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PM 23/11: Schluss mit den Bildungs-Dauerbaustellen

05.04.11 Schluss mit den Bildungs-Dauerbaustellen

GEW: Bildung neu denken – 10. Schuljahr für alle Hauptschulen

Stuttgart -Für ein Ende der „Bildungs-Dauerbaustellen“ setzt sich die Bildungsgewerkschaft GEW ein. „Wir erwarten von der grün-roten Landesregierung, dass sie unser Bildungssystem von den KiTas bis zu den Volkshochschulen auf neue Füße stellt. 15 Jahre lang hat schwarz-gelb ständig neue Bildungs-Baustellen eröffnet und auf Kosten der Kinder und Jugendlichen immer wieder bildungspolitischen Aktionismus betrieben. Grüne und SPD sollten ein stabiles Fundament schaffen und klare Ziele anstreben, auch wenn diese nicht in einer Legislaturperiode zu erreichen sind“, sagte am Dienstag (05.04.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Geld, das in unzählige Schulversuche und Projekte wie das Schulreife Kind gesteckt wurde, könne eingesammelt und effektiver in einen gezielten Umbau von Bildungseinrichtungen gesteckt werden.

„Bildung neu denken“ lautet das Motto der GEW für die neue Landesregierung. „Ziel aller Maßnahmen muss es sein, mehr Chancengleichheit zu schaffen. Es wäre ein großer Erfolg, wenn Baden-Württemberg in einigen Jahren in der bundesweiten Statistik nicht mehr das Land ist, in dem am stärksten der Bildungserfolg vom Geldbeutel der Eltern abhängt“, sagte Moritz. Dazu schlägt die GEW unter anderem die verbindliche Umsetzung des Orientierungsplans in den Kindertageseinrichtungen, die Schaffung von Gemeinschaftsschulen als Modellschulen, den Stopp der offenen Ganztagsschulen zugunsten echter Ganztagsschulen sowie einen neuen Schulentwicklungsplan vor. Die letzte Planung für alle Schulstandorte in Baden-Württemberg gab es in den 70er Jahren.

Als eine der ersten Aufgaben für den/die neue/n Kultusminister/in nennt die GEW-Chefin die Reform der Werkrealschule. „Bundesweit schütteln Bildungsexperten den Kopf über den Versuch, mit der Werkrealschule die veraltete Schulstruktur zu retten. Die Landesregierung kann jetzt dafür sorgen, dass an allen Hauptschulen das zehnte Schuljahr eingeführt wird und verhindern, dass die Werkrealschüler auf verschiedene Schulstandorte aufgeteilt werden. Statt die Jugendlichen zwischen Werkrealschule und Berufsfachschule pendeln zu lassen, sollten sie besser in ihrer stabilen Gruppe gut gefördert werden. Das wäre die beste Berufsvorbereitung“, sagte Moritz. Einig ist sich die Bildungsgewerkschaft mit grün-rot über die Abschaffung der Grundschulempfehlung und der Studiengebühren sowie den Erhalt aller frei werdenden Lehrerstellen.


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 PK_GEW-Moritz-110405.pdf
 Rede Landesvorsitzende


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