|  |
 |
| Berufliche Schulen im Prozess der "Operativ Eigenständigen Schule"
(04/08) Der Weg zu eigenständigeren Schulen scheint auch in Baden-Württemberg unumkehrbar. Vorreiter dieser Entwicklung sind die beruflichen Schulen, deren Modellversuch„ Operativ Eigenständige Schule“ beendet ist, und ab Herbst 2007 schrittweise für alle Schulen eingeführt wird - zum Schuljahr 2007/2008 stiegen nahezu 70 Schulen in diesen Prozess ein, der bis 2011 abgeschlossen sein soll.
Es geht im Kern um einen Veränderungsprozess, bei dem größere Eigenständigkeit von Schulen und Qualitätsentwicklung zwei Seiten einer Medaille sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Erstverantwortung der Schule für ihre Erziehungs- und Bildungsarbeit. Leitbild - Selbstevaluation - Fremdevaluation - Zielvereinbarung sind die wesentlichen Etappen auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit und Qualität. Dabei geht es auch darum, eine neue Balance zwischen zentraler und dezentraler Führung und Verantwortung zu finden. Aus Sicht der GEW sind dabei folgende Gesichtspunkte unverzichtbar:
- Um bessere Ergebnisse zu erzielen, bedarf es nicht nur der Evaluation und Zielvereinbarung - entscheidend ist auch die Frage, wie viele Ressourcen zur Verfügung stehen. Solange in der Unterrichtsversorgung noch beträchtliche Dezite bestehen, wird die GEW hartnäckig und konsequent für mehr Ressourcen eintreten. Der Staat darf sich nicht aus seiner Verantwortung, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine hohe Qualität zur Verfügung zu stellen, zurückziehen. Qualität gibt es nicht zum Nulltarif.
- Mehr Eigenständigkeit von Schulen darf nicht dazu führen, dass Bildung zur Ware verkommt und Schulen sich am „Bildungsmarkt“ behaupten müssen. Dies wäre das Ende eines an den Grundsätzen von Chancengleichheit und Gerechtigkeit orientierten Bildungssystems.
- Die Stellung von Schulleiterinnen und Schulleitern wird sich in einer eigenständigeren Schule grundlegend verändern. Hier besteht noch erheblicher Klärungsbedarf. Bisher hat das Kultusministerium einseitig die Schulleitungen gestärkt; jedes Beteiligungsrecht musste mühsam durchgesetzt werden. Schul- und Qualitätsentwicklung aber ist nur gemeinsam mit allen Beteiligten möglich. Wir beobachten auch, dass gelegentlich weit übers Ziel hinaus geschossen wird.
Die GEW wird diesen Prozess kritisch begleiten und sorgfältig darauf achten, dass Veränderungsprozesse nicht ohne und schon gar nicht gegen die Betroffenen umgesetzt werden.
| | |
|
 |  |  |  |  |  |  |