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Themen Allgemein bildende Schulen Bildungspolitik Vergleichsstudien ältere Studien PISA-I 2003 | ||||||
| PISA-I 2003 | ||||||
| Sonderauswertung PISA-2003: Migranten werden abgehängt! (05/06) - Die Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelingt in Deutschland nicht. Während in anderen Ländern Migrantenkinder mit der Aufenthaltsdauer ihre Schulleistungen verbessern, werden sie in Deutschland immer schlechter. Zu diesem Ergebnis kommt die am Montag (15.05.) vorgestellte Auswertung der PISA-Studie unter Migrationsaspekten. Die GEW lehnt den Vorschlag des baden-württembergischen Kultusministers Helmut Rau ab, Migrantenkinder aus Schulen mit hohem Ausländeranteil in andere Schulen zu schicken. "Dies wäre ein Armutszeugnis und keine gelungene Integrationspolitik. Die Schulen in sozialen Brennpunkten müssen so gut ausgestattet werden, dass die Kinder in ihrem Wohnort bzw. Stadtviertel optimal gefördert werden", sagte der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem. Die Sonderauswertung (Originaltitel: „Where Immigrant Students Succeed – a comparative Review of Performance and Engagement from PISA 2003“) lenkt den Blick auf die Situation junger Migranten im Schulsystem. In Deutschland haben mehr als ein Viertel der Menschen bis 25 Jahren einen Migrationshintergrund. Die GEW begrüßt die Sonderauswertung der PISA-Daten, weil dadurch die Möglichkeit eröffnet wird, das Interesse einer breiten Öffentlichkeit auf die besonders schwierige Situation der jungen Migranten im deutschen Schulsystem zu lenken. In den bisherigen PISA-Debatten ist dieser Aspekt immer zu kurz gekommen. Entsprechend wurden schulpolitisch auch keine spezifischen Konsequenzen gezogen. mehr... Kurzfassung der Sonderauswertung in deutscher Sprache lesen/laden:
| Weitere Informationen:![]() Langfassung der Sonderauswertung in englischer Sprache Pressemitteilung GEW Hauptvorstand | ||||||||||||||||||||||||||||
| Meinung - OECD | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Schleicher kritisiert baden-württembergische Reaktion auf PISA (01/05) - "Unüberlegte Vorwürfe von ein paar Regionalpolitikern" nennt der PISA-Koordinator Andreas Schleicher die Kritik des baden-württembergischen Kultusministeriums an seiner Interpretation der PISA-Studie. In einem Interview mit der Mitgliederzeitung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) geht er davon aus, dass auch im Südwesten in einigen Jahren die Schulstruktur auf den Prüfstand gestellt werden wird. Das Interview ist in der Januarausgabe von "bildung und wissenschaft" erschienen. Das vollständige Interview lesen/downloaden: | ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||
| Stellungnahme der GEW zu PISA 2003 (02/05) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bewertet in einer ausführlichen Stellungnahme zur zweiten PISA-Studie die von der OECD verantworteten und durchgeführten internationalen vergleichenden Leistungsstudien als "wichtige Instrumente zur Beobachtung des Bildungssystems in Deutschland. Sie geben detaillierte Hinweise zur Einordnung von Entwicklungstendenzen im internationalen Vergleich. Sie können bei verantwortungsvoller Verwendung für die Entwicklung des Bildungswesens nützlich und hilfreich sein." Die GEW warnt gleichwohl vor der missbräuchlichen Nutzung der Studien und benennt die damit verbundenen Risiken, wie z.B. die Gefahr der Ökonomisierung von Bildung. In der Stellungnahme wird u.a. gefordert, die grundsätzliche Entwicklungsrichtung des Schulwesens zu klären und mit dem Umbau zu einem integrativen Schulsystem zu beginnen. Die vollständige Stellungnahme lesen/downloaden:
| Mehr zu PISA:![]() ![]() ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||
| Mit grundlegenden Strukturreformen zu besseren Leistungen: PISA-"Aufsteiger" Polen (12/04) - Nach nahezu jeder Schulleistungsstudie bestätigt sich die Mittelmäßigkeit des deutschen Bildungssystems. In schöner Regelmäßigkeit üben sich die Kultusministerien in Rechtfertigung und Beschwichtigung: Bildungsreformen bräuchten Zeit, ihre Wirkungen könnten sich immer nur langfristig entfalten. Diese Aussage ist sicher nicht ganz falsch, sie ist als Begründung für die anhaltend unzureichenden Verbesserungen des Leistungsniveaus oder gar der sich verstärkenden Ungerechtigkeit und fehlenden Chancengleichheit im Bildungswesens allerdings nur begrenzt akzeptabel. Dies zeigt die Entwicklung des Bildungssystems in Polen. 1999 leitete Polen umfassende Strukturreformen ein, die sich unter der Leitlinie "länger gemeinsam lernen" zusammenfassen lassen. Ergebnis: In kürzester Zeit konnten ernorme Verbesserungen des Leistungsniveaus erzielt werden! mehr... | Mehr Informationen:![]() | ||||||||||||||||||||||||||||
