|
Aktuell Presse Pressemitteilungen 2004 PM 68/04: Schulsozialarbeit | ||||||
| PM 68/04: Schulsozialarbeit | ||||||
| 20.10.04: Sozialministerium torpediert Schavans Versprechungen Moderne Pädagogik braucht Schulsozialarbeit an allen Schulen Stuttgart - "Die geplante Streichung von 1,1 Millionen Euro für die Schulsozialarbeit ist ein weiteres Beispiel für die Konzeptlosigkeit der Landesregierung in der Bildungspolitik. Während sich das Kultusministerium immer wieder vollmundig für die Stärkung der Hauptschulen einsetzt, torpediert das Sozialministerium durch seine Streichliste diese Versprechungen. Sinnvolle Pädagogik ist an allen Schulen ohne Schulsozialarbeit nicht mehr denkbar", sagte am Mittwoch (20.10.) in Stuttgart Rainer Dahlem Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg. Die Landesregierung plant, die Zuschüsse für die rund 170 Schulsozialarbeiter/innen komplett zu streichen. Derzeit wird eine Stelle vom Land mit 7.500 Euro pro Jahr bezuschusst. Die meisten Schulsozialarbeiter arbeiten an Beruflichen Schulen und Hauptschulen. Bereits 2003 hatte die Landesregierung den Landeszuschuss für die Schulsozialarbeit von ursprünglich 2,5 Millionen Euro gekürzt. "Spätestens seit PISA wissen wir, dass für eine bessere Förderung von Schülerinnen und Schülern an den Schulen Kompetenzteams aus Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen gebildet werden müssen. Durch die Streichpläne ist diese Arbeit in ihrer Substanz bedroht", sagte Dahlem. Die GEW erinnert außerdem an die erst vier Jahre alten Empfehlungen der Enquetekommission des Landtags für die künftige Jugendpolitik in Baden-Württemberg. Die Expert/innen der Kommission forderten die Öffnung von Schule und den Ausbau ganztägiger Betreuungsangebote sowie die Kooperation zwischen Schule und Erziehungshilfe. Landtag und Landesregierung waren sich damals einig, zur Sicherung der Zukunftschancen in Ausbildung und Beruf den brennpunktorientierten Ausbau von Jugend- sowie Schulsozialarbeit zu einem Schwerpunkt zu machen. "Jeder fünfte 15jährige Jugendliche in Baden-Württemberg verfügt nicht über ausreichende Kompetenzen, um überhaupt eine Ausbildung beginnen und im Leben bestehen zu können. Die Landesregierung raubt mit der Streichung der Schulsozialarbeit benachteiligten Jugendlichen eine Chance, aus dieser Sackgasse zu entkommen. Mit einem Federstrich zerstört die Landesregierung Projekte, die jahrelang mühsam aufgebaut wurden", sagte Dahlem. | Pressemitteilungen 2004 zurück... Weitere Informationen | |||||