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PM 18/10 Ansturm protestierender Lehrkräfte bei GEW-Fachtagung

Fach- und Techn. Lehrer/innen sind MEHR WERT!

Ansturm protestierender Lehrkräfte bei GEW-Fachtagung

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW protestiert gegen die bundesweit einmalige Benachteiligung von Fach- und Technischen Lehrer/innen in Baden-Württemberg. „Fachlehrerinnen und –lehrer sowie Technische Lehrerinnen und –lehrer wissen, was es bedeutet, wenn auf Kosten der Bildung Haushaltslöcher gestopft werden. Sie haben die niedrigsten Gehälter, die höchste Unterrichtsverpflichtung und werden noch zusätzlich von der Landesregierung durch einen Beförderungsstau bestraft,“ sagte am Samstag (20.03.) in Stuttgart die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. 400 statt der erwarteten 250 Fachlehrer/innen (FL) und Technischen Lehrer/innen (TL) nehmen heute (20.03.) an einer landesweiten Fachtagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg teil.

Im Südwesten gibt es 5372 Fachlehrer/innen an Grund-, Haupt-, Real-, und Sonderschulen sowie in Schulkindergärten und Grundschulförder-klassen. 3179 Technische Lehrer/innen arbeiten an Sonderschulen und Beruflichen Schulen.

Wartezeiten für Beförderungen verkürzen
Obwohl sich die Aufgaben der Fachlehrer/innen und Technischen Lehrer/innen kaum noch von denen der anderen Lehrkräfte unterscheiden, haben sie eine bis zu fünf Stunden höhere Unterrichtsverpflichtung und verdienen etwa 1000 Euro weniger. Und statt der gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeiten für Beförderungen von 3-5 Jahren liegen die Wartezeiten derzeit zwischen 9 und 15 Jahren.

Beförderung erst kurz vor dem Ruhestand
„Wo gibt es ein Unternehmen, das bis kurz vor dem Ruhestand mit Beförderungen wartet. Wer Qualität in Bildungseinrichtungen will, muss seinen Beschäftigten auch zeigen, dass ihre Arbeit ernst genommen und geschätzt wird“, sagte Margit Stolz-Vahle, Vorsitzende der Landesfachgruppe Fachlehrer/innen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg macht sich im Rahmen eines Stufenplans für den Abbau des Beför-derungsstaus stark. Statt der 150 neuen Beförderungsstellen soll der Landtag 1.000 Stellen pro Jahr in den Landeshaushalt einstellen, so dass nach drei Jahren dann alle Fachlehrer/innen und Technischen Lehrer/innen die ihnen zustehende gesetzliche Beförderung erhalten würden.

„Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland, das Fachlehrer/innen und Techn. Lehrer/innen beim Einstieg nur nach Besoldungsgruppe A 9 bezahlt. Zudem gibt es derzeit nur für diese Lehrergruppe einen Beförderungsstau. Es ist in höchstem Maße ungerecht, wenn für die Haushaltskonsolidierung ausgerechnet die Gruppen mit der geringsten Bezahlung herhalten müssen“, sagte Stolz-Vahle.
Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten.

Am Vormittag der heutigen Tagung werden Vertreter/innen aller Landagsfraktionen Stellung nehmen zu den Forderungen der Fach- und Technischen Lehrer/innen nach Angleichung ihres Deputats, Abschaffung des Beförderungsstaus, Einrichtung von Weiterqualifizierungen etc.. An der Debatte beteiligen sich Volker Schebesta (CDU), Norbert Zeller (SPD), Renate Rastätter (Grüne) und Birgit Arnold (FDP).
Am Nachmittag stehen den Teilnehmer/innen insgesamt acht „Infoinseln“ zur Verfügung. Die Themen sind unter anderem: Rechte und Pflichte von angestellten Lehrkräften, Laufbahnen und Beförderungen, Lehrereinstellung, Weiterqualifizierung, Umgang mit Belastungen. Ziel der Referentinnen und Referenten aus der Praxis ist es, die Teilnehmer/innen über die beruflichen und persönlichen Aspekte ihres speziellen Status zu informieren und ihnen zu helfen, schwierige Situationen noch besser zu bewältigen.


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