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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Zeitschrift b&w - b&w 2007 - Mai 2007 - Oettinger, Filbinger, Rau

Oettinger, Filbinger, Rau

(b&w 5/07
Seite 45)

Oettinger, Filbinger, Rau und Angebote gegen das Vergessen

Die Diskussion um die Rede des Ministerpräsidenten Günther Oettinger zum Tode von Hans Filbinger in den letzten Wochen hat gezeigt, dass auch Politiker immer noch Schwierigkeiten im Umgang mit dem Thema Nationalsozialismus in Deutschland haben.

Umso wichtiger ist es auf Angebote hinzuweisen, die das Vergessen der Geschichte verhindern. Vor allem sind an unseren Schulen Lehrer mit Rückrat notwendig, die heikle Themen in ihrem Unterricht besprechen können. Hilfreich kann dabei die Einbeziehung von schulexternen Menschen sein, die z.B. Exkursionen in umliegende Gedenkstätten des Nationalsozialismus anbieten (siehe Seite 47 oben in dieser Ausgabe).

„Erinnerungsstätte“ Rastatt

Die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte in Rastatt stellt sich seit Anfang 2004 mit einem erweiterten museumspädagogischen Profil verstärkt in den Dienst des Unterrichts und richtet sich an Schulen ebenso wie an studentische Lerngruppen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Die Angebote für Schulklassen aller Schularten sind auf die jeweiligen Bildungsstandards abgestimmt. Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag von 09.30 bis 17 Uhr, Freitag 9.30 bis 14 Uhr, Samstag geschlossen, Eintritt frei, Arbeitsmaterialien für Schülergruppen werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen unter: www.erinnerungsstaette-rastatt.de oder Tel.: (07222) 77139-0 (Zentrale).

Exkursionen ins KZ

In Offenburg bietet z.B. der ehemalige IG Metall Sekretär Hans-Peter Goergens, seit 1. April Rentner, kostenlose Exkursionen in das KZ Natzweiler-Struthof (ca. 70 km südlich von Strassburg) an, die er vorher mit den Schülern vorbereitet. Kontakt: (0781) 30978, E-Mail: E-Mail-Adresse.

Gunter Haug zu Besuch

Im Buch „Niemands Tochter“ rekonstruiert der ehemalige SWR-Journalist Gunter Haug das Schicksal seiner Großmutter: Das schwere, mutige Leben einer einfachen Frau hinter den Fassaden romantisch verklärter fränkischer Städtchen. Im Tatsachenroman „Niemands Mutter“ beschreibt Haug den harten Lebensweg seiner Urgroßmutter Anna Reingruber, einer Untermagd aus Mittelfranken wie es um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu tausenden gegeben hat. Im neu erschienen Buch „Dieses eine Leben – aufrecht durch dunkle Zeiten“ recherchiert er Leben und Tod des Großvaters seiner Frau, eines aufrechten Demokraten, der von den Nazis umgebracht wurde und als Beispiel für viele steht. Aus einem x-beliebigen Dorf (Kirchardt), dessen Ehrenbürger allerdings immer noch Adolf Hitler heißt. Über seine Bücher diskutiert Gunter Haug auch mit Schulklassen. Haug ist seit März 2005 hauptberuflich als freier Autor, Schriftsteller und Moderator tätig, mit Wohnsitz in Schwaigern (Landkreis Heilbronn). Weitere Infos unter: www.gunter-haug.de, Kontakt: E-Mail-Adresse.

Buchtipp

Die Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden, hat das Buch „Gewaltfrei gegen Hitler? Gewaltloser Widerstand gegen den Nationalsozialismus und seine Bedeutung für heute“ herausgegeben. Das Dogma vom Scheitern des Pazifismus gegenüber faschistischer Gewaltherrschaft wird hier in Frage gestellt. Dazu werden zahlreiche Beispiele erfolgreichen gewaltlosen Widerstands und ziviler Politik gegen den Nationalsozialismus vorgestellt und analysiert: Ansätze, die zeigen, wie auch skrupellose Diktaturen durch gewaltfreien Widerstand zu Fall gebracht werden können. Die Texte im Buch sind politischer „Sprengstoff“, weil sie an den Grundüberzeugungen mehrerer Kriegs- und Nachkriegsgenerationen rütteln. Sie wollen zur Überwindung fatalistischer Kriegsgläubigkeit beitragen. Bezug: Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden, Tel.: (0721) 9529855, E-Mail: E-Mail-Adresse, 117 Seiten, 9 Euro.

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