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Pflichtstundenmodell

Abschied vom Pflichtstundenmodell

(09/04) Die Arbeit in den Schulen hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert und wird sich auch in Zukunft weiter verändern. Die alte "Stundenschule", in der - sauber abgegrenzt durch die traditionelle Fächereinteilung - im 45-Minuten-Takt Lektionen erteilt werden, wurde und wird mehr und mehr von einer Schule abgelöst, in der Fächer übergreifend projekt- oder themenorientiert und in unterschiedlichen Formen gelernt wird. Der Unterricht im Klassenverband wird zwar sicher nicht ganz verschwinden, er wird aber ergänzt und teilweise ersetzt durch andere Lernformen und Lernarrangements.

Hinzu kommt, dass die Tätigkeiten für Lehrerinnen und Lehrer außerhalb des Unterrichts in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Beratung von Schülerinnen und Schülern, Gespräch mit Eltern und Einrichtungen außerhalb der Schule, Bildungsplanreform, Schulentwicklung, Qualitätssicherung und Evaluation sind dazu nur einige Stichworte.

Die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern dagegen wird heute noch genauso wie vor 50 oder gar 100 Jahren bewertet. Allein ausschlaggebend ist die Zahl der pro Woche zu haltenden Unterrichtsstunden, alles andere ist weder definiert noch quantifiziert. Die Folgen dieser Auseinanderentwicklung sind fatal. Die Belastung der Lehrerinnen und Lehrer nimmt zu, die Unterrichtsverpflichtung wird beliebig manipuliert und - je nach Kassenlage - nach oben oder - aber das ist die absolute Ausnahme - nach unten verändert. Die Lehrerinnen und Lehrer nicht nur in Baden-Württemberg können ein Lied davon singen, wie schamlos die Landesregierung in den letzten Jahren mit der Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern umgegangen sind.





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