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IGLU 2004

Allgemeines zur IGLU-Studie

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Die ergänzende Länderstudie IGLU-E liegt vor

(01/04) - Die internationale Grundschul-Leseuntersuchung IGLU erhob Daten auf zwei Ebenen: In der internationalen Studie IGLU-I wurde das Leseverständnis von Viertklässlern in 35 Staaten getestet.
In der Ergänzungsstudie IGLU-E wurden in Deutschland zusätzlich die mathematischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten untersucht. 12 Bundesländer beteiligten sich an dieser erweiterten Stichprobe.
Die zu geringe Stichprobengröße einiger Länder erlaubte schließlich den statistischen Anforderungen genügenden Vergleich von sechs Bundesländern, sodass von einem "Vergleich der berichteten Länder" gesprochen wird. Es handelt sich um Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Thüringen wurde zwar ebenfalls in den Vergleich aufgenommen. Da es sich dort aber nicht um eine Zufallsstichprobe handelte, sind die Ergebnisse nur eingeschränkt vergleichbar.

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IGLU-Ergebnisse

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Die Kurzfassungen der IGLU-Studien

(01/04) - Die Ergebnisse der Iglu-Studien liegen in jeweiligen Kurzfassungen vor. Außerdem stellen wir Ihnen eine Zusammenfassung der IGLU-Studie zur Verfügung:

 IGLU Basisinformation.pdf
 277 KB

 IGLU- International - Kurzbericht.pdf
 539 KB

 IGLU-Länderbericht - Kurzfassung.pdf
 344 KB

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Kommentar GEW

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Auch nach IGLU: Auf den Anfang kommt es an!

(02/04) - Ein Glück: Die Grundschule hat ihre Reifeprüfung bestanden und bei IGLU zumindest passabel abgeschnitten. Wehe, sie hätte ähnlich schlecht abgeschnitten wie die Sekundarstufe bei PISA. Dass die Grundschulwelt deswegen in Ordnung ist, diesen Schluss ziehen allenfalls vorschnelle IGLU-Analysten. Zu differenziert sind die Untersuchungsergebnisse und zu kompliziert für einfache (Schnell)Schlüsse. Und zu ungerecht wäre es, insbesondere der Hauptschule die Schuld an der Bildungsmisere zuzuschieben.

Wer bei der Fachtagung in Ludwigsburg dabei war, hat mitbekommen, welche gemeinsamen Anstrengungen noch nötig sind, um das Lernen nicht nur neu zu denken sondern auch grundlegend zu verändern. IGLU bestätigt aber die These, dass die Grundschule auf diesem Weg weiter ist als andere Schularten. Grundschulen waren Wegbereiter offener Lernformen und ihr Vorsprung liegt im pädagogisch intelligenten Umgang mit heterogenen Leistungsvoraussetzungen von Schülern, der, so Jürgen Baumert, über die Qualität von Unterrichtsprozessen entscheidet.

Die große Frage ist, warum bei uns dann Schüler von Jahr zu Jahr "dümmer" werden, während IGLU-Sieger Schweden sein hohes Niveau auch bei PISA halten kann. Vielleicht reiten wir in der Bildungspolitik doch ein totes Pferd wie Otto Herz vor kurzem beim SPD-Elterntag formuliert hat. "Eine neue Schulkultur in einer neuen Schulstruktur", eine Lernkultur der individuellen Ermutigung und Stärkung der Kompetenzen von Kindern, das ist es, was wir dringend brauchen.

"Kinder länger miteinander und voneinander lernen lassen" ist darum auch eine der Kernforderungen, die der Runde Tisch Grundschule in seinen "Bausteinen für bessere Bildung" formuliert hat. Vier Jahre reichen eben nicht aus, um die Bildungsnachteile einzelner Kinder zu korrigieren, denn je früher selektiert wird, um so ungerechter wird das Bildungssystem letztlich.

"Früh anfangen, individuell fördern und über mehrere Jahre dranbleiben" so machen es uns die Niederländer vor, die damit verhindern, dass es von klein auf bergab geht mit der Bildung wie bei uns (ZEIT). Einen solch radikal, also von den Wurzeln her gedachten Neuanfang bräuchten wir auch bei uns ohne über den notwendigen Grundsatzdebatten die täglich möglichen Veränderungen und Verbesserungen unseres Bildungssystems aus den Augen zu verlieren. Auf den Anfang kommt es eben an - aber nicht nur!

weitere Infos der GEW zu IGLU

weitere IGLU-Informationen der GEW (Bund)

Kommentar Grundschulverband

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Grundschulverband: Das Ergebnis des IGLU-Ländervergleichs war zu erwarten

(01/04) - Die Reihenfolge der Länder bei IGLU (Neunjährige) ist ähnlich wie bei PISA (Fünfzehnjährige). Dass Baden-Württemberg dabei erheblich besser abschneidet als z.B. NRW oder Bremen hat viele Gründe:

  • die unterschiedliche Wertschätzung der Politik von Schulen und ihren Lehrkräften
  • der hohe Anteil der Kinder, die in Baden-Württemberg den Kindergarten besuchen (Baden-Württemberg über 80%, Bremen 57%)
  • mehr Kinder aus unteren Sozialschichten in Bremen mit der bundesweit höchsten Zahl an Sozialhilfeempfänger
  • mehr Kinder mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen in Bremen und im Ballungsraum Ruhrgebiet.

Genauere Analysen können aber erst gemacht werden, wenn die Ergebnisse im Detail bekannt sind.Das ändert aber nichts: Die deutsche Schule ist ein Sanierungsfall

Der Ländervergleich darf nicht das deutsche Bildungsdilemma überdecken: Die deutschen Grundschüler stehen in ihren Leistungen insgesamt deutlich besser dar als die Fünfzehnjährigen, das ist auch in Baden-Württemberg und Bayern so.
Die zentrale Frage muss deshalb lauten: Was läuft in den weiterführenden Schulen so falsch, dass das Leistungsniveau in den fünf Jahren der Sekundarschulen so deutlich absinkt? Die Antwort geben die erfolgreicheren Länder – sie trennen die Kinder nicht nach 4 Jahren in unterschiedliche Schulen sondern haben eine gemeinsame Schulzeit von mindestens 8 Jahren. Sie investieren mehr in die Förderung z.B. durch zusätzliche Förderlehrer. Sie geben Kindern in der Ganztagsschule viel mehr Zeit zum Lernen.

Das alles ist bekannt: doch die deutsche Schulpolitik verschließt davor die Augen. Lieber feiert sie kleine Erfolge, wie jetzt die südlichen Länder beim Ländervergleich. Doch damit wird sich auf Dauer an der Bildungsmisere in Deutschland nichts ändern.
Es hilft nichts: die Schule ist ein Sanierungsfall und das überall in den deutschen Landen.

Grundschulverband Baden-Württemberg

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