEW Baden-Württemberg Rainer Dahlem begrüßen. Dahlem stellte seine Ausführungen unter den Titel "Vom faulen Sack zum Held – proud to be a teacher". Zuerst wurden die Auswirkungen der Föderalismusreform auf den Schulbetrieb dargestellt, wir erleben gerade eine Zersplitterung der Bildungslandschaft in 16 Provinzen. Die Übertragung der tarifvertraglichen Reglungen aus dem Angestelltenbereich auf die beamteten Lehrer erfolgt unter diesen Vorzeichen, wobei sich viele Länderchefs als Sparkommissare profilieren wollen. Die Übertragung der leistungsbezogenen Gehaltsanteile auf die Beamten ist noch nicht endgültig gelöst und hat auch in der GEW interne Diskussionen ausgelöst. Die GEW fordert, dass Leistungselemente on Top gezahlt werden und wieder erst zuvor bei den Betroffenen einkassiert werden. Die Realität des Jahres 2007 stellt sich so dar, dass entgegen der Wahlversprechen 521 Stellen gesperrt wurden und durch die Verlängerung der Arbeitszeit der Referendare nochmals 272 Stellen erwirtschaftet werden, sodass im Endeffekt die Einstellungschancen der Referendare dadurch nochmals verschlechtert werden. Die Streichung der Altersermäßigung für die 55 –59 jährigen Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien und Berufsschulen steht auf dem Prüfstand. Dahlem wandte sich ganz entschieden gegen Pläne der Landesregierung, die Rente mit 67 auf die Lehrerschaft zu übertragen. Wenn nur jeder fünfte Lehrer die regulär in Pension geht, ist bei der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit im Vorfeld der Verrentung ein weites Aufgabenfeld. Die aktuelle Diskussion um die Hauptschule interpretierte Dahlem als Symptom der Krise unseres gegliederten Schulwesen, das an der Hauptschule deutlich wird. In der anschließenden Diskussion wurde die Problematik Leistungsentlohnung im Schulbereich kontrovers diskutiert, weil gerade im Schulbereich Leistung schwer zu erfassen ist. Anschließend verabschiedete die Kreisvorsitzende Pfeifer-Silberberg mit einem Weinpräsent und herzlichem Dank an Rainer Dahlem für die aktuelle Informationen und die Bereitschaft, die weite Anreise auf sich zu nehmen. | |||||||||||||
| Presseberichte | ||||||||||||||
| Schulsystem in der Krise GEW-Veranstaltung: Referat in Edelfingen Edelfingen. Mit dem demografischen Wandel hin zu immer weniger Kindern tun sich große Probleme für die Schulstruktur auf. Sinkende Schülerzahlen bedrohen die Existenz kleiner Schulen, vor allem im ländlichen Raum. Auf diese und andere Probleme der Schulstruktur, wie das dreigliedrige Schulsystem, ging die Bildungspolitische Sprecherin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Ute Kratzmeier, auf der GEW-Main-Tauber-Versammlung in Edelfingen ein. Nach einer kleinen Einleitung durch die Kreisvorsitzende Petra Pfeiffer-Silberberger erläuterte Ute Kratzmeier das „Schreckgespenst der Schulschließungen“. Durch sinkende Schülerzahlen sei es immer schwieriger, kleine Schulstandorte zu halten. Ihr Hauptaugenmerk richtete sie mit scharfer Kritik auf das dreigliedrige Schulsystem in Deutschland. Ihrer Ansicht nach sei es nur noch eine Frage der zeit, bis auch Deutschland ein eingliedriges Schulsystem einführen würde. Die Frage sei nur wie. „Viele sagen immer, die Hauptschule steckt in der Krise, die GEW sagt, das Schulsystem steckt in der Krise“, so Kratzmeier. Die Problematik läge vor allem in der mangelnden Leistungsfähigkeit der zehnjährigen Schüler, der Chancenungleichheit und der geringen Akzeptanz der Hauptschule. „Die Schüler bereits nach der vierten Klasse nach ihren Leistungen auf verschiedene Schularten aufzuteilen ist ein großer Fehler“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der GEW. So sei es viel zu früh, Kinder in diesem Alter bereits in verschiedene Schubladen zu stecken, die Weiterentwicklung vieler Kinder komme oftmals nämlich erst viel später zum Tragen. In Anlehnung daran kritisierte sie gleichzeitig die frühe Notengebung in Deutschland. Die frühe Selektion der Schüler führe auch zu Chancenungleichheit unter den Kindern. Dies habe nicht zuletzt die Pisa-Studie bestätigt. Aus der Aufteilung der Schüler nach der vierten Klasse resultiere ein „Kategoriendenken“ was zur geringen Akzeptanz der Hauptschule führe. Diese habe jedoch nichts mit der Arbeit in der Hauptschule zu tun, sondern mit dem maximalen Bildungsabschluss und der daraus resultierenden beruflichen Perspektive für die Schüler. „Denn gerade wir von der GEW wissen, dass sich die Hauptschulen besonders viel Mühe mit ihrer pädagogischen Arbeit geben“, gab Ute Kratzmeier zu verstehen. Deshalb plädierte sie für die schnelle Umsetzung eines eingliedrigen Schulsystems und einer späteren Notengebung. „Vor ein paar Jahren hielt ich es für unmöglich. Heute scheint es mir nicht mehr so ausgeschlossen“, war sie optimistisch. Natürlich solle die Notengebung nicht abgeschafft werden, sie solle nur erst später eingesetzt werden, um die Schüler erst in einer späteren Entwicklungsphase zu bewerten. Mit einem Schwenk zu befürchteten Schulschließungen machte sie darauf aufmerksam, dass auch ein eingliedriges Schulsystem keine Schulschließungen verhindern könne. jer (Presseartikel in den Fränkischen Nachrichten am 20.03.08) | ||||||||||||||