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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Presse - Pressemitteilungen 2004 - Jan. - Mär. 2004 - PM 1/04: Schülerbeförderung

PM 1/04: Schülerbeförderung

8.1.04: Verstecktes Schulgeld für Landkinder


GEW wendet sich gegen Schülerbeförderungskosten

Stuttgart - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg fordert die Landkreise in Baden-Württemberg auf, die Eltern von Förder- und Grundschülern nicht zusätzlich mit Fahrtkosten zu belasten. Ab 2004 müssen die Eltern in zahlreichen Landkreisen bis zu 28,50 Euro im Monat dafür bezahlen, dass sie ihre Grundschulkinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Nachbargemeinde schicken müssen. "Die Schüler/innen in der ersten Klasse sind kaum größer als ihre Schulranzen, müssen früh aufstehen und mit Bussen in die Schule gekarrt werden. Gute Lernbedingungen sehen anders aus", sagte Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der GEW am Dienstag (13.1.) in Stuttgart.

"Mit solchen Sparbeschlüssen nach der Rasenmähermethode verabschieden sich die Landkreise von einer familienfreundlichen Politik. Bei Eltern mit mehreren schulpflichtigen Kindern summieren sich die Kosten. Das Fahrtgeld für weiterführende Schulen tragen die Eltern sowieso, jetzt kommt die Schülermonatskarte für Grundschüler dazu. Zudem werden Familien, die auf dem Land leben, durch dieses verdeckte Schulgeld doppelt benachteiligt. Sie haben keine Schule im Ort und müssen zudem noch dafür bezahlen, dass ihre Kinder die oft langen Schulwege in Kauf nehmen müssen", sagte Dahlem.

Zuständig für die Schülerbeförderung sind die Stadt- und Landkreise. Das Land Baden-Württemberg hat seine Zuschüsse schon 1997 gedeckelt. In vielen Landkreisen wehren sich die Eltern mit Protestaktionen gegen die Schülerbeförderungskosten. Einige Kreistage haben daraufhin bereits den Fahrtkostenanteil zumindest gesenkt. Durch die Steuerreform der Bundesregierung drohen den Eltern in den nächsten Jahren weitere Kosten. Die bisher bestehenden Ansprüche der Verkehrsbetriebe auf Landeszuschüsse im Ausbildungsverkehr sollen 2004 um zehn, 2005 um 20 und 2006 um 30 Millionen Euro gesenkt werden. Insgesamt wurden vergangenes Jahr über 200 Millionen Euro für den Ausbildungsverkehr gezahlt.




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