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Aktuell Zeitschrift b&w b&w 2007 Oktober 2007 Editorial Oktober | ||||||
| Editorial Oktober | ||||||
| (b&w 10/07 Seite 3 Editorial) ![]() | Der Druck nimmt zu! Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leserin, lieber Leser, es ist erfreulich und zu begrüßen, dass Landesregierung und CDU-Fraktion relativ schnell erkannt haben, dass die Einstellungsrunde 2007 gründlich daneben ging und eine Nachbesserung dringend notwendig war. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn sich diese Einsicht früher durchgesetzt hätte, um für die Schulen eine längerfristige Planung zu ermöglichen. Jetzt – sechs Wochen nach Schuljahresbeginn – ist zwar jede neue Lehrerin und jeder neue Lehrer an den Schulen immer noch willkommen, aber die nachträgliche Einstellung führt zwangsläufig zu organisatorischen Umstellungen und damit zu Reibungsverlusten. Hinzu kommt, dass die meisten der arbeitslosen Junglehrerinnen und Junglehrer nicht Däumchen drehend auf ein Einstellungsangebot gewartet, sondern sich umgesehen haben und teilweise in andere Bundesländer oder die Schweiz abgewandert sind. Mit der Freigabe der gesperrten Stellen aber ist es nicht getan. In Baden-Württemberg mehren sich die Stimmen, die zusätzliche Stellen für Lehrerinnen und Lehrer fordern. Dabei sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Elternvertretungen oder GEW, sondern beispielsweise der Arbeitgeberverband Südwestmetall, der baden-württembergische Handwerkstag und die kommunalen Spitzenverbände Gemeinde- und Städtetag. Die Erkenntnis scheint sich durchzusetzen, dass die Netto-Neuverschuldung Null nicht zum absoluten Tabu erklärt werden darf. Daran ändert auch das Wehklagen des Finanzministers nichts. Selbst er muss erkennen, dass schlechte Lernbedingungen für Kinder später nicht mehr wettgemacht werden können. Es hilft auch nichts, wenn Ministerpräsident Oettinger im Stil des „Basta-Kanzlers“ die Diskussion zu beenden versucht. Der Druck auf die Landesregierung nimmt also zu – und das ist gut so. Bewegung ist aber auch bei einem anderen Thema gefragt, nämlich in der Schulstrukturfrage. Dabei muss noch einmal deutlich gemacht werden, dass es nicht nur um die Zukunft der Hauptschule geht, auch wenn die Landesregierung mit ihrem Notprogramm den Eindruck erweckt, als sei alles andere in Ordnung. Nicht die Hauptschule befindet sich in einer Krise, sondern das gegliederte Schulsystem; die Krisensymptome allerdings sind an der Hauptschule am deutlichsten sichtbar. Genau diesen Zusammenhang müssen wir immer wieder deutlich machen, wenn wir nicht wollen, dass die Arbeit an den Hauptschulen schlecht geredet oder diskreditiert wird. Die Regierungskoalition wäre gut beraten, ihre ideologische Haltung aufzugeben und Bewegung in die Schulstrukturfrage zu bringen. Dabei allerdings auf den Koalitionspartner FDP zu setzen, hilft nicht weiter. Der Fraktionsvorsitzende Ulrich Noll hat seinen Vorstoß für eine sechsjährige Grundschule bereits nach wenigen Tagen wieder einkassiert. Die GEW jedenfalls wird dieses Thema weiter auf der Tagesordnung halten, zum Beispiel bei unserem Bildungskongress am 24. November in Ludwigsburg | |||||