zur Startseite
Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Zeitschrift b&w - b&w 2007 - April 2007 - Editorial April 2007

Editorial April 2007

(b&w 4/07
Seite 3
Editorial)



Die Vernunft hat sich durchgesetzt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserin, lieber Leser,

in einer abgestimmten Pressemitteilung haben Landesregierung, GEW und Beamtenbund am 26. März bekannt gegeben, nach der Osterpause auf der Grundlage der Koalitionsvereinbarung von CDU und FDP Gespräche zu führen, um „über die mittel- und langfristige Entwicklung der Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern und über Elemente zur Erreichung einer tatsächlich längeren Lebensarbeitszeit zu beraten.“

In diesem Zusammenhang, so heißt es dort, werde über mögliche Folgen des Spruchs der Einigungsstelle in Sachen Altersermäßigung der 55- bis 59jährigen Lehrerinnen und Lehrer beraten. Es werde der inhaltliche Zusammenhang zwischen beiden Elementen (tatsächliche längere Lebensarbeitszeit und Altersermäßigung) unterstellt und eine umfassende Regelung zu beiden Bereichen angestrebt.
So weit der gemeinsame Pressetext. Der Einsatz zum Erhalt der einstündigen Altersermäßigung für wissenschaftliche Lehrkräfte an Gymnasien und beruflichen Schulen hat sich also gelohnt.

Die GEW wird die Gespräche mit der Landesregierung sehr ernst nehmen. Unser Ziel ist, die Arbeitsbedingungen an den Schulen so zu verändern, dass Lehrerinnen und Lehrer länger gesund und motiviert ihren Beruf ausüben können. Dieses Ziel muss die Landesregierung von Baden-Württemberg ebenso verfolgen, denn niemand kann ein Interesse daran haben, dass nur jede vierte oder fünfte Lehrkraft das gesetzliche Pensionsalter von 65 Jahren auch tatsächlich erreicht.

Die Höhe der Unterrichstverpflichtung bzw. der Umfang von Altersermäßigungen ist dabei von großer Bedeutung. Weitere Faktoren kommen hinzu: Teildienstfähigkeit, alternsgerechtes Arbeiten und Möglichkeiten des gleitenden Übergangs in den Ruhestand ebenso wie flankierende Maßnahmen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Die Koalitionsvereinbarung nennt auch Massnahmen, die wir schon lange fordern, z.B. die Verbesserung der Fortbildungsangebote und die Möglichkeit zur Supervision. Ziel muss sein, die Professionalität von Lehrerinnen und Lehrern zu stärken und weiter zu entwickeln.

Landesregierung und Gewerkschaften sollten die Chance nutzen, wirksame Maßnahmen zu entwickeln, damit Lehrerinnen und Lehrer länger im Beruf bleiben können. Am Ende hätten alle etwas davon – die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer, die Schulen und der Finanzminister.

Die Föderalismusreform, die wir in vielen Punkten nicht wirklich gut finden, bietet in diesem Bereich möglicherweise einen positiven Gestaltungsspielraum. Man darf gespannt sein, ob die Landesregierung bereit ist, diesen zu nutzen.
Die GEW wird mit konstruktiven und innovativen Vorschlägen in diese Gespräche hineingehen. Sie sind auf jeden Fall sinnvoller als eine Debatte über die Erhöhung des Pensionsalters auf 67 Jahre.
Ihr


Rainer Dahlem, Landesvorsitzender

SucheHilfeEmailSitemapDruckversion
Suche,Hilfe,Email,Sitemap