| Endlich Mittelmaß! Zu den Ergebnissen der PISA2003-Studie (12/04) - Wiederum belegen die Ergebnisse, dass in keinem anderen vergleichbaren Industriestaat der Welt der Schulerfolg so abhängig vom Familieneinkommen und der Vorbildung der Eltern wie in Deutschland ist. Das deutsche Schulsystem versagt bei der Förderung von Kindern aus Arbeiter- und Migrantenfamilien. Erneut erschreckend hoch ist auch der Anteil so genannter Risikoschüler. Fast jeder Vierte 15-Jährige in Deutschland kann selbst einfachste Texte nicht verstehen und nur auf Grundschulniveau rechnen. PISA-Berichte und weitere Informationen Zwei Kurzfassungen und eine Langfassung (Entwurf) der PISA-Studie 2003 in deutscher Sprache können auf der PISA-Homepage der OECD herunter geladen werden. hier... Eine ausführliche Presseschau und erste Kommentierungen stellt der GEW-Hauptvorstand und das Internetportal "Bildung Plus" auf ihren Internetseiten zur Verfügung. Zitate aus dem PISA-Bericht der OECD Aufsteiger Polen "Die mit Abstand größten Leistungssteigerungen verzeichnete Polen, das als einziger Staat in allen vier Leistungsbereichen zulegte, für die Veränderungen berechnet werden können. Die Steigerung der Durchschnittsleistung in Polen ist dabei hauptsächlich einer Verbesserung am unteren Ende der Leistungsverteilung zuzuschreiben (d.h. dem 5., 10. und 25. Perzentil). [...] Diese Veränderung hängt möglicherweise mit weitreichenden Reformen des Bildungssystems seit 1999 zusammen. (Seite 7 der Briefing Note)" Leistungen unterhalb des Erwartbaren "In der Gesamtwertung Mathematik sowie in den Bereichen naturwissenschaftliche Grundbildung und Lesekompetenz erreicht Deutschland Leistungswerte, die sich vom OECD-Durchschnitt nicht signifikant unterscheiden. Die Leistungswerte liegen aber deutlich unter dem Erwartungswert für Deutschland, der sich ergibt, wenn man den in Deutschland überdurchschnittlichen Bildungsstand in der Erwachsenenbevölkerung sowie den gesamtwirtschaftlichen Hintergrund berücksichtigt." (Seite 8 ebd.) Optimierung ausgereizt "Die Resultate legen große Zweifel nahe, dass wesentliche Verbesserungen in Bezug auf die Chancengerechtigkeit des Bildungssystems, und damit auch der Gesamtleistung, allein durch die weitere Optimierung des bestehenden gegliederten Bildungssystems erzielt werden können." (Seite 10 ebd.) Gegliedertes Schulsystem "Die Analysen auf internationaler Ebene zeigen, dass Staaten mit einem gegliederten Bildungssystem deutlich größere Kompetenzunterschiede zwischen den Schulen zu verzeichnen haben, als dies in Ländern mit ungegliederten Schulsystemen der Fall ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass hierbei das Alter, von dem an differenziert wird, einen noch größeren Einfluss besitzt als der Grad der Differenzierung nach Schulformen. Je früher die Zuordnung auf die verschiedenen Schulformen stattfindet, desto größer ist der Varianzanteil, der auf Unterschiede zwischen den Schulen zurückzuführen ist. Allein über das Alter der Differenzierung lassen sich 50% der Varianz zwischen den Schulen erklären. " (Seite 12 ebd.) | Mehr Informationen:![]() ![]() Bier für Bildung PM GEW BW 07.12.04 Schulreform mit Oettinger? PM GEW BW 06.12.04 "KiTa-PISA" | ||||||||||||||||||||||||||||
| Erste Wertung | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Ungerechtigkeit im Schulsystem wird größer (06/12/04, Ffm) - Die GEW sieht keinen Grund zur Entwarnung mit Blick auf die leicht verbesserten Ergebnisse deutscher Schülerinnen und Schüler bei PISA 2003. „Deutschland spielt weiter in der zweiten Liga. Das größte Problem ist jedoch: Die Ungerechtigkeit in unserem Schulsystem nimmt weiter zu. Zwar haben Schüler vor allem an Gymnasien in Mathematik etwas bessere Ergebnisse erzielt. Schwächere Schüler sind jedoch auf dem niedrigen Leistungsniveau geblieben“, sagte GEW-Schulexpertin Marianne Demmer am Sonntag in Frankfurt a.M.. Es sei ein offenes Geheimnis, dass gerade an Gymnasien für den PISA-Test fleißig trainiert und wohl auch verschärft ausgesiebt worden ist, erklärte Demmer die Leistungszuwächse in der Spitze. Trotzdem hätten deutsche Schüler gegenüber den Spitzenländern über ein Schuljahr Leistungsrückstand. Auch die Gruppe auf der höchsten Kompetenzstufe liege nur im OECD-Durchschnitt. mehr ... | Mehr Förderunterricht! PM GEW BW 22.11.04 | ||||||||||||||||||||||||||||
