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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Zeitschrift b&w - b&w 2007 - Oktober 2007 - Berufliche Ausbildung

Berufliche Ausbildung

(b&w 10/07
Seite 33)

Weitere Infos unter:
www.gew-bw.de/
Bildungspolitik_4.html

Ohne Hauptschulabschluss: Leerstelle statt Lehrstelle

Berufliche Ausbildung: Allen pressewirksamen Ausbildungsplatzpakten zum Trotz: Die Wirtschaft bildet zu wenig aus, klagt aber zugleich über zu wenig qualifizierten Nachwuchs.

Fast 41.000 junge Menschen, so die SPD im Land in einem Aktionsplan zur Ausbildungsplatzgarantie vom Sommer dieses Jahres, befinden sich als Altbewerber in Warteschleifen. Sie erschweren den Neubewerber/innen zusätzlich die Bewerbungsaussichten, stellen sie doch immerhin 46 Prozent der Ausbildungsplatzsucher dar.

Hauptschulabgänger/innen haben die wenigsten Chancen auf eine klassische Ausbildung im Dualen System (Betrieb und Berufsschule). Gänzlich chancenlos ist, wer den HS-Abschluss nicht hat. So benötigt man formal für die meisten sozialen und pflegerischen Berufe eigentlich keine schulische Qualifikation. Unter den 10.700 Schüler/innen, die 2006 ihre Ausbildung an einer solchen Einrichtung begannen, waren aber ganze 67 ohne allgemein bildenden Schulabschluss. Und die fanden sich nur an Berufsfachschulen für Altenpflegehilfe oder Kosmetik.

Sinkende Akzeptanz: das BVJ

Eine ungeliebte Standard-Alternative stellt das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) dar, das mannigfache Ausprägungen vorsieht, z.B. um Sprachdefizite in Deutsch aufzuholen. Das ist marktgerecht, denn fast jede/r dritte BVJ-Besucher/in ist Ausländer/in, gegenüber „nur“ 11 Prozent im Durchschnitt aller beruflichen Schulen. Ein Lichtblick: 2006/07 schafften drei Viertel der BVJ-Absolventen ohne vorherigen Schulabschluss die Zusatzprüfung und erreichten damit nachträglich die Hauptschulreife.

Neue Chance: das Berufseinstiegsjahr (BEJ)

Aber selbst mit HS-Abschluss droht vielen eine Leerstelle statt der ersehnten Lehrstelle. Mit allerlei „Parkstudien“ hofft man seine Aussichten zu verbessern. Neuerdings verspricht das „Berufseinstiegsjahr“ (BEJ) Wunder durch den Erwerb von

  • Schlüsselkompetenzen
  • Projekt- und Sozialkompetenzen,
  • Inhalten aus dem 1. Ausbildungsjahr sowie
  • Verbesserungen in Deutsch und Mathematik.

Im letzten Schuljahr nahmen 950 Schüler/innen an 37 Standorten an diesem Schulversuch teil, der Ausländeranteil lag bei knapp 30 Prozent. Bis 2008/09 soll das BEJ flächendeckend angeboten werden.

Weitere Alternativen zur Lehrstelle

Aus leicht erklärbaren Gründen steigen – insbesondere bei HS-Absolvent/innen – die Anmeldungen bei berufsbildenden Vollzeitschulen.

  • Hier ist man für ein, zwei Jahre versorgt,
  • u.U. zählt der Besuch als 1. Ausbildungsjahr,
  • man kann seinen allgemeinbildenden Abschluss verbessern, z.B. den „qualifizierten HS-Abschluss“ erwerben,
  • man kann in der zweijährigen Berufsfachschule (2BF) die Fachschulreife erwerben und
  • danach gar auf eine weiterführende Schule oder das BK wechseln.

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