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PM 52/04: Schulsport

12.08.04: Magere Ergebnisse der Schulsportinitiative


Bewegungserziehung braucht höheren Stellenwert im Schulalltag
(Zumeldung PK Rau, 12.8.04, 10 Uhr)

Stuttgart - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nennt die Ergebnisse der Schulsportinitiative "enttäuschend und mager". "Durch Projekte wie die bewegte Pause und die bewegungsfreundliche Grundschule hat sich zwar die Situation an einzelnen Schulen verbessert, der Stellenwert des Sportunterrichts im Schulalltag ist aber gesunken. Wenn Mathematik oder Deutsch ausfallen, wird eine qualifizierte Vertretung gesucht, Sport wird oft irgendwie durch Fachfremde ersetzt. Ihren Schultag verbringen Schüler vorwiegend sitzend, es fehlt an Bewegungsangeboten während des Unterrichts", sagte am Donnerstag (12.8.) der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem.

Die GEW verlangt eine "Qualitätsoffensive für Bewegungserziehung in der Schule". "Das Kultusministerium sollte als ersten Schritt eine landesweite Bestandsaufnahme vorlegen, aus der hervorgeht, unter welchen Bedingungen Sportunterricht stattfindet, was dort unterrichtet wird und wo zum Beispiel bewegte Pausen angeboten werden", sagte Dahlem.

Die Einführung von Senioren-Mentoren sowie die Kooperation zwischen Schulen und Vereinen müsse ebenfalls in eine Qualitätsoffensive einbezogen werden. "Ehrenamtliche und Vereine leisten einen wichtigen Beitrag für die Bewegungserziehung. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass nicht die Nachwuchssicherung der Sportvereine im Mittelpunkt steht, sondern alle Angebote auch für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler geeignet sind und die Ausbilder die pädagogische und didaktische Kompetenz mitbringen. Nicht jeder gute Sportler ist auch ein guter Pädagoge", so Dahlem.

Die GEW kritisiert die mangelnde Beteiligung der pädagogischen Profis in der baden-württembergischen Schulsportinitiative. "Während im Aktionsbündnis Schulsport auf Bundesebene die GEW und der Deutsche Sportlehrerverband vertreten sind, werden hier die wichtigsten Interessenverbände der Sportlehrerinnen und -lehrer nicht beteiligt", sagte Dahlem. In Baden-Württemberg sind die meisten Sportlehrer/innen in der GEW organisiert.


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