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PM 40/08 Lehrereinstellung

06.06.2008: Lehrereinstellung 08: Schlechte Chancen an Realschulen?

GEW: Junglehrer/innen nicht häppchenweise einstellen

Stuttgart – „Wir erwarten, dass das Kultusministerium bereits im Juni über alle Einstellungen des neuen Schuljahres entscheidet sowie die Öffentlichkeit informiert. Mit Stellenangeboten in den Sommerferien oder gar erst zu Schuljahresbeginn können die besten Bewerber/innen nicht in Baden-Württemberg gehalten werden. Auch dieses Jahr werden wohl sehr viele gut qualifizierte junge Lehrerinnen und Lehrer arbeitslos, während an den Schulen Unterricht ausfällt und die Kinder und Jugendlichen in vollen Klassen lernen müssen. Wir befürchten, dass nur rund ein Viertel der Grund- und Hauptschul- sowie Realschullehrkräfte in ihrer Schulart eingestellt werden“, sagte Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Freitag (06.06.) in Stuttgart.

Die GEW setzt sich dafür ein, die ständige Lehrerreserve auszubauen. Dies würde an den Schulen Unterrichtsausfall vermeiden und den jungen Lehrkräften eine Berufsperspektive geben.
Derzeit beginnen in der Schulverwaltung die Entscheidungen über die Lehrereinstellung für das neue Schuljahr. Bis Ende Juni sollen die Bewerber/innen erfahren, ob und wo sie ab September unterrichten dürfen. Das Kultusministerium rechnet mit etwa 4.500 Neubewerber/innen an den allgemein bildenden Schulen, das wären etwa 300 mehr als 2007. Dazu kommen Bewerber/innen, die in den vergangenen Jahren keine Stelle bekommen hatten. Während im Schuljahr 2008/09 die Schülerzahlen an den Grundschulen um 11.000 und an den Hauptschulen um 9.000 sinken sollen, erwarten die Gymnasien einen Zuwachs von 1.500 und die Beruflichen Schulen um 2.000 Schüler/innen. An den Realschulen wird mit einem Rückgang um 1.000 und an den Sonderschulen um 500 Schüler/innen gerechnet.

Juli 2007: 3.000 Jung-Lehrer/innen protestieren in Stuttgart

Im Juni 2007 hatten von 8.000 Bewerber/innen 5.000 keine Stelle erhalten. Auf einer landesweiten Demonstration der GEW forderten Anfang Juli 3.000 junge Lehrer/innen bessere Einstellungschancen. Die Landesre¬gierung hob nach den Protesten die Sperrung aller 521 Stellen auf, sodass einige hundert weitere Lehrer/innen unterrichten konnten.

GEW-Hotline ab 23. Juni

Voriges Jahr stand auch die Informationspolitik des Kultusministeriums stark in der Kritik, da die angehenden Lehrer/innen nicht auf die schlechte Einstellungssituation vorbereitet waren und über ihre Zukunft lange im Unklaren gelassen wurden. Die GEW wird ab 23. Juni wieder eine Hotline Lehrereinstellung schalten und Beratung für die angehenden Lehrer/innen aller Schularten anbieten.


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