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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Presse - Pressemitteilungen 2008 - Jan.-März 2008 - PM 07/08: Elternproteste

PM 07/08: Elternproteste

25.01.08: Unterrichtsausfall: 4 Prozent sind zu viel

GEW unterstützt Elterninitiativen für mehr Lehrer/innen

Stuttgart/Heilbronn – Heute Abend protestieren in 17 Städten Baden-Württembergs Eltern, Schüler/innen und Lehrer/innen mit Lichterketten für kleinere Klassen und bessere Förderung von Kindern und Jugendlichen. Die GEW unterstützt die Elternproteste für kleinere Klassen und bessere Unterrichtsversorgung. Der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem wird auf der Kundgebung in Heilbronn sprechen.

„Bis zu fünf Prozent Unterrichtsausfall sind im selbst ernannten Kinderland Baden-Württemberg ein Skandal. Die CDU/FDP-Landesregierung ist mit dem Versprechen angetreten, die Lernbedingungen zu verbessern. Stattdessen erleben Eltern täglich, dass ihre Kinder früher vor der Haustüre stehen, weil ausfallender Unterricht nicht vertreten werden kann. Wenn Kultusminister Helmut Rau sich schon damit zufrieden gibt, dass es seit 2005 nicht schlimmer geworden ist, ist das eine Ohrfeige für alle Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern“, sagte am Freitag (23.01.08) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Proteste der Initiative „Schule mit Zukunft“ sind in Aalen, Bopfingen, Bruchsal, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Lörrach, Mannheim, Mössingen, Offenburg, Rastatt, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Sindelfingen, Stuttgart, Tübingen und Ulm geplant.


5.000 Stellen für ständige Lehrerreserve

Die GEW appelliert an die Landesregierung, kurzfristig weitere Lehrerinnen und Lehrer einzustellen. Die Bildungsgewerkschaft hat in einer Studie errechnen lassen, dass Baden-Württemberg 5.000 Lehrer/innen für eine ständige Lehrerreserve bräuchte, damit kein Unterricht mehr ausfällt. Derzeit gibt es dafür 1.250 Lehrkräfte.


Arbeitsgemeinschaften werden beim Unterrichtsausfall nicht gezählt

Die Stichprobe Unterrichtsausfall des Kultusministeriums hatte im November 2007 ergeben, dass mit 4,3 Prozent am meisten Pflichtunterricht an den Gymnasien, am wenigsten an den Grundschulen mit 0,9 Prozent ausfiel. Die beruflichen Schulen erreichten einen Wert von 3,4 Prozent und die Realschulen 3,8 Prozent.

Die GEW weist darauf hin, dass in der Stichprobe Unterrichtsausfall nicht die zusätzlichen Angebote wie Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften erfasst wurden. „Um den Pflichtunterricht zu sichern, wurden an den Schulen Arbeitsgruppen und Förderunterricht gestrichen, oft mussten Klassen zusammengelegt werden“, so Dahlem.

Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass Klassenzusammenlegungen oder Stillarbeit nicht als Unterrichtsausfall gezählt werden. 2005 kamen zu durchschnittlich 3,1 Prozent Unterrichtsausfall noch 3,9 Prozent hinzu, sodass tatsächlich in 7 Prozent aller Unterrichtsstunden kein regulärer Unterricht gegeben werden konnte. An den Beruflichen Schulen gibt es außerdem zusätzlich ein strukturelles Unterrichtsdefizit, für 4,4 Prozent der Unterrichtsstunden erhalten die Schulen keine Lehrerstellen.


Beispiele aus dem Internetportal Unterrichtsversorgung

„In der Klasse meines Sohnes (Unterstufe Gymnasium) fällt das Fach Naturphänomene dauerhaft aus, weil die Schule keinen Vertretungslehrer findet. Warum werden nicht zum Schuljahresbeginn nicht mehr Vertretungslehrer für alle Fächer eingestellt?“

„Seit Schuljahresbeginn wurde bei unserem Sohn (Gymnasium, 5. Klasse) nur in einer Woche regulär Unterricht erteilt. Bis zu den Herbstferien gab es zum Beispiel keine einzige Stunde Musik.“ (19.12.07)

„Eine Frechheit, dass Minister Rau verlauten lässt, der Pflichtunterricht sei gesichert; der blanke Hohn, wenn ich an unserer Schule schaue.“


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