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Die "neue Werkrealschule"

Die neue Werkrealschule

Konsequenzen für die beruflichen Schulen

(07/09) Im Rahmen ihrer „Qualitätsoffensive“ beschloss die Landesregierung im Sommer 2008 die Hauptschule aufzuwerten, indem die Werkrealschule grundlegend geändert werden sollte. In ihrer ursprünglichen Konzeption sollte jede zweizügige Hauptschule einen eigenen Werkrealschulzug ab Klasse 5 anbieten können, der grundsätzlich für alle Hauptschüler/innen offen sein sollte.
Mittlerweile ist das KM in einigen wesentlichen Punkten von seiner ursprünglichen Konzeption abgerückt. So soll es jetzt einen Noten NC beim Übergang von der 9. in die 10 Klasse geben. Von der ursprünglich propagierten Offenheit für alle Hauptschüler/innen hat man sich damit wieder verabschiedet. Auch der ursprünglich propagierte Ansatze einen durchgängigen sechsjährigen Bildungsgang zu schaffen, wird so ad absurdum geführt.

Erste berufliche Grundbildung an den Beruflichen Schulen

Völlig neu ist allerdings die geplante Verzahnung mit den Beruflichen Schulen. So soll es in Klasse 10 ein gemeinsames Bildungsangebot des allgemein bildenden und des beruflichen Schulsystems geben. D.h.: Zukünftig sollen die Schüler/innen der Werkrealschule in den allgemeinbildenden Fächern an den Haupt-/Werkrealschulen unterrichtet werden. Darüber hinaus sollen sie eine erste berufliche Grundbildung an den Beruflichen Schulen des Landes erhalten. Diese berufliche Grundbildung entspricht dem berufsqualifizierenden Teil des ersten Jahres der zweijährigen Berufsfachschule. Um die Schüler auf die Anforderungen der Berufsfachschule in Klasse 10 WRS vorzubereiten, werden in den Klassen 8 und 9 insgesamt 3 zweistündige Wahlpflichtfächer, die den Lernbereichen der Zweijährigen Berufsfachschulen angepasst sind, eingeführt. Mit der Wahl eines Wahlpflichtfachs sind die Jugendlichen jedoch nicht auf eine bestimmte Berufsfachschulrichtung im 10. Schuljahr festgelegt.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Schüler/innen an 3 Tagen in der Woche ihre angestammte Werkrealschule besuchen. An den restlichen 2 Tagen werden sie – entsprechend dem beruflichen Profil, das sie wählen – auf die beruflichen Schule aufgeteilt. Am Ende der 10. Klasse sollen die Schüler/innen dann einen Mittleren Bildungsabschluss erhalten können, der formal dem Realschulabschluss gleichgestellt, wenn auch andersartig ist. Demnach ist und bleibt die Werkrealschule eine Schule für eher „praktisch Begabte“ und ist deshalb vor allem eine Schule zur Vorbereitung und Einmündung in berufliche Ausbildungsgänge. Die Absolventen/innen der Werkrealschulen erhalten aber auch die Möglichkeit, das 2. Jahr der Zweijährigen Berufsfachschule zu besuchen, um dort ihre Fachschulreife zu erwerben! Auch der Besuch weiterführender Schulen im Bereich der Beruflichen Schulen steht ihnen offen.
Eingeführt werden soll diese neue Form der Werkrealschule ab dem Schuljahr 2010/11 – mit dem Schuljahr 2012/13 würde dann erstmals der gemeinsame Unterricht in Klassenstufe 10 stattfinden.

Quelle: BS-Info 2009

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