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PM 54/10 Vorgriffsstundenmodell

12.12.2010: Vorgriffsstundenmodell wird Unterrichtsausfall verschärfen

Im Kinderland dürfen die Kinder früher nach Hause gehen

„Bis zu 4 Prozent Unterrichtsausfall sind im selbst ernannten Kinderland Baden-Württemberg eine Blamage. Die CDU/FDP-Landesregierung ist mit dem Versprechen angetreten, die Lernbedingungen zu verbessern. Stattdessen erleben Eltern täglich, dass ihre Kinder früher vor der Haustüre stehen, weil Unterricht nicht vertreten werden kann“, sagte am Sonntag (12.12.10) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Die GEW wird 2011 die Lehrer/innen aufrufen, keine Überstunden mehr zu leisten, wenn die Landesregierung das Vorgriffsstundenmodell durchsetzt. „Es kann nicht sein, dass die Landesregierung Mehrarbeit verordnet, um den Landeshaushalt zu sanieren, während es an den Schulen weiterhin zu große Klassen und zu wenig Förderangebote gibt. Wenn Ministerpräsident Mappus mit dem Vorgriffsstundenmodell sein Versprechen bricht, nicht an der Bildung zu sparen, werden wir die Lehrerinnen und Lehrer aufrufen, nicht wie bisher zusätzliche Überstunden zu leisten“, sagte Moritz.

Der GEW-Landesvorstand hat gestern einen entsprechenden Beschluss gefasst. Lehrkräfte an Gymnasien und Berufliche Schulen haben bisher fehlende Lehrerstellen durch Überstunden im Umfang von über 2.000 Stellen aufgefangen. Baden-Württemberg bräuchte etwa 6.000 Lehrer/innen für eine ständige Lehrerreserve, damit kaum noch Unterricht ausfällt. Derzeit gibt es dafür knapp 1.300 Lehrkräfte. Diese werden allerdings oft für den regulären Unterricht eingesetzt und stehen bei Krankheitsfällen nicht mehr zur Verfügung.

Die GEW weist darauf hin, dass in der Stichprobe Unterrichtsausfall nicht die zusätzlichen Angebote wie Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften erfasst wurden. „Wir bekommen über unser Internetportal Unterrichtsversorgung immer wieder Meldungen, dass es an Lehrern mangelt. Um den Pflichtunterricht zu sichern, wurden an den Schulen oft Arbeitsgruppen und Förderunterricht gestrichen“, so Moritz.


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