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Meinungen zum Amoklauf

Reaktionen auf den Amoklauf

André D. aus Stuttgart
13. März 2009

Ich finde die publizistische Jagd nach immer neuen Sensationen und angeblichen Hintergründen eine Sauerei und das auch in den öffentlich-rechtlichen Medien. Es ist geschehen, Tim ist tot, immer auf die neue nach angeblichen Schuldigen zu suchen, ist verlogen. Die Opfer gilt es aufzufangen und auch den Eltern und der Schwester ebenfalls Beistand zu geben, damit nicht auch Spießrutenlaufen in der Kleinstadt durchmachen müssen. Spekulationen über das Warum, Weshalb Wieso immer hinterher zu stellen, sind müßig und finde ich höchst ärgerlich. Das muss lange vorher geschehen, da Beschämungen nicht erst gestern geschehen sind, sondern immer schon früh anfangen und nicht nur an einem Ort. es geht um wirkliche Prävention auch in dem vermeintlich sauberen, ruhigen Schwabenländle.

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Ute F. aus Ulm
13. März 2009

Inwieweit trägt die große Schule mit evtl. recht großen Klassen und einem ausgefeilten Fachlehrersystem zur Entfremdung bei und gibt Schülern das Gefühl, ignoriert zu werden?

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Eberhard A. aus Bremen
13. März 2009

Kommerzielles Gewaltfernsehen und eine feige Justiz als Wegbereiter für Gewaltexzesse wie in Winnenden

Der Amoklauf von Winnenden hat weltweite Erschütterung ausgelöst. Dieser Massenmord ist der traurige Höhepunkt einer Entwicklung in unserer Gesellschaft, in der die Darstellung von Gewalt in den Massenmedien und ihre Hinnahme durch staatliche Organe längst zum Alltag geworden sind. Im August 2008 durfte der TV-Sender RTL 2 ungestraft mit einem öffentlich ausgehängten Plakat (Keine Angst. Der will nur töten) für die jugendgefährdende Sen-dung Dexter werben, in der ein perfider Serienmörder seiner Lust am Töten nachgeht. Ich wurde Zeuge, als ein Kind an einer Straßenbahnhaltestelle seine Mutter beim Anblick des Plakates fragte: "Mama, ist Töten etwas Schönes?" und stellte Antrag auf Einleitung eines Strafverfahrens wegen Gewaltverherrlichung. Der zuständige Generalstaatsanwalt in München sah keine Notwendigkeit, weder ein Verfahren wegen Gewaltverherrlichung noch ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz einzuleiten. Er qualifizierte die Fernsehserie Dexter, in dem der Hauptdarsteller blutrünstige Selbstjustiz übt und dabei seinen Opfern in den Hals sticht und sie bei lebendigem Leib zersägt, als künstlerische Darbietung. Solange verantwortungslose TV-Programmdirektoren und Staatsanwälte mit perver-tierter Rechtsauffassung für ihr schändliches Handeln von der Gesellschaft nicht zur Rechenschaft gezogen werden, dürfen wir uns nicht wundern, wenn es weiterhin zu solchen Gewaltexzessen wie in Winnenden kommt.


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Berd T. aus Furtwangen
14. März 2009

Wenn ich sehe, wie sich jetzt die Waffen-, Spiele- und Filmelobby in Stellung bringt und Politiker entsprechend abwiegeln, realitivieren, verallgemeinern, dann weiß ich: Es wird sich nichts ändern.

Außerdem: Beratungslehrer, Schulpsychologen und vor allem übersichtlichere Klassenverbände kosten Geld. Und das braucht unser Land offentsichtlich für wichtigere Projekte, die ich jetzt nicht alle aufzählen will (Großbahnhof Stuttgart21, Schloss Salem usw.). Wenn die Toten begraben, die Verletzten entlassen, öffentliche Aufregung und Aktionismus verflogen sind, gehen wir zur Tagesordnung über. Bis zum nächsten Mal.

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Mechthild K. aus Geldern
15. März 2009

Warum wird nicht thematisiert, dass der Täter gezielt Mädchen getötet hat. Dahinter steckt ein Hass speziell auf Mädchen/ Frauen.

Wenn der Jugendliche Ausländer gezielt getötet hätte, wäre der Ausfschrei groß. Da würde der Ausländerhass Thema aller Medien sein. Aber warum schweigen alle darüber, dass offensichtlich sein Hass gegen Mädchen/ Frauen gerichtet war?

