|
Aktuell Presse Pressemitteilungen 2005 Apr. - Jun. 2005 PM 33/05: Ganztagsschule | ||||||
| PM 33/05: Ganztagsschule | ||||||
| 24.05.05: Vormittags Schule – nachmittags Spiel und Spaß? GEW: Ganztagsschulen brauchen ein pädagogisches Konzept Stuttgart – „Der Ausbau von Ganztagesangeboten bietet die einmalige Chance, die Struktur des Schultages so zu verändern, dass Lern- und Erholungsphasen sich sinnvoll ergänzen und die Schulen die Möglichkeit haben, endlich den 45-Minuten-Takt zu überwinden. Dazu muss die Landesregierung ein seriöses Finanzierungskonzept vorlegen“, sagte am Dienstag (24.05.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die GEW schlägt außerdem vor, die ungleiche Verteilung der Bundesmittel für neue Ganztagsschulen nach dem sogenannten „Windhundprinzip“ zu korrigieren. Während im Regierungsbezirk Südwürttemberg 20,3 Prozent der Schulen Bundesmittel erhalten sollen, sind es in Nordwürttemberg 11,1, in Nordbaden 6,8 und in Südbaden nur 6,1 Prozent der insgesamt 5.301 antragsberechtigten Schulen. „Die große Zahl der Anträge zeigt, dass Schulträger, Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler schneller sind als die Landesregierung. Das Land Baden-Württemberg muss zusätzliche Mittel für den Ausbau von Ganztagesangeboten bereit stellen, damit auch die Schulen, die Anträge gestellt haben, ihre Angebote entsprechend entwickeln und einrichten können“, sagte Dahlem. Die GEW lehnt Oettingers Vorschläge ab, Ganztagesschulen nur mit ehrenamtlichen „Jugendbegleitern“ und als freiwilliges Angebot einzurichten. „Ganztagsschule ist mehr als vormittags Unterricht wie gehabt, anschließend Suppenküche und am Nachmittag ein bisschen Betreuung für diejenigen, die das wollen. Wir wollen bessere Schulen und dafür brauchen wir auch zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer“, so Dahlem. Die Bildungsgewerkschaft schlägt vor, durch Schülerrückgang freiwerdende Lehrerstellen für den Ausbau von Ganztagsschulen zu verwenden. In einem ersten Schritt sollen 25 Prozent der Schulen zu Ganztagsschulen ausgebaut werden. Pro Schulklasse sollen fünf Wochenstunden zusätzlich angeboten werden. Dafür wären 2.600 zusätzliche Lehrer/innenstellen notwendig. Einige Zahlen: 2.600 Stellen für 1/4 der Schulen Von den 4.200 Schulen in Baden-Württemberg sind derzeit etwa 500 Ganztagsschulen. Nur 17 der 2.500 Grundschulen sind Ganztagsschulen. Vor dem Start der IZBB-Initiative gab es 182 Ganztagsschulen, die von der Landesregierung auch mit zusätzlichen Lehrer/innenstellen unterstützt werden. Baden-Württemberg erhält über die IZBB-Förderung 528 Millionen Euro für die Jahre 2003 bis 2005. Diese Mittel werden zu 90 Prozent als Zuschüsse für bauliche Maßnahmen an Schulen vergeben. Die restlichen 10 Prozent müssen von den Kommunen getragen werden. Die Landesregierung weigert sich, die neuen Ganztagesschulen mit zusätzlichem Personal zu unterstützen. 2005 haben sich 508 Schulen um die Fördergelder beworben. Die Zuschüsse in Baden-Württemberg werden nach dem zeitlichen Eingang der Anträge(„Windhundprinzip“) verteilt. Inhaltliche Aspekte wurden nicht berücksichtigt. Voraussichtlich werden 2005 nur 159 Schulen Zuschüsse erhalten. Um die Vorhaben der 349 weiteren Schulen finanzieren zu können, würden mindestens 319 Millionen Euro benötigt. Die GEW hat in der „Lehrerbedarfsprognose 2015“ für eine erste Ausbaustufe der Ganztagsschulen einen zusätzlichen Lehrerbedarf von 2.600 Stellen errechnet. Jede Schulklasse würde dadurch fünf Wochenstunden zusätzlich erhalten. Mit den 2.600 neuen Stellen könnten an 25 Prozent der Grundschulen und der Schulen der Sekundarstufe I Ganztagsangebote geschaffen werden. Die Bildungsgewerkschaft schlägt vor, die rückläufigen Schüler/innenzahlen als Chance zu nutzen und mit den frei werdenden Mitteln dem Ausbau der Ganztagsschulen hohe Priorität einzuräumen. Ganztagsschulen brauchen auch Schulsozialarbeit. Die GEW appelliert deshalb an Ministerpräsident Oettinger, die Kürzungen der Landeszuschüsse rückgängig zu machen. Ab September 2005 sollen 230 Schulen keine finanzielle Unterstützung des Landes für ihre Schulsozialarbeiter/innen mehr bekommen. Im Schuljahr 2003/2004 wurden diese noch mit 2,18 Millionen Euro und im Schuljahr 2004/2005 mit 1,1 Millionen Euro gefördert. | Pressemitteilungen 2005 zurück...
Weitere Informationen | |||||||||||||||||