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Aktuell Presse Pressemitteilungen 2004 Jul. - Sep. 2004 PM 58/04: Einschulung | ||||||
| PM 58/04: Einschulung | ||||||
| 17.09.04: Schultüte ohne Leistungsdruck GEW: Jedes zehnte Kind hat Angst vor der Schule Stuttgart - Eltern sollen ihre Kinder ohne Erwartungsdruck beim Schulanfang unterstützen, so die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor der Einschulung der Erstklässler in Baden-Württemberg. "Jeder Schulanfang ist für die Kinder aufregend, aber auch mit Ängsten verbunden. Erstklässler sollten von ihren Eltern auch über die Einschulung hinaus aufmerksam begleitet werden", sagte der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem am Freitag (17.9.). In Baden-Württemberg werden in dieser Woche 119.000 Erstklässler eingeschult. Die meisten Einschulungsfeiern finden am Samstag (18.9.) statt. Die Kultusministerkonferenz hat 1994 das Thema Schulfähigkeit von der Empfehlungsliste gestrichen. "Die Schule muss sich allen Kindern öffnen, sie mit ihren Stärken und Schwächen aufnehmen, angstfrei lernen lassen und bestmöglich fördern", so Dahlem. Die GEW empfiehlt Eltern, den ersten Schultag nicht zu groß zu feiern. "Der erste Tag in der Schule ist ein wichtiger Einschnitt für die Erstklässler. Durch überzogene Aktionen wie Familienfeiern und Zeitungsanzeigen wird aber der Erwartungsdruck auf die Kinder unnötig erhöht", sagte Dahlem. Eltern sollen dazu beitragen, die Freude der Kinder auf den neuen Abschnitt in ihrem Leben zu unterstützen und ihnen ein positives Bild von Schule zu vermitteln. "Noch immer gibt es Eltern, die mit Schule und dem Ernst des Lebens drohen, anstatt ihre Kinder einfühlsam zu begleiten. Gerade Kinder dürfen und sollen Fehler machen können. Wer keine Angst hat, auch einmal einen falschen Knopf zu drücken, legt die Scheu vor Dingen ab, die er nicht kennt. Dies ist eine Voraussetzung, dass Kinder gerne lernen und Schule Spaß macht. Gute Leistungen können auf Dauer nur auf diesem Wege und nicht durch Druck erreicht werden", sagte Dahlem. Jedes zehnte Kind hat Schulangst Experten schätzen, dass jedes zehnte Kind unter Angst-Symptomen leidet. "Wenn Kinder zum Beispiel regelmäßig morgens über Magen- oder Kopfschmerzen klagen oder sich zur Schule quälen, sollte das von Eltern ernst genommen werden. Kinder, die Angst vor der Schule haben, geraten oft außerhalb des Klassenzimmers in Isolation. Schlechte Leistungen sind in der Regel die Folge", sagte Dahlem. Die GEW empfiehlt Eltern und Lehrer/innen, Kinder nie zu beschämen, sondern deren Talente gezielt zu fördern. "Wenn Stärken gezielt gefördert werden und Kinder Bestätigung und Lob erhalten, können sie meist auch wieder für andere Aktivitäten motiviert werden", so Dahlem. Eltern für Mitarbeit gewinnen Die GEW appellierte an die Lehrer/innen, die ersten Schultage zu nutzen, um die Eltern zu informieren und sie frühzeitig einzubinden. "Eine gute Schule braucht die Mitwirkung der Eltern. So viel Aufmerksamkeit wie am Anfang schenken die Eltern der Schule nie wieder", so Dahlem. Die Bildungsgewerkschaft erinnerte daran, dass im neuen Schuljahr allerdings die Rahmenbedingungen für einen guten Unterricht nur die Note mangelhaft erhalten können. Trotz neuer Stellen werde sich die Unterrichtsversorgung auf Grund steigender Schüler/innenzahlen und neuer pädagogischer Projekte verschlechtern. Auch am Förderunterricht spare die Landesregierung. So gab es in den 2.600 Grund- und Hauptschulen mit gut 660.000 Schüler/innen im Schuljahr 2003/04 nur für jede vierte Grund- und Hauptschulklasse eine Förderstunde und nur für jede zehnte Klasse eine Stunde Ausländerförderunterricht. Schulsystem verändern - auf den Anfang kommt es an In Deutschland wird am meisten Geld pro Schüler/in für die Gymnasien, am wenigsten für die Grundschule ausgegeben. "Wenn wir unsere Leistungen verbessern und unsere Kinder rechtzeitig fördern wollen, muss dieses System verändert und mehr in den Elementar- und Primarbereich investiert werden. In den PISA-Sieger-Ländern Schweden und Finnland wird für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen weit mehr ausgegeben. Dort arbeiten die Lehrkräfte gemeinsam mit Erzieherinnen sowie Sozialpädagoginnen- und Sonderpädagogen und können so die Kinder von Anfang an gezielt beobachten und fördern", sagte Dahlem. | Pressemitteilungen 2004 zurück... | |||||