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 | (b&w 11/07 Seite 45)
| Couragiertes Auftreten gegen Nazis
Gemeinsam gegen Rechts: Engagiert im Alltag Stellung gegen Nationalsozialisten zu beziehen ist nach wie vor bitter nötig, aber auch möglich, wie zwei Beispiele zeigen.
Neulich im Ländle An einem Montagmorgen verteilten vier polizeibekannte Aktivisten aus der rechten Szene Musik-CDs und Zeitschriften vor der Schule, an der seit Schuljahresbeginn Michael Csaszkóczy – nach jahrelangem Rechtsstreit um sein politisches Engagement – endlich unterrichten darf (b&w berichtete mehrfach). Gegen 7.45 Uhr alarmierten Schüler und Lehrer die Polizei und einige Lehrer versuchten die verteilten Materialien wieder einzusammeln. Beamte nahmen die vier Männer im Alter zwischen 23 und 38 Jahren wegen des Verdachts der Verbreitung verfassungswidriger Schriften mit und erteilten ihnen einen Platzverweis. Da das Verteilen politischen Werbematerials an Schulen, dem zum Schulgelände gehörenden Gehweg und an Schulbushaltestellen verboten ist, erteilte der Schulträger den Vieren zusätzlich Hausverbot. Gegen die persönlichen, verbalen Angriffe der Vier auf Schulleitung und Lehrer ist Anzeige erstattet worden.
Die vor Ort Betroffenen – Lehrer, Schüler und Eltern – haben sich gemeinsam und mit großer Solidarität auch für Michael Csaszkóczy gegen das Auftreten der Neonazis zur Wehr gesetzt. Erfreulich schnell reagierte das Regierungspräsidium, rief noch in der gleichen Woche Vertreter von Polizei, Schule und Landratsamt an einen Tisch, um das weitere Vorgehen zu koordinieren. Damit setzte das RP ein deutliches Signal auch künftig geschlossen gegen rechte politische Propaganda vorgehen zu wollen.
Im Gespräch mit der GEW Nordbaden Ende Oktober zeigte sich Schulpräsident Schnatterbeck offen für Vorschläge, um das latente Problem der Naziaktivitäten an Schulen für Lehrer/innen präventiv handhabbar zu machen. Die Erkennung von Codes und Symbolen der Naziszene sei dazu ein erster Schritt. Dr. Schnatterbeck sicherte zu, dafür Sorge zu tragen, dass in Dienstbesprechungen und Lehrerfortbildungen den Lehrkräften Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, damit sie Anzeichen für Naziaktivitäten in ihrer Schule wahrnehmen.
Neulich in Sachsen Der Geschäftsführer der Macrander Hotels GmbH&Co. KG schrieb am 18. Oktober an die NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag folgenden Brief, der auch uns über Presseverteiler erreichte: „Sehr geehrter Herr Apfel, sehr geehrter Herr Delle, wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.
Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.
Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben. Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter. In der Hoffung, dass Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir mit freundlichen Grüssen …“
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