| Neuerungen (international) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Neuerungen der PISA 2003-Studie (internationale Studie der OECD) (11/04) - Die Organisationsstruktur auf internationaler Ebene ist im wesentlichen unverändert geblieben. PISA 2003 deckt die Kompetenzbereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sowie Problemlösen als CCC-Komponente ab, nun mit Mathematik als Schwerpunktgebiet. Die Zielpopulation der 15-Jährigen blieb gleich. PISA 2003 bot als internationale Option eine zusätzliche schuljahrgangsbezogene Erhebung an. Das erlaubte z.B. vollständige Klassen in die Stichprobe einzubeziehen. Wie in PISA 2000 wurden zentrale demographische Daten und einige Indikatoren des sozialen und familiären Hintergrunds erhoben. Im Blickpunkt standen Schülermerkmale, die für die Auseinandersetzung mit Mathematik bedeutsam werden (z.B. mathematikbezogene Motivation und Lernstrategien). Auch der Fragebogen zum Schulkontext, der von der Schulleitung 2003 auszufüllen war, erhielt eine mathematikspezifische Akzentuierung. Die vollständige Konzeption der internationalen PISA 2003-Studie finden Sie auf der Homepage der OECD (nur in Englisch). Klicken Sie hier... ![]() | |||||||||||||||||||||||||||||
| Neuerungen (national) | ||||||||||||||||||||||||||||||
| Neuerungen der PISA 2003-Studie (nationale Ergänzung) (11/04) - Das deutsche PISA-2003-Konsortium ist aus dem Konsortium PISA 2000 hervorgegangen und bildet in leicht veränderter Besetzung (z. B. Verstärkung im Bereich Mathematik) wiederum ein zentrales Element in der nationalen Organisationsstruktur. Auch im zweiten Zyklus hat das deutsche Konsortium die internationale Untersuchung durch eine Reihe von nationalen Optionen ergänzt. Wie 2000 gab es auch 2003 an allen PISA-Schulen einen zweiten Testtag für ergänzende nationale Leistungstests und Fragebogen. Eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern bearbeitet schließlich an einem dritten Testtag computergestützte Tests zum Problemlösen. Zusätzlich wurden differenzierte Untersuchungen von Unterrichtsbedingungen und fachspezifischen Voraussetzungen auf der Schüler- und Lehrerseite im Schwerpunktgebiet Mathematik bei kompletten neunten Klassen im Rahmen eines Längsschnittdesigns durchgeführt. Im Jahr 2004 wurden in den 10. Klassen (außer in Hauptschulen) Kompetenzmessungen und Bedingungserhebungen im Bereich Mathematik durchgeführt. Dies trägt dazu bei, Erklärungsmodelle für Kompetenzentwicklung unter Unterrichtsbedingungen prüfen zu können. (Informationen des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften, welches federführend den zweiten PISA-Zyklus durchführte). Wie das Kultusministerium auf eine Landtagsanfrage hin mitteilte, gingen insgesamt 220 Schulen in Deutschland in die internationale Stichprobe ein. Der länderinterne Vergleich PISA-E erweitert die Stichprobe auf 1.500 Schulen, davon 79 aus Baden-Württemberg. Die Ergebnisse des 2. PISA-Zyklus werden am 06. Dezember 2004 vorgestellt (internationaler Bericht), der Ländervergleich wird für September 2005 erwartet. mehr... | Weitere Informationen:![]() ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||
| Rückblick | ||||||||||||||||||||||||||||||
| 3 Jahre nach PISA - GEW zieht Bilanz (10/04) - Drei Jahre "nach PISA" und wenige Wochen "vor PISA" - im Dezember 2004 erscheint PISA 2004 mit dem Schwerpunkt Mathematik - zieht die GEW Zwischenbilanz: Was ist in Deutschland seit Veröffentlichung der Ergebnisse von PISA 2000 geschehen, als die internationale Vergleichsstudie dem deutschen Schulsystem wenig schmeichelhafte, zum Teil deprimierende Ergebnisse bescheinigte. Welche Maßnahmen wurden in den Bundesländern ergriffen, was hat sich an den Bildungseinrichtungen konkret verändert? Die getesteten Fünfzehnjährigen bewegten sich bekanntlich leistungsmäßig nur im Mittelfeld. Aber der eigentliche PISA-Skandal: Das deutsche Schulsystem nimmt nur in einer Hinsicht eine Spitzenposition ein, nämlich wenn es um Auslese und Benachteiligung durch die soziale Herkunft geht. Kinder aus "bildungsarmen" Familien haben im deutschen Bildungssystem wenig Chancen auf Ausgleich ihrer Benachteiligung. Doch was noch schlimmer ist: ab dem fünften Schuljahr verschärft das System selbst als Folge der frühen Selektion die Benachteiligung statt sie abzubauen. mehr... | ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||