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Editorial Juni

(b&w 6/08
Seite 3)



Gewerkschaftliche Arbeit vor Ort stärken

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserin, lieber Leser,

und 50 Tage sind schon vergangen seit meiner Wahl zur Vorsitzenden der GEW Baden-Württemberg. Die vielen guten Wünsche haben mich ermutigt für meine neue große Aufgabe. Mir ist ganz wichtig, dass wir angesichts der großen politischen Herausforderungen die Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern verstärken, die Diskussion über Inhalte und Forderungen führen und die Beteiligung der Mitglieder ausbauen. Eine Handvoll Funktionär/innen kann die Welt nicht verändern. Seit ich Gewerkschaftsarbeit mache, hat ein Grundsatz meine Arbeit bestimmt: Die GEW muss zu den Mitgliedern. Erfolgreiche politische Arbeit ist ohne intakte innergewerkschaftliche Strukturen nicht möglich. Ihnen möchte ich besondere Beachtung schenken.

Papier allein verändert nichts. Die GEW hat zu allen wichtigen gewerkschafts- und bildungspolitischen Fragen Beschlüsse und Forderungen, die auf Papier oder auf der Homepage verfügbar sind. Aber die Sachverhalte sind komplex und Fragen nicht nur mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten. Persönliche Gespräche, Informationen und Diskussionen legen leichter den Grundstein dafür, dass Mitglieder aktiv werden. Deshalb habe ich Interesse daran, dass wir verstärkt in Schulen und in anderen Bildungseinrichtungen informieren und Mitglieder und Nichtmitglieder über aktuelle Themen informieren und mit ihnen diskutieren. Diese Arbeit vor Ort trägt außerdem zur Stärkung der innerbetrieblichen Demokratie bei. Es ist immer wieder erstaunlich, was eine ernsthafte Diskussion z.B. in einer Schule bewegen kann – egal ob es um interne Konflikte oder aktuelle Themen geht. Machen Sie den Versuch: Holen Sie sich die GEW in die Schule, in Ihre Bildungseinrichtung!

Um diese Präsenz zu stärken, brauchen wir weitere ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen in den Kreis- und Ortsverbänden, in den Fachgruppen. Ich möchte dazu beitragen, dass diejenigen, die bereit sind, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen, von ihrer GEW gestärkt werden, z.B. durch Unterstützung und Qualifizierungsangebote der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit. Die GEW muss vor Ort überzeugen durch Glaubwürdigkeit und Kompetenz, wenn sie erfolgreich sein will.

Aber auch die Vertrauensleute in Schulen und allen anderen Bildungseinrichtungen dürfen mit den schwierigen Themen nicht alleine gelassen werden. Es muss uns gelingen, die Zusammenarbeit mit ihnen organisatorisch und inhaltlich zu verstärken.

Gewerkschaftliche Arbeit ist immer verbunden mit der Gewinnung neuer Mitglieder. Dafür danke ich an dieser Stelle allen, die Kolleg/innen auf eine Mitgliedschaft in der GEW angesprochen haben und künftig ansprechen.

Die Dienstrechtsreform, aber auch die Tarifrunde 2009, bei der es um die Beschäftigten des Landes geht, anstehende Aufgaben in allen Bildungsbereichen können nur mit einer großen Beteiligung der GEW-Mitglieder erfolgreich gestaltet werden. Gute Interessenvertretung nach außen erfordert gute Arbeit nach innen. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Sie brauchen die GEW zur Gestaltung Ihrer Arbeitsbedingungen –die GEW braucht Sie! Ich freue mich darauf, mit Ihnen gemeinsam die GEW Baden-Württemberg selbstbewusst und erfolgreich weiterzuentwickeln.


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