zur Startseite
Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Presse - Pressemitteilungen 2004 - Jul. - Sep. 2004 - PM 45/04: Lehrereinstellung

PM 45/04: Lehrereinstellung

23.07.04: Schuljahr 2004/05: Schlechtere Unterrichtsversorgung


Einstellungschancen für junge Lehrer/innen verbessern sich

Stuttgart - "Die steigende Zahl von Pensionierungen im Schuldienst schafft zwar Stellen für junge Lehrerinnen und Lehrer, trotzdem wird sich aufgrund der wachsenden Schülerzahlen die Unterrichtsversorgung im nächsten Schuljahr in Baden-Württemberg verschlechtern", sagte am Freitag (23.7.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg. Erstmals seit vielen Jahren wird gut die Hälfte aller Bewerber/innen auf ein Einstellungsangebot hoffen können.

"Obwohl in den Sonderschulen der größte Lehrermangel herrscht, gibt es dort extrem wenig Neueinstellungen. Die individuelle Förderung von Kindern an Grund- und Hauptschulen wird wegen des Sonderschullehrermangels weiter gekürzt werden. Die mit unseren Steuergeldern in Baden-Württemberg ausgebildeten Sonderschullehrkräfte wandern in andere Bundesländer und Privatschulen ab", sagte Dahlem.

Eine weitere spürbare Verschlechterung zeichnet sich in den Realschulen ab. Dort ist die durchschnittliche Klassengröße schon im laufenden Schuljahr um 0,2 gestiegen. Für das nächste Schuljahr war eigentlich ein Rückgang um 1.000 Schüler prognostiziert worden. "Jetzt melden viele Realschulen, dass aufgrund der Einführung des achtjährigen Gymnasiums viele Eltern ihre Kinder auf die Realschule statt ins Gymnasium schicken. Die Klassengröße wird im Schuljahr 04/05 vermutlich auf über 28 steigen. Trotz der vollen Klassen werden in den Realschulen von etwa 1.060 Bewerberinnen und Bewerbern nur rund 460 eingestellt", so Dahlem.

An den Grund- und Hauptschulen wird die Fortführung der Fremdsprache in Klasse 2 zu Kürzungen von Fördermaßnahmen im Umfang von 150 Stellen führen. Durch die schlechte Lehrstellensituation ist an den Beruflichen Vollzeitschulen mit steigenden Schüler/innenzahlen und einem verschärften Lehrermangel zu rechnen. In den Gymnasien hat sich die Einstellungssituation gegenüber 2003 leicht verbessert. "Angesichts der steigenden Schülerzahlen bringt dies aber keine Entlastung", so Dahlem.


4.800 Einstellungen auf 4.000 Stellen

Die GEW rechnet damit, dass auf den rund 4.000 freien Stellen in diesem Sommer etwa 4.800 neue Lehrer/innen eingestellt werden können, da die meisten jungen Lehrer/innen Teilzeit arbeiten. 500 Stellen wurden von der Landesregierung im Haushaltsjahr 2004 neu geschaffen, der Rest sind freiwerdende Stellen, die wiederbesetzt werden. Die GEW begrüßt, dass erstmals die Oberschulämter im Nachrückverfahren schwer zu besetzende Stellen schulbezogen ausschreiben konnten. Die Bewerbungsfrist für das Nachrückverfahren endet heute (23.7.).

Neubewerber, Altbewerber, Direktbewerber, Laufbahnbewerber - Informationen

In unserer beigefügten Tabelle bezeichnen die Zahlen die zu besetzenden Stellen. Da die meisten neueingestellten Lehrer/innen Teilzeitbeschäftigung in Anspruch nehmen, werden um bis zu 20 Prozent mehr Bewerber/innen eingestellt. D.h., dass auf 100 Stellen etwa 125 Personen eingestellt werden können.

Bei den Bewerberzahlen unterscheidet die GEW nicht zwischen den sogenannten "Altbewerber/innen" und "Neubewerber/innen", sondern nennt die absoluten Zahlen.

Neubewerber/innen (NeuB) nennt das Kultusministerium nur diejenigen Neubewerber/innen, die in Baden-Württemberg ihr Referendariat absolviert haben. Unter Altbewerber/innen (AltB) versteht das Kultusministerium nicht nur Altbewerber/innen aus Baden-Württemberg und anderen Ländern, sondern auch alle Neubewerber/innen aus anderen Ländern.
All diese Bewerber/innen mit Referendariat heißen zusammengefasst Laufbahnbewerber/innen (LB), im Gegensatz zu den Direktbewerber/innen (DB), die sich in den Beruflichen Schulen ohne Referendariat bewerben.

Unterschieden wird bei den Beruflichen Schulen zwischen den Wissenschaftlichen Lehrer/innen (WL) und Technischen Lehrer/innen (TL), dazu gibt es in allen Schularten Fachlehrer/innen (FL), die allerdings vorwiegend in Sonderschulen und Beruflichen Schulen arbeiten.


Pressemitteilungen 2004
zurück...




Weitere Informationen

SucheHilfeEmailSitemapDruckversion
Suche,Hilfe,Email,Sitemap