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PM 36/09 ErzTag

16.05.09: 270 Erzieher/innen aus Südbaden wehren sich gegen krankmachende Arbeitsbedingungen - Salomon unter Druck

GEW: Große Zustimmung zum Streik

270 Erzieher/innen aus südbadischen Kindertageseinrichtungen machten sich am Samstag (16.05.) in Freiburg für einen Gesundheitstarifvertrag stark. Auf der 4. Fachtagung für sozialpädagogische Berufe der Bildungsgewerkschaft GEW wurde heftige Kritik am Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) laut, der für die baden-württembergischen Arbeitgeber in der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) sitzt.

"Wenn die Arbeitgeber nichts gegen die schlechten Arbeitsbedingungen tun, dann müssen wir streiken. Damit handeln wir auch im Interesse der Kinder und Eltern, die wie wir wollen, dass Erzieherinnen und Erzieher mehr Zeit für die Förderung haben", sagte am Samstag (16.05.) Klaus Willmann, Geschäftsführer der GEW Südbaden. Um den Forderungen von GEW und ver.di nach einem tarifvertraglichen Gesundheitsschutz Nachdruck zu verleihen, plant die GEW landesweit weitere Streiks in den kommunalen Kindertageseinrichtungen.

Erzieher/innen leiden seit Jahren unter immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen. Berufstypische Gesundheitsrisiken wie hoher Lärm und körperliche Belastungen, führen häufig zu Rückenschmerzen. Die mangelhafte Personalausstattung hat zur Folge, dass die Beschäftigten zunehmend an psychosomatischen Krankheitsbilder wie Schlafstörungen und Erschöpfungszustände leiden.

Zugleich verhandeln GEW und ver.di mit der VKA über einen neuen Eingruppierungstarifvertrag, der eine bessere Bezahlung im Sozial- und Erziehungsdienst sicherstellen soll. "Herr Salomon, sie als Verhandlungsführer der Arbeitgeber haben dafür Sorge zu tragen, dass für die anspruchsvolle und ausgezeichnete Arbeit, die unsere Erzieherinnen und Erzieher für die Gesellschaft leisten, auch eine anständige Bezahlung erfolgt. Bildung zum Billigtarifvertrag gibt es mit uns nicht", so Willmann.

Auf der Fachtagung der GEW sprach der Bildungsexperte Prof. Dr. Gerd E. Schäfer von der Universität Köln zum Thema "Die Bildung des kindlichen Anfängergeistes". Im Anschluss daran konnten sich die Teilnehmer/innen in 14 Workshops fortbilden. Die Themenpalette reicht dabei von "Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung" über "Partizipation - Kinder gestalten ihren Alltag aktiv mit" bis hin zu "Bildung für unter 3-Jährige".


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