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Aktuell Presse Pressemitteilungen 2004 PM 74/04: Runder Tisch Grundschule | ||||||
| PM 74/04: Runder Tisch Grundschule | ||||||
| 20.11.04: Chancen ergreifen: Schule gemeinsam gestalten Runder Tisch Grundschule für bessere Bildungskonzepte Ludwigsburg - Die sechs wichtigsten Eltern- und Bildungsorganisationen in Baden-Württemberg setzten sich heute (20.11.) in Ludwigsburg für bessere Förderangebote in den Schulen ein. Drei Jahre nach dem ersten Pisaschock und wenige Tage vor Bekanntgabe der Ergebnisse der Vergleichsstudie PISA II zogen die rund 200 Teilnehmer/innen der Fachtagung "Runder Tisch Grundschule" eine kritische Zwischenbilanz der Bildungsreformen in Baden-Württemberg. "Was seit 2001 auf den Weg gebracht wurde, reicht nicht aus, um im internationalen Vergleich zu bestehen. Noch immer verlässt ein Viertel der jungen Menschen mit unzureichenden Kompetenzen und Abschlüssen die Schule. Die Mängel im Bildungssystem sind auch in Baden-Württemberg unübersehbar", sagte Bernd Rechel, Sprecher des Rundes Tisches Grundschule in seiner Begrüßung. Verantwortlich dafür sei vorrangig ein selektives Schulsystem, das Kinder zu Versagern mache und aussortiere anstatt sie optimal zu fördern. Das könne sich ein Land auf Dauer nicht leisten, ohne an seiner sozialen Struktur Schaden zu nehmen. Verbesserte Förderangebote seien darum eine der dringendsten Vorschläge des Runden Tisches Grundschule. Richard Meier, zuletzt Professor für Schulpädagogik in Frankfurt mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Lehrerbildung, forderte als Hauptreferent konstruktive Antworten auf PISA. Der humane Umgang mit der Unterschiedlichkeit von Kindern in einem längeren gemeinsamen Bildungsgang sei eine der zentralen bildungspolitischen Herausforderungen. "Durch frühe Selektion schaffen wir uns zahlreiche Probleme selbst.", so Meier. "Gespenst der frühen Auslese" Das Gespenst der frühen Auslese, enge Zuweisungen an Mitteln, Direktiven und kurzatmige Prüfungen seien keine geeigneten Schritte, um Schulen zu kreativen Lernorten werden zu lassen. Mit seiner Vielfalt der Kompetenzen, seinen gemeinsamen, zentrierenden Zielen und seiner demokratischen Struktur biete der Runde Tisch Grundschule die Chance zur Weiterentwicklung der Grundschule. Förderangebote gehen zurück: 39 Sekunden pro Schüler/in Die Mitglieder des Runden Tisches kritisieren die ständige Kürzung der Förderangebote in den Grundschulen. In den 2.600 Grund- und Hauptschulen mit gut 660.000 Schüler/innen gab es im Schuljahr 2003/04 nur für jede vierte Grund- und Hauptschulklasse eine Förderstunde und nur für jede zehnte Klasse eine Stunde Ausländerförderunterricht. "Für jeden Schüler standen im Durchschnitt 39 Sekunden pro Schuljahr zur Verfügung. Damit ist keine sinnvolle Förderung der Schülerinnen und Schüler mehr möglich", so Rechel. Ideenwerkstätten beim Runden Tisch Grundschule In zehn Ideenwerkstätten wurden in Ludwigsburg Ideen für weitere Reformen entwickelt. Nur durch die gemeinsame, demokratische Gestaltung der Schule können Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern Schulen entwickeln, die den Anforderungen einer sich ständig verändernden Gesellschaft gerecht werden, so die Zielsetzung des Runden Tisches Grundschule. Mitglieder des Runden Tisches Grundschule Am Runden Tisch Grundschule beteiligen sich mit dem Landeselternbeirat, dem Arbeitskreis der Gesamtelternbeiräte, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dem Verband Bildung und Erziehung, dem Grundschulverband und der Aktion Humane Schule die maßgeblichen Eltern- und Lehrerorganisationen des Landes. Gemeinsam treten sie für eine bessere Bildung im Elementar- und Primarbereich ein. | Pressemitteilungen 2004 zurück... Weitere Informationen | |||||