|  |
 | (b&w 4/10 Editorial)

| Personalratswahlen 2010: Wählen gehen!
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserin, lieber Leser,
im gesamten öffentlichen Dienst des Landes Baden-Württemberg finden in den nächsten Wochen Personalratswahlen statt, an vielen privaten Bildungseinrichtungen werden Betriebsräte gewählt.
In der GEW-Arbeit wird die Grundlage für die erfolgreiche Interessenvertretung in den Personal- und Betriebsräten gelegt. Die vorliegende Ausgabe von bildung & wissenschaft (b&w) dokumentiert eindrucksvoll die Vielfalt der Personalratsarbeit. Sie ist Ergebnis sachbezogenen, kontinuierlichen und intensiven Einsatzes sehr vieler ehrenamtlicher (und weniger hauptamtlicher) GEW-Kolleginnen und -Kollegen. Wir haben viel Positives erreicht und viele Verschlechterungen verhindert.
Die qualifizierte und konsequente Interessenvertretung für die Beschäftigten und die Kompetenz in allen bildungspolitischen Themen machen die GEW zur anerkannten Bildungsgewerkschaft im Land. Mit diesem Selbstverständnis habe ich das erste Gespräch mit Kultusministerin Marion Schick geführt. Sie sucht den Dialog mit der GEW und brachte dies mit der Vereinbarung regelmäßiger Gespräche und einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Ausdruck. Diese Dialogbereitschaft muss Konsequenzen haben für die Bildungspolitik: Denn die pädagogischen Profis brauchen wirksame Unterstützung durch Qualifikation und verbesserte Rahmenbedingungen. Von ihrer Arbeit hängt der Erfolg der Lern- und Bildungsprozesse ab. Ich erwarte von Kultusministerin Schick, dass sie sich mutig für grundlegende Reformen einsetzt.
Gegenstand unseres Gesprächs war auch der Pädagogische Tag, der durch eine von wenig Sachkompetenz bestimmte Debatte im Finanzausschuss des Landtags wieder einmal in Misskredit geraten ist (Seite 43). Nicht thematisiert wurde im Finanzausschuss, dass der überwiegende Teil der Lehrerfortbildung weiterhin in der Unterrichtszeit stattfindet und der Landtag die Lehrerfortbildungsmittel seit Jahren kontinuierlich kürzt, obwohl an die Lehrer/innen ständig neue und höhere Erwartungen gestellt werden. Ich habe gegenüber Ministerin Schick deutlich gemacht, dass die ganztägige Arbeit eines Kollegiums an der Weiterentwicklung der Schule den Ausfall eines Unterrichtstages rechtfertigt. Die öffentlichen Äußerungen von Ministerin Schick haben gezeigt, dass sie sich der Bedeutung des Pädagogischen Tages für die GEW und die Lehrerschaft bewusst ist.
Als „Hart, aber fair“ bezeichnet die Kultusministerin meine Arbeit als GEW-Vorsitzende. Ja – Gewerkschaftsarbeit heißt für mich, gute Arbeitsbedingungen als Voraussetzung für gute Arbeitsergebnisse einzufordern. In diesem Sinne klar und konsequent agiert die GEW in den Personalratsgremien, gegenüber der Landesregierung und den Fraktionen, dem Kultusministerium und der Schulverwaltung.
Nicht von ungefähr ist die GEW die größte Organisation im Bildungsbereich. Unsere Mitgliederzahl ist seit den letzten Personalratswahlen von 40.000 auf 47.000 angestiegen. Das ist ein eindrucksvoller Vertrauensbeweis. Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt die Personalvertretungen gegenüber der Landesregierung in der Abwehr des im Zuge der Dienstrechtsreform beabsichtigten Abbaus von Beteiligungsrechten.
Deshalb bitte ich Sie:
Beteiligen Sie sich an der Wahl und geben Sie alle Stimmen den Kandidat/innen der GEW!
| | |
|
 |  |  |  |  |  |  |