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 | (b&w 6/07 Seite 11)
| Ende und Wende bei den Lehrerstellen
Die Einstellungsrunde 2007 läuft: Das KM blickt stolz auf die Lehrereinstellung 2006 und nimmt die Hoffnungen auf gute Aussichten für 2007 und die folgenden Jahre.
„Nach sieben ‘fetten’ Einstellungsjahren brechen nunmehr bei rückläufigen Schülerzahlen ... voraussichtlich sieben magere Jahre an.“ So das Fazit des KM in „SchulVerwaltung 3/2007“. Die zentrale Datenbank LEIN registrierte im vergangenen Jahr 5.051 neu eingestellte Personen, die sich wie folgt auf die Schularten verteilen:
| Einstellung je Schulart/Lehramt im Jahre 2006 | | | | Grund- und Hauptschulen | 1.530 | | | Sonderschulen | 249 | | | Realschulen | 590 | | | m/t Fachlerher und FL/TL an Sonderschulen |
282 |
2.651 | | Gymnasien | 1.378 | | | Berufliche Schulen: | | | | wissenschaftl. Lehrkräfte | 824 | | | technische Lehrkräfte | 198 | 2.400 | | Insgesamt | | 5.051 |
Damit erreicht die Gesamtzahl eingestellter Lehrpersonen in 2006 einen Mittelwert der Jahre 2000-2006. Es sollte nicht übersehen werden, dass in den 5.051 Einstellungen lediglich 987 Neustellen enthalten sind, wovon wiederum ein knappes Viertel (240) auf den GHRS-Bereich entfallen. Immerhin löst damit die Landesregierung ihre Zusage auf insgesamt 5.500 Neustellen aus der letzten Legislaturperiode ein. Sie sollten sich wie folgt verteilen:
| Deputate | | Schülerzahlenentwicklung | 1.011 | | Umsetzung G8: | 489 | | Fremdsprachen in Grundschule: | 1.650 | | Fest installierte KV-Reserve | 1.250 | Ausgleich Vorgriffsstunde (Karenzphase): | 1.100 |
Eine Verbesserung der Unterrichtssituation wurde damit nicht erreicht. Und die Rückzahlungsphase des Vorgriffsstundenmodells wird ab 2008/2009 erneut 1.100 Deputate kosten. Insgesamt weist der Staatshaushaltsplan 2006 jetzt 90.500 Lehrerstellen aus, zugegebenermaßen der höchste Stand aller Zeiten. Ein beachtlicher Umfang der Einstellungen wird inzwischen über das schulbezogene Stellenausschreibungsverfahren mit allen seinen Vor- und Nachteilen abgewickelt: 2006 erfolgten über dieses Verfahren 1.899 Einstellungen. Unter allen Neuzugängen waren übrigens 472 (= 9 Prozent) „Zugereiste“, also Bewerber/innen aus anderen Bundesländern. Davon gingen 219 an Gymnasien oder Berufl. Schulen.
Einstellungschancen 2007
Die Einstellungschancen für Neubewerber/innen waren und sind schulartbezogen sehr unterschiedlich. Lediglich im RS- und SoS-Bereich lagen die Neubewerberzahlen (RS: 792; SoS: 267), verstärkt durch viele Altbewerber, deutlich über den Einstellungsangeboten. Die „Soforteinstellungsquoten“, also die Einstellungschancen für Erstbewerber/innen, lagen bei diesen beiden Schularten entsprechend bei nur 68 bzw. 65 Prozent. Insgesamt errechnet das Ministerium Soforteinstellungsquoten für 2006 und 2005 wie in der Tabelle oben dargestellt.
Krankheitsvertreter/innen sind deshalb im laufenden Schuljahr Mangelware.
Rein rechnerisch müsste man die Einstellungssumme um die 395 Personen ergänzen, die bereits am 1. Tag der Übernahme aus dem Beamtenverhältnis in das Privatschulwesen beurlaubt wurden.
| Soforteinstellungsquoten | 2006 | (2005) | | Grund-. und Hauptschulen | 82 % | (89 %) | | Sonderschulen | 65 % | (45 %) | | Realschulen | 68 % | (72 %) | | m/t Fachlehrer | 88 % | (81 %) | | Fachlehrer an Sonderschulen | 72 % | (82 %) | | Gymnasien | 83 % | (82 %) | | Berufliche Schulen: | | | | wissenschaftl. Lehrkräfte | 92 % | (95 %) | | technische Lehrkräfte | 98 % | (94 %) |
Das KM rechnet für 2007 mit einem Anstieg der Neubewerber von 4.270 auf ca. 5.000. Dabei werden im GH-Bereich 1.750 (+ 350) und im RS-Bereich 1.050 (+ 250) neue Bewerber/innen erwartet. Da gerade hier weniger Einstellmöglichkeiten gegeben sein werden, steht es um die originären Chancen sehr schlecht. Absolvent/innen der RS-Seminare werden bei entsprechender Bereitschaft wenigstens Übernahmemöglichkeiten in den Beruflichen Bereich angeboten bekommen.
Die vom Kabinett zur Verringerung der Schuldenlast beschlossene „Sperrung“ von 521 Lehrerstellen verschärft natürlich die Situation (siehe b&w 1-2/07) und geht fast ausschließlich zu Lasten der GH- und Realschulen. Sie wird mit der Deputatserhöhung für die wissenschaftlichen Lehrkräfte an Gymnasien und beruflichen Schulen sowie dem jetzt einsetzenden jährlichen Rückgang der Schülerzahlen um je 35.000 begründet. Da tröstet es wenig, dass die Stellen „nur“ gesperrt und (noch?) nicht gestrichen sind und dass damit bildungspolitische Lieblingsprojekte finanziert werden sollen:
- G8,
- „Bedarfsorientierter Ausbau der Ganztagesschule“,
- „Schulreifes Kind“,
- „Jugendbegleiter“,
- „Evaluation“.
Über eine weitere Stellenstreichung von 349 Stellen berichtete b&w Anfang dieses Jahres. Sie wird durch die gewachsene Zahl der Anwärter/innen und Referendar/innen seit diesem Schuljahr „erwirtschaftet“: Sie müssen sich bzw. ihre Zukunft durch ihre kostenlose Zwangsmehrarbeit von einer Stunde selbst wegrationalisieren! Damit werde „die Unterrichtsversorgung im bisherigen Umfang sichergestellt“. – Die Motivation ist klar und unverblümt! Frank Osterlow
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