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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Presse - Pressemitteilungen 2006 - Apr. - Jun. 2006 - PM 41/06: Unterrichtsausfall

PM 41/06: Unterrichtsausfall

21.04.06: Drei Prozent der Unterrichtsstunden fallen aus

Neue Landesregierung soll Lehrerreserven ausbauen

Stuttgart – Beinahe die Hälfte des ausfallenden Unterrichts an den Schulen kann nicht durch Vertretungslehrer aufgefangen werden. Dies ergibt eine Landtagsanfrage der SPD. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will erreichen, dass eine ständige Lehrerreserve von 4.000 Stellen eingerichtet wird. „Schülerinnen und Schüler sowie Eltern beklagen zu Recht den ausfallenden Unterricht. Die Qualität des Unterrichts kann nur gesichert werden, wenn er auch regelmäßig stattfindet. Die neue Landesregierung muss ein Konzept vorlegen, wie sie in den nächsten fünf Jahren genügend Reserven zur Verfügung stellen kann,“ sagte der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem am Freitag (21.04) in Stuttgart.

Der Bildungsforscher Klaus Klemm hat in der Lehrerbedarfsprognose 2015 für Baden-Württemberg errechnet, dass für eine Sicherung des Unterrichts eine ständige Lehrerreserve von fünf Prozent aller Stellen notwendig wäre. Die im Kultusministerium angestrebten 1.250 Reservestellen entsprechen 1,5 Prozent und würden damit nicht ausreichen. Den Reservefond, der von der Landesregierung gebildet wurde, hält die GEW für keine echte Lösung. „Reservefonds bedeuten, dass Stellen am Schuljahresbeginn nicht besetzt und damit den Schulen vorenthalten werden. Nur feste zusätzliche Stellen können Unterrichtsausfall verhindern,“ so Dahlem

47 Prozent aller Unterrichtsausfälle sind auf Krankheit zurückzuführen. Hauptschullehrer/innen melden sich am häufigsten krank. „Dass Unterricht ausfällt, weil Lehrerinnen und Lehrer krank werden, hängt auch mit den schlechten Arbeitsbedingungen zusammen. Wir erwarten von Kultusminister Helmut Rau, dass er sofort Maßnahmen ergreift, die Lehrerinnen und Lehrer durch kleinere Klassen und zusätzliche Stunden spürbar zu entlasten,“ so Dahlem.

Das Kultusministerium hatte in der dritten Novemberwoche 2005 in einer Stichprobenuntersuchung zur Unterrichtsversorgung 600 Schulen im Südwesten abgefragt. 3,1 Prozent der Pflichtunterrichtsstunden fielen aus, 3,7 Prozent der Unterrichtsstunden wurden durch Vertretungen gehalten. In den Gymnasien mussten mit 5,1 Prozent Unterrichtsausfall die meisten Schüler/innen nach Hause geschickt werden, in den Grundschulen fielen 1,2 Prozent der Stunden aus.


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 Unterrichtsausfall.pdf
 Landtagsdrucksache 13/2500 (106 KB)

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