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Pfad zur Seite:Startseite - Aktuell - Presse - Pressemitteilungen 2004 - Jan. - Mär. 2004 - PM 7/04: Unterrichtsversorgung

PM 7/04: Unterrichtsversorgung

20.2.04: Pädagogische Reformen auf wackligen Füßen


GEW fordert Ausbau der ständigen Lehrer/innenreserve
(Zumeldung PM Kultusministerium Nr. 15/04, 20.2.04)

Stuttgart - "Kultusministerin Annette Schavan sollte über die Lektüre der amtlichen Schulstatistik nicht die tatsächliche Situation an vielen Schulen aus dem Blick verlieren. In vielen Klassen fällt derzeit Unterricht aus und Klassen werden zusammengelegt, da die Vertretungsreserve bei weitem nicht ausreicht", sagte am Freitag (20.2.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Baden-Württemberg.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit eine schlechtere Unterrichtsversorgung als im Schuljahr 2002/03, in den meisten Schularten sind die Klassengrößen gestiegen. "Kultusministerin Schavan verschweigt, dass sich in ihrer Amtszeit die Unterrichtsversorgung kontinuierlich verschlechtert hat. Der Stellenzuwachs hat nie mit den steigenden Schülerinnen- und Schülerzahlen sowie den pädagogischen Reformen Schritt gehalten. Wer pädagogische Verbesserungen will, kann diese nicht zum Nulltarif erhalten", sagte Dahlem.

Die GEW hat in einem Gutachten errechnen lassen, dass zur Sicherung des Unterrichts eine ständig verfügbare Unterrichtsreserve von fünf Prozent der Lehrer/innenstellen nötig wäre. Dafür müssten derzeit knapp 5.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Die GEW erwartet von der Landesregierung eine seriöse Berechnung des künftigen Lehrer/innenbedarfs für Baden-Württemberg. "Es ist bezeichnend, wenn Schavan eine stabile Unterrichtsversorgung als bildungspolitischen Kraftakt bezeichnet. Diese Leistung hat nicht die Landesregierung erbracht, sondern ist den Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken, deren Arbeitszeit erhöht wurde. Die Kräfte der Landesregierung erschöpfen sich offenbar darin, die Arbeits- und Lernbedingungen an den Schulen zu verschlechtern. Dies ist keine zukunftsorientierte Bildungspolitik", so Dahlem.


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