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 | (b&w 12/07 Seite 32)
| Heinrich-Wolgast-Preis 2008 vergeben
Das Bildungs- und Förderungswerk der GEW verleiht den Heinrich-Wolgast-Preis 2008 (Jugendliteratur zur Arbeitswelt) an Gabriele Beyerlein. Die Preisverleihung findet voraussichtlich am 28. April 2008 im Berliner Grips-Theater statt.
Mit ihrem Buch „In Berlin vielleicht“ (316 Seiten, ISBN 3-522-17698, Thienemann 2005) legte Beyerlein einen Jugendroman vor, der zwar im Berlin des Kaiserreiches spielt, jedoch für alle Städte steht, in die junge Mädchen vom Land zogen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Lene ist 14, als sie das Dorf und die Lehrerfamilie verlässt, um in der Stadt Berlin eine Stelle als Dienstmädchen zu suchen. Sie findet eine Stelle bei einem Polizeioffizier, wird hoffnungslos ausgebeutet, kündigt und bekommt eine Traumstelle bei einem adligen Oberst, wo sie trotz ihrer Jugend frei wirtschaften darf. Doch dann wird Lene schwanger, der Oberst heiratet, und Lene muss einen Platz für sich und das Kind finden.
Verdient macht sich Gabriele Beyerlein durch die Nähe, die sie zu diesem Mädchen aufbaut: Ein starkes Mädchen, das immer wieder an der menschenfeindlichen Situation zu zerbrechen droht, dennoch einen Ausweg findet und sich durchsetzt.
Vielerlei wird geschildert, was unsere Kinder heute nicht mehr kennen: Die Arbeitsbedingungen, die Herrschaftsverhältnisse, die doppelte Moral der kaiserlichen Gesellschaft, der Kampf gegen Vorurteile, der beginnende Klassenkampf der Jahrhundertwende. Aber auch etwas von der Geschichte der Sozialdemokraten, den Sozialistengesetzen, den Verfolgungen und Ängsten der Sozialisten der Jahrhundertwende liest man hier, unaufdringlich und eher nebenbei, wodurch es eher haften bleibt als reine Sachinformationen. Die Rezensionen zum Preisbuch und den Titeln der Empfehlungsliste finden sich einzeln unter www.ajum.de und als pdf-Datei zusammengefasst unter www.julim-journal.de unter Preisbücher.
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