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PM 76/07: Päd. Assistenten

22.11.07: Flickwerk an der Hauptschule

GEW: Billiglehrer für 450 Euro retten die Hauptschule nicht
(Zumeldung PM KM, Nr. 123/07: Päd. Assistent)

Stuttgart –„288 Assistentenstellen werden die 1.200 Hauptschulen mit den stark sinkenden Schülerzahlen nicht retten. Die Pädagogischen Assistenten dürfen nicht eigenverantwortlich unterrichten. Hätte die Landesregierung stattdessen Lehrerstellen für Teamarbeit geschaffen, wäre dies ein besserer Beitrag für die individuelle Förderung der Schüler gewesen“, sagte am Donnerstag (22.11.) in Stuttgart Rainer Dahlem, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Pädagogische Assistenten sollen bei einer vollen Stelle 1.820 Euro brutto verdienen, das entspricht dem Eingangsgehalt einer Erzieherin. Pro Schule stehen etwa 10 Stunden zur Verfügung. Sollten 10-Stunden-Verträge abgeschlossen werden, würden sie 455 Euro pro Monat verdienen.

Die GEW geht davon aus, dass das Konzept die Hauptschule nicht retten kann und macht sich für integrative Schulen stark. Die Bildungsgewerkschaft erinnert daran, dass bereits mehrfach Programme gescheitert sind. „Kultusminister Gerhard Mayer-Vorfelder hat 1980 versucht, die sinkenden Übertrittsquoten auf die Hauptschulen zu stoppen. Danach sind die Übertrittsquoten kurze Zeit gestiegen, um danach weiter zu sinken. Genauso ging es Kultusministerin Marianne Schultz-Hector 1993 mit der Einführung des freiwilligen 10. Schuljahres. An den Hauptschulen wird engagierte Arbeit geleistet, aber wenn diese Schulart von Arbeitgebern und Eltern nicht mehr akzeptiert wird, müssen wir unser Schulsystem auf neue Füße stellen“, sagte Dahlem.


Informationen zu den Pädagogischen Assistenten

Pädagogische Assistent/innen (PA) sollen in den Klassenstufen 5 bis 7 die Lehrkräfte im Deutsch- und Mathematikunterricht unterstützen und entlasten. Ein Einsatz im Vertretungsunterricht oder als Krankheitsvertretung ist nicht möglich.
Ihre Vergütung soll in BAT 6 bzw. Entgeltgruppe 6 TV-L erfolgen. Bei einer vollen Stelle bekommen die PA 1.820 Euro brutto, was dem Eingangsgehalt von Erzieher/innen entspricht. Die Landesregierung will für dieses Gehalt Personen mit „Pädagogischer Kompetenz“ (z.B. Lehrkräfte ohne aktives Beschäftigungsverhältnis, Ausbilder/innen aus Betrieben, Sozialpädagog/innen und Erzieher/innen) gewinnen.


Probleme in der praktischen Umsetzung

Die PA sind keine eigenverantwortlich unterrichtenden Lehrpersonen. Sie arbeiten im Auftrag der Schulleitung bzw. der Lehrkräfte, denen sie zugeordnet sind. Die zuständigen Lehrkräfte müssen folglich die Arbeit der PA vorbereiten, also zusätzliche Arbeit leisten.

Inzwischen veröffentlichte das Kultusministerium das Stellenvolumen für die einzelnen Stadt- und Landkreise und gab Empfehlungen für die Verteilung. Welche Schulen bei der Vergabe berücksichtigt werden, soll mit den Schulleitungen besprochen werden. Pro Schule stehen etwa 10 Stunden zur Verfügung. Falls tatsächlich 10-Stunden-Verträge abgeschlossen werden, bedeutet dies einen Monatsverdienst von 455 Euro brutto.

Der Wunsch der PA nach komprimierter Arbeitszeit bei Teilzeitbeschäftigung wird nicht unbedingt mit den Einsatzwünschen der Schule übereinstimmen. Ein Einsatz in Deutsch oder Mathematik ergibt in der Regel keine zusammenhängende Arbeitszeit an einem Tag, sondern ist auf mehrere Wochentage verteilt.

Jede/r PA kann nur einen Arbeitsvertrag erhalten. Der mögliche Einsatz an zwei Schulen muss deshalb über Abordnung geregelt werden. Auch die Fahrzeiten beim Wechsel zwischen diesen beiden Schulen sind Arbeitszeiten.


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b+w 11/07


Kultusministerium

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