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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Presse - Pressemitteilungen 2006 - Jan. - März 2006 - PM 02/06: Unterrichtsbeginn

PM 02/06: Unterrichtsbeginn

16.01.06: Der Unterricht beginnt in der Tiefschlafphase der Kinder

GEW begrüßt Oettingers Initiative für späteren Unterrichtsstart

Stuttgart – In Baden-Württemberg müssen aufgrund des frühen Unterrichtsbeginns manche Kinder und Jugendliche schon vor 6 Uhr das Haus verlassen, damit sie zur ersten Stunde in der Schule sind. "Jeden Morgen sitzen viele gähnende Kinder unausgeschlafen in den Klassenzimmern. Der Schulunterricht beginnt bei uns unvernünftig früh. Für gute Lernerfolge brauchen wir aber aufgeweckte Kinder, die ausgeschlafen sind", sagte am Montag (16.01.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Bildungsgewerkschaft begrüßt Ministerpräsident Günther Oettingers Vorschlag, mit dem Unterricht später zu starten.

Schlafforscher bestätigen die Erfahrungen vieler Lehrer/innen, dass zum Unterrichtsbeginn nur schwer sinnvolles Lernen möglich ist. Die Leistungskurve vieler Kinder zeige um 8 Uhr noch ein Tief wie um Mitternacht auf. Eine GEW-Umfrage ergab 2005, dass viele Schulen bereits um 7.30 Uhr mit dem Unterricht beginnen. Einige beginnen sogar schon um 7.15 Uhr.

Wegen der langen Fahrwege in ländlichen Regionen sind manche Kinder über eine Stunde unterwegs, bis sie in der Schule ankommen. "Die langen Fahrtzeiten sind auch eine Folge des dreigliedrigen Schulsystems. Damit Gymnasiasten und Berufsschüler kurz vor 8 Uhr in den oft bis zu 50 Kilometern entfernten Schulen sind, müssen die Schulbusse früh starten. Die Grundschüler mit den kürzesten Schulwegen werden teilweise schon kurz nach 7 Uhr vor den Schultüren abgesetzt“, so Dahlem.

Die GEW unterstützt die Vorschläge, mit dem Unterricht wie in den meisten europäischen Ländern später zu beginnen. "Der frühe Unterrichtsbeginn ist eine Folge der antiquierten Halbtagsschule. Voraussetzung für einen späteren Start in den Mathe- oder Deutschunterricht sind Ganztagsschulen, in denen Unterricht und Erholungsphasen sinnvoll über den Tag verteilt werden. Außerdem fehlt es an Betreuungsangeboten wie Horten, in denen die Kinder vor Schulbeginn gehen können, wenn die Eltern bereits zur Arbeit müssen", so Dahlem.


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