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| Bildung auf einen Blick 2006 | ||||||
| Nachholbedarf in der Bildung: OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2006“ (09/06) - Erneut stellt die OECD in ihrer jährlichen Studie „Bildung auf einen Blick“ einen Nachholbedarf bei den „höherwertigen“ schulischen Abschlüssen und der Weiterbildung fest. In der am 12. September veröffentlichten Studie nimmt Deutschland lediglich bei den weiterführenden Forschungsprogrammen (Promotionen) einen Spitzenplatz ein. Bei den allgemeinen und beruflichen Abschlüssen sieht es dagegen schlechter aus. Zwar stieg die Quote der Studienabschlüsse leicht an, jedoch waren diese Zuwächse in den anderen Staaten höher, sodass sich die Gesamtposition Deutschlands verschlechtert hat und im hinteren Drittel verbleibt. | ![]() | |||||||||||||||
| Basisqualifikationen Die OECD sieht bei den Basisqualifikationen, das sind die allgemeinen Schulabschlüsse, ein notwendiges Ziel darin, die Anzahl der Sekundarstufe-II-Abschlüsse (Fachhochschulreife und Abitur) zu erhöhen. Nur so könne Deutschland den Anforderungen der künftigen Arbeitswelt gerecht werden. Betrachtet man die Ausgabenstruktur in diesen Bereichen, stellt man fest, dass die öffentlichen Ausgaben von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II unterhalb des OECD-Durchschnitts liegen. (Die überdurchschnittlichen Gesamtausgaben im Sekundarstufe-II-Bereich ergeben sich nur bei Hinzurechnung der privaten Mittel, z.B. auch der Aufwendungen der Unternehmen für die Berufsausbildung.) Die Investitionen bei den Basisqualifikationen sind nach wie vor viel zu niedrig. Besonders negativ wirkt sich dies laut OECD im Elementar- und Primarbereich aus, da hier „die höchsten Bildungserträge erzielt werden“. Mit anderen Worten: Eine gebührenfreie frühkindliche Bildung ist eine der wichtigsten Maßnahmen, die nun zügig umgesetzt werden muss. Interessant ist der Vorschlag der OECD, die Studienzugänge zu flexibilisieren, um mehr Studierende zu gewinnen und vor allem die „ausgesprochen starke soziale Selektivität des deutschen Schulsystems zu kompensieren“. Die OECD zeigt sich einmal davon überzeugt, dass nur eine sozial ausgewogene Bildungsbeteiligung das Potenzial der Kinder und Jugendlichen ausschöpfen kann. Die Bundesregierung geht in ihrer Analyse der OECD-Studie auf die soziale Selektivität ein, verweist jedoch auf zahlreiche Initiativen und Förderprogramme, die die frühkindliche Bildung und die Migranten im Blick haben und von denen künftig Verbesserungen erwartet werden. Auch wenn diese Maßnahmen nicht per se falsch sind, zeigen sie doch die nach wie vor einseitige Ursachenanalyse der Defizite schulischer Bildung in Deutschland durch die Bildungspolitik. Es sind in erster Linie die individuellen und (scheinbar) individuell lösbaren Handlungsfelder (Sprachdefizite, frühkindliche Bildung, Verbesserung des Unterrichts, Evaluations- und Controllingverfahren), die von der Bildungspolitik bearbeitet werden. Die diskriminierende Wirkung des Schul- und Bildungssystems selbst wird nach wie vor negiert und tabuisiert. Eine Bildungspolitik, die auf dem „systemischen Auge“ blind ist, wird jedoch nicht in der Lage sein, die Anforderungen eines modernen Bildungswesens in die Wege leiten zu können. Die Beschränkung auf kompensatorische Politik bleibt leider weiterhin ein wesentliches Merkmal der Schul- und Bildungspolitik in allen Bundesländern. | |||||||||||||||
| Weiterbildung Große Defizite sind auch in der Weiterbildung vorhanden. Die Beteiligung an einer „Nicht-formalen beruflichen Weiterbildung“ liegt mit 12 % der 25- bis 64-jährigen deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 18%. Überdies konzentriert sich die Teilnahme relativ stark auf Personen mit Sekundar-II-Abschluss, sodass die Weiterbildung nur wenig dazu beiträgt, die soziale Benachteiligung der vorangegangenen Bildungsphasen zu mildern. | |||||||||||||||
| Linktipps www.gew.de http://www.bmbf.de/de/6725.php http://www.oecd.org/document/52/0,2340,en_2649_201185_37328564_1_1_1_1,00.html | |||||||||||||||