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Aktuell Presse Pressemitteilungen 2004 PM 77/04: KiTa-PISA | ||||||
| PM 77/04: KiTa-PISA | ||||||
| 30.11.04: "Kindergarten-PISA": Herausforderung für das Land GEW: Fachhochschulstudium für Leiterinnen von Kindergärten Stuttgart - "Eine Bestätigung für die gute Arbeit der Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen sowie eine Herausforderung für die Landesregierung" nennt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Ergebnisse der OECD-Studie "Starting Strong II". Die auch als "Kindergarten-PISA" bezeichnete internationale Vergleichsstudie über Kindertageseinrichtungen lobt positive Ansätze in Deutschland und kritisiert, dass die fünf teilnehmenden Bundesländer noch weit von internationalen Standards entfernt sind. Der Bericht wurde heute (30.11.) vom Bundesfamilienministerium veröffentlicht. "Wir schlagen als einen ersten Schritt vor, an einer Fachhochschule in Baden-Württemberg einen Studiengang für Leiterinnen und Leiter von Kindertageseinrichtungen einzuführen. Das bedeutet auch, dass diese besser bezahlt werden müssen. Mittelfristig sollten alle Erzieherinnen an Hochschulen ausgebildet werden. Der neue Orientierungsplan braucht außerdem verbindliche Qualitätsstandards und einheitliche Rahmenbedingungen, die von allen Trägern im Südwesten im Alltag umgesetzt werden müssen", sagte der GEW-Landesvorsitzende Rainer Dahlem in Stuttgart. Der OECD-Bericht kritisiert Regelungen wie das seit 2004 geltende Kindergartengesetz in Baden-Württemberg, das keine landesweiten Qualitätsstandards für die Bildung und Betreuung enthält. Die OECD-Experten plädieren für kleinere Gruppen in den Kindertageseinrichtungen. Die GEW unterstützt die Vorschläge und schlägt vor, dass maximal 15 Kinder von zwei Erzieherinnen betreut werden sollen. In Baden-Württemberg gibt es Kindergartengruppen mit bis zu 28 Kindern, für die nur eineinhalb Fachkräfte zuständig sind. "Die sinkenden Kinderzahlen bieten die Chance, Erzieherinnen zu entlasten und qualitative Verbesserungen umzusetzen", so Dahlem. Ausgaben in Deutschland zu niedrig Der OECD-Bericht zeigt, dass Deutschland mit 0,42 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wenig für die Bildung und Erziehung der Kinder unter 6 Jahren ausgibt und verglichen mit vielen anderen europäischen Ländern hohe Elternbeiträge verlangt werden. Die OECD-Experten weisen auf die Beispiele in Nachbarländern wie Belgien, Dänemark und Frankreich hin, in denen Kindertageseinrichtungen von Kindern ab drei Jahren kostenlos besucht werden können. Die Kommission schlägt deshalb vor, die Staatsausgaben "in einem Zeitraum von 10-15 Jahren deutlich zu erhöhen". Fünf Bundesländer nahmen teil An "Starting Strong II" haben neben Deutschland noch Frankreich, Irland, Korea, Kanada, Mexiko, Österreich und Ungarn teilgenommen. Neben Baden-Württemberg wirkten die Bundesländer Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen mit. Eine internationale Kommission der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hatte im Juni 2004 Kindertageseinrichtungen, Elterninitiativen und Ministerien besucht. "Wir freuen uns, dass sich das Land dem internationalen Vergleich stellt. Das bedeutet allerdings auch eine hohe Verantwortung für den Ausbau und die Verbesserung der Kindertageseinrichtungen", sagte Dahlem. Im Südwesten gibt es etwa 7.500 Kindertageseinrichtungen. | Pressemitteilungen 2004 zurück... Weitere Informationen | |||||