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Malczan E. aus Bruckmühl
17. März 2009

Ich würde hier ganz gerne einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten.

Ich verstehe nicht viel von Waffen. Jedoch war ich bei der Bundeswehr und weiß, dass eine Waffe in der Regel aus mehreren Teilen besteht. Fehlt ein Teil, dann ist die Waffe nicht funktionsfähig.

Es wird darüber diskutiert, dass Waffen nicht zu Hause aufbewahrt werden sollen. Andererseits wird dagegengehalten, dass eine Aufbewahrung in einem Vereinsheim, abseits, auch nicht möglich ist, da dann möglicherweise einem Einbrecher ein komplettes Waffenarsenal in die Hände fällt.

Man könnte doch z.B. per Gesetz festlegen, dass ein wesentliches Teil, das für die Funktion der Waffe wichtig ist (z.B. Schloss, oder Lauf) im Vereinsheim zentral gelagert werden muss, während der Rest der Waffe mit nach Hause genommen wird. Somit könnte keine unbefugte Benutzung stattfinden.

Das Auseinanderbauen und Zusammenbauen von Waffen geht in der Regel sehr schnell, soweit ich mich erinnern kann.

Ich wäre Ihnen dankbar wenn Sie diesen Vorschlag an die richtige Adresse bringen könnten. Vielen Dank

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Konrad N. aus Stuttgart
18. März 2009

Zwei Punkte:
1. Trauer gilt jedem Toten, auch dem Täter, entspr. verdienen Mitgefühl auch dessen Angehörige - unabhängig davon, inwieweit ihr Verhalten Teil der Vorgeschichte der Tat war.

2. Die Reaktion des PhV ist eine so widerliche Instrumentalisierung des Amoklaufs für eine vermeintliche Profilierung des Verbandes, das sich jeder Kommentar erübrigt. D.h.: Dies in unmittelbarer Nähe zu den eigenen Bekundungen der Trauer zu kritisieren hat aber den Geruch desselben Verfahrens: Instrumentalisierung für Verbandspolemik.

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Carina K. aus Stuttgart
19. März 2009

Das Waffenrecht sollte dahingehend geändert werden,dass Waffen in Privat- und Geschäftsräumen grundsätzlich verboten sind. In Schützenvereinen sollten Munition und Waffen getrennt aufbewahrt werden. Die ganze Gesellschaft sollte abrüsten, auch hinsichtlich Killerspielen. Passieren wird aber vermutlich, wenn die große Betroffenheit vorbei ist, wieder nicht viel. So werden Amokläufe vermutlich hinfort zum schulischen Alltag gehören. Von der GEW würde ich aber schon erwarten, dass sie in Schulen Unterschriftenlisten für ein geändertes Waffenrecht organisiert.

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Anka B. aus Tauberbischofsheim
21. März 2009

Mein aufrichtiges und herzlichstes Beileid all denen, die ein Opfer des Amoklaufes zu beklagen haben. Ich habe einen Sohn im Alter von 18 Jahren und mag mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn ich ihn verloren hätte. Die Trauer wäre unermesslich.

Ich stelle mir immer und immer wieder die Frage, warum Tim K. dies getan hat. Wenn ich dann versuche, mir diese Frage zu beantworten, auf die es wahrscheinlich nie eine Antwort geben wird, so empfinde ich aber auch Trauer und Mitleid für diesen Tim K. Man mag mich jetzt dafür verurteilen oder nicht.

Tim K. hatte vermeintlich alles. Was materielle Dinge betrifft, stimmt das wohl auch. Leider schaffte er es nicht - wie seine Schwester - aufs Gymnasium zu kommen. Diesen Anspruch hatten die Eltern wohl, denn sie ließen ihn nach dem Realschulabschluss auf Begabung und Belastbarkeit testen. Tim fühlte sich wahrscheinlich als kompletter Versager. Es gibt eben Menschen, die keinen Weg finden, sich anderen diesbezüglich mitzuteilen, Gefühle zu offenbaren. Unsere Gesellschaft macht es solchen Kindern nicht gerade einfacher. Es ist auch richtig, dass nicht jeder, der am Leben verzweifelt, zum Amokläufer wird. Aber als Amokläufer wird man nicht geboren, sondern man wird dazu gemacht.

Wir sollten die Zeichen der Zeit richtig deuten und mehr auf unsere Kinder und deren seelisches Wohlbefinden achten. Seit dem 11.03.2009 habe auch ich mir mehr Zeit für meine beiden Jungs genommen.

Briefe an die Schule

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