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PM 32/10 Landesweiter Warnstreik angestellter Lehrer/innen

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PM 32/10 Landesweiter Warnstreik angestellter Lehrer/innen

800 Euro weniger für die gleiche Arbeit

GEW: Verschärfung des Lehrermangels durch schlechte Bezahlung

Stuttgart – Gut 1.000 angestellte Lehrer/innen sind am 4. Mai dem Warnstreik-Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gefolgt. An der zentralen Kundgebung in Karlsruhe nahmen etwa 700 Streikende teil, weitere 300 verbeamtete Lehrkräfte unterstützen ihre Kolleg/innen.

„Die Landesregierungen in allen Bundesländern produzieren Lehrermangel, so lange sie versuchen, gute Bildung mit Beschäftigten zweiter Klasse zu erreichen. Wie soll der Lehrerberuf attraktiv bleiben, wenn in Baden-Württemberg 10.000 und bundesweit mehr als 200.000 Lehrkräfte an staatlichen Schulen keinen Tarifvertrag haben, der ihre Eingruppierung regelt. Angestellte Lehrkräfte haben im Monat 600 bis 800 Euro weniger auf ihrem Konto als Beamte“, sagte am Dienstag (04.05.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Zu der Kundgebung in Karlsruhe waren auch Streikende aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland gekommen. Neben Doro Moritz sprach der GEW-Landesvorsitzende Rheinland–Pfalz, Klaus-Peter Hammer, und die stellvertretende baden-württembergische DGB-Vorsitzende Marion von Wartenberg in Karlsruhe.

„Seit 50 Jahren werden angestellte Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte durch die Arbeitgeber ohne Beteiligung der Gewerkschaften eingruppiert. Das muss endlich ein Ende haben!“ sagte der Landesvorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer auf der Kundgebung in Karlsruhe. „Für die GEW ist es unredlich, wenn die Arbeitgeber der Länder die gewerkschaftlichen Forderungen nach einem Tarifvertrag als zu teuer zurückweisen. Allein die Einkommensverluste der seit 2006 von ihnen neu Eingestellten dürften schon jetzt mehr als eine Milliarde Euro betragen! Gute Bildung ist MehrWert!“

 
Hintergrund:

Derzeit verhandelt die GEW mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) erstmals über einen eigenständigen Eingruppierungstarifvertrag für diese Beschäftigten (Lehrer-Entgeltordnung – L-EGO). Am 28. April endete die fünfte Verhandlungsrunde erneut ohne Ergebnisse. In den Verhandlungen geht es auch darum, die großen Unterschiede in der Netto-Bezahlung zwischen Angestellten und verbeamteten Lehrer/innen auszugleichen. Derzeit gehen angestellte Lehrer/innen im Durchschnitt mit 600 bis 800 Euro weniger in der Tasche „nach Hause“ als ihre verbeamteten Kolleg/innen. Bisher wurde die Bezahlung der angestellten Lehrkräfte einseitig durch die Finanzminister der Bundesländer bestimmt. Die Entgeltordnung für Lehrkräfte wird die Reformen der Besoldungsstruktur der Beamt/innen beeinflussen. Von den Ergebnissen wird auch die künftige Attraktivität des Lehrerberufs abhängen. Die Bildungsgewerkschaft GEW befürchtet eine Verschärfung des Lehrermangels an mehreren Schularten. In dieser Woche sind bundesweit weitere Aktionen geplant.



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