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PM 52/10 Pisastudie 2

07.12.2010 GEW-Motto bis 2016: Früh investieren statt spät reparieren

GEW: Lehrerausbildung, Ganztagsschulen, Frühe Förderung

Stuttgart – Die Bildungsgewerkschaft GEW nennt die Ergebnisse der PISA-Studie eine „Herausforderung für Kultusministerin Marion Schick“. „Frau Schick ist mit dem Versprechen angetreten, Bildungschancen zu verbessern. Die neue PISA-Studie zeigt, dass Deutschland trotz leichter Verbesserungen weiter internationaler Spitzenreiter beim Thema Bildungsungerechtigkeit ist. Wir wollen eine klare Aussage der CDU-/FDP-Landesregierung, wie sie die freiwerdenden Mittel durch zurückgehende Schülerzahlen für mehr Qualität in Kitas und Schulen einsetzen will. Weitere Kürzungen in der Lehrerfortbildung und die Streichung von Lehrerstellen müssen zu Tabu-Themen erklärt werden“, sagte am Dienstag (07.12.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die GEW macht sich vor allem für einen weiteren Ausbau der Ganztagsschulen, mehr Investitionen in KiTas und Grundschulen und eine bessere Lehreraus- und Lehrerfortbildung stark. „PISA 2009 zeigt deutlich die Effekte von Investitionen in KiTas. Länder, die hier überdurchschnittlich investierten, schafften bessere Ergebnisse als die anderen“, sagte Moritz.

Die neue PISA-Studie ist auch ein wichtiges Signal für die Schulträger in Baden-Württemberg, die ihren Kinder längeres gemeinsames Lernen ermöglichen wollen, anstatt die Schüler mit zehn Jahren auf verschiedene Schularten aufzuteilen: „Je früher die erste Aufteilung auf die jeweiligen Bildungszweige erfolgt, desto größer sind bei den 15-jährigen die Leistungsunterschiede nach sozio-ökonomischem Hintergrund – ohne dass deswegen die Gesamtleistung steigen würde“, heißt es in der Pressemitteilung der PISA-Forscher. „Eine Landesregierung, die solche Ergebnisse ignoriert und alle Anträge auf längeres gemeinsames Lernen blockiert, setzt fahrlässig die Bildungs- und Lebenschancen der Jüngsten im Land aufs Spiel“, sagte Moritz.

Die GEW-Vorsitzende nennt es „erschreckend und ein Armutszeugnis für Landesregierung und Schulträger“, dass in Deutschland Schulen in sozial schwachen Gegenden eine schlechtere Ausstattung haben als Schulen in Stadtvierteln oder Gemeinden, in denen die Elternhäuser über ein höheres Einkommen verfügen.

Die Bildungsgewerkschaft schlägt vor, bei der Lehrerzuweisung Schüler/innen mit Migrationshintergrund doppelt zu zählen, um so den Kinder und Jugendlichen bessere Lernbedingungen zu ermöglichen.

„Wir freuen uns über die offenbar leichten Verbesserungen gegenüber PISA 2000. Die sollte Motivation sein, die dringenden Probleme konsequent anzugehen und in der nächsten Legislaturperiode mehr Mittel für die frühe Förderung der Kinder in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen sowie den Ausbau echter Ganztagsschulen einzusetzen. Wir wollen ab dem 27. März 2011 eine Landesregierung, die zurückgehende Schülerzahlen nicht zum Sanieren des Landeshaushalts nutzt, sondern in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen investiert“, sagte Moritz.


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