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| Brief der Schulleitungen an Kultusminister Rau | ||||||
Schulleitungen fordern Paradigmenwechsel in der Schulstrukturfrage Eine klare Mehrheit aller GHS - Schulleitungen aus dem Kreis Ravensburg und dem Bodenseekreis fordert eine Abkehr von dem bei uns im Land praktizierten, weltweit einzigartigen Sonderweg der frühen Trennung unserer Kinder nach der vierten Klasse in drei Schularten. Sehr geehrte Damen und Herren, eine Initiativgruppe praktizierender Schulexperten (Lehrer, Rektoren, Lehrerausbilder) aus dem Raum Ravensburg ist aktiv geworden, um sich gegen die starre Haltung des baden - württembergischen Kultusministeriums in der Schulstrukturfrage zu wenden. Hintergrund: Bisher sind uns bereits 17 Schulen im Kreis Ravensburg / Bodenseekreis bekannt, die wohnortnahe Schulkonzepte entwickelt haben. Nach den Vorgaben des Ministeriums werden diese aller Voraussicht nach abgelehnt. Von Seiten der Landesregierung wird immer wieder klargestellt, dass man an der weltweit einzigartigen frühen Trennung nach Klasse vier in drei Schularten festhalten werde. Spielräume sind nicht vorgesehen, weder im Hinblick auf eine gemeinsame Orientierungsstufe, noch im Hinblick auf die Dreigliedrigkeit. Die Initiativgruppe hat einen offenen Brief an Kultusminister Helmut Rau verfasst und dieses Schreiben an alle Schulleitungen aus dem GHS -Bereich im Kreis Ravensburg und im Bodenseekreis verschickt. Bis heute unterstützen bereits 96 der 131 angeschriebenen Schulleitungen den Brief ausdrücklich. Das ist ein klares Votum, den längst überfälligen Paradigmenwechsel einzuleiten. Auch ist dies als klares Votum von praktizierenden Schulexperten zu werten, die auf Erfahrungen sowohl im integrativen System der Grundschule, als auch im selektiven System der Hauptschule verweisen können. In dem Schreiben wird die Landes- und Bildungspolitik aufgefordert, den erwähnten Paradigmenwechsel anzugehen - weg vom selektiven dreigliedrigen Schulsystem, hin zu einem integrativen Schulsystem, in dem Kinder und Jugendliche, wie in anderen Staaten üblich, länger gemeinsam miteinander und voneinander lernen und dabei individuell gefördert werden. Weiter wird aufgeführt, dass eine längst überfällige parteiübergreifende Verständigung über das Ziel eines integrativen Schulwesens hergestellt werden müsse. Möglichst zeitnah wäre mit der Planung geeigneter Umsetzungsschritte zu beginnen. Hierbei sollen praktizierende Schulexperten partnerschaftlich eingebunden werden. Der in der Anlage beigefügte Brief, der sich in einen Frage- und Informationsteil gliedert, wurde auf dem Dienstweg an Herrn Kultusminister Rau, sowie zur Kenntnisnahme direkt an Herrn Ministerpräsident Oettinger geschickt. Als offener Brief wird er heute an verschiedene Gremien und Institutionen, die mit Schule zu tun haben, an die Landtagsabgeordneten der beiden Landkreise sowie an die entsprechenden Presseorgane verschickt. Eine Pressekonferenz findet am Freitag, den 11. Mai 07, um 14.00 Uhr im Alten Ochsen in 88250 Weingarten, Ochsengasse 5, statt. Mit freundlichem Gruß Rudolf Bosch Ravensburg Bernd Dieng Weingarten Josef Hartmann Ravensburg Ottmar Rupp Amtzell
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