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Aktuell Presse Pressemitteilungen 2004 Jul. - Sep. 2004 PM 44/04: Bildungsplan-Umfrage | ||||||
| PM 44/04: Bildungsplan-Umfrage | ||||||
| 19.07.04: Sorgfalt vor Schnelligkeit GEW: Bildungsplanreform schnell nachbessern Stuttgart - Die meisten Lehrer/innen in Baden-Württemberg stehen der am 13. September startenden Bildungsplanreform skeptisch gegenüber. Bei einer detaillierten Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichneten nur 1,9 Prozent der beteiligten 1.150 Lehrer/innen die im neuen Schuljahr startenden Bildungspläne als "gelungenes Projekt". "Mit dieser Umfrage liegt das bisher differenzierteste Bild zum Stand der Umsetzung vor. Die Momentaufnahme, die wir durch diese Befragung erhalten haben, zeigt, dass Kultusministerin Schavan und ihr Ministerium eine große Chance vertan haben, eine wirklich umfassende Bildungsreform auf den Weg zu bringen. Unser Rat lautet deshalb, noch einmal nachzubessern und insbesondere bei anderen Reformprojekten nach dem Grundsatz Sorgfalt vor Schnelligkeit zu handeln", sagte am Montag (19.7.) in Stuttgart der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem. Nur 20 Prozent der Lehrer/innen halten die Bildungspläne für einen echten Fortschritt, die große Mehrheit steht der Reform neutral bis ablehnend gegenüber. 38 Prozent der Befragten gaben an, ab dem neuen Schuljahr mit den Bildungsstandards arbeiten zu können, während 41 Prozent noch Unterstützung brauchen. Am stärksten abgelehnt werden die neuen Fächerverbünde, die nur von 31 Prozent der Umfrage-Teilnehmer/innen begrüßt werden. "Die von vielen Experten schon lange geäußerte Kritik, dass der Zuschnitt der Fächerverbünde wenig logisch und inhaltlich nicht überzeugend ist, wird in der Umfrage bestätigt", so Dahlem. Fortbildung, Belastung und Gestaltungsspielräume Zwei Drittel der 1.150 Lehrer/innen geben an, sich intensiv mit der Bildungsplanreform beschäftigt zu haben. 93 Prozent bezeichnen die bisherige zusätzliche Belastung als "hoch bis sehr hoch" und 75 Prozent rechnen damit, dass auch künftig durch die neuen Bildungspläne ihre Belastung steigen wird. 36,5 Prozent der Lehrkräfte rechnen mit größeren Gestaltungsspielräumen aufgrund der Reform. Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied bei den Schularten. Während 43 Prozent der Hauptschullehrer/innen größere Freiheiten erwarten, sind es bei ihren Kolleg/innen an den Gymnasien nur 22,6 Prozent. In der Bewertung der Fortbildungskonzeption erhält das Kultusministerium von vielen gute Noten. 54 Prozent halten die Fortbildungen für "gut bis einigermaßen gut", 45,9 Prozent halten das Konzept für "nicht gut" oder kennen es überhaupt nicht. 1.150 Lehrer/innen beantworten 32 Fragen An der GEW-Umfrage im April und Mai 2004 nahmen 1.150 Lehrer/innen teil. Bei etwa 90.000 Lehrer/innen an den allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg wurde damit eine aussagekräftige Stichprobe erreicht. Beantwortet werden mussten 32 Fragen. Die Zusammensetzung der teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer entspricht in etwa der Gesamtstruktur der Lehrerschaft in Baden-Württemberg. Gymnasien und Sonderschulen sind etwas unter-, Grund- und Hauptschulen etwas überrepräsentiert. | Pressemitteilungen 2004 zurück... Weitere Informationen | |||||