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Bezirke und Kreise Kreise Südwürttemberg Tettnang Informationen Pressemeldungen | ||||||
| Pressemeldungen | ||||||
| Weitere Informationen: Fritz Erb | ||||||||||
| Presseartikel Frühkindliche Bildung | ||||||||||
| SK Bodenseekreis 3.2.12: Gewerkschaft GEW: „Kitas haben zu wenig Lobby“ Mehr Investitionen in der Kinderbetreuung und für Fachkräfte in der Bodenseeregion – das fordert die „Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft“ (GEW). Der 2500 Mitglieder zählende Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht in der Bodenseeregion erheblichen Nachholbedarf für den Ausbau der Krippen- und Kitaplätze. Und der Mangel an sozialpädagogischen Fachkräften im Bereich der frühkindllichen Bildung spitze sich weiter zu. „Zwischen Überlingen und Isny fehlen bei den kommunalen und den freien Trägern in der Kinderbetreuung mittelfristig bis zu 300 Erzieher“, stellte der GEW-Kreisvorstand in jüngster Konferenz in Ravensburg fest. Zu Grunde gelegt wird bei dieser Berechnung eine bessere Regelung bei den Freistellungsanteilen von Kita-Leitungen im Umfang eines Viertels ihrer Arbeitszeit pro Gruppe, ferner ein kindgerechter Personalschlüssel von eins zu drei in den Kinderkrippen und von eins zu sechs bis acht in den Kita-Gruppen mit drei- bis sechsjährigen Kindern. Ein beträchtlicher Personalbedarf gehe zudem von der Umsetzung des „verbindlichen Orientierungsplans“ für die frühkindliche Bildung in den Kindertageseinrichtungen aus. Die Kreis-GEW anerkennt die Anstrengungen der Kommunen und freien Träger, die in beiden Landkreisen bis zu 55 Millionen Euro nach den diesjährigen Haushaltsplänen für den Ausbau der Krippen und Kitas investieren wollen. Für die Betreuung der Kinder unter drei Jahren erhalten sie die Gelder laut GWE dieses Jahr aus dem „Pakt für Familien mit Kindern“ von der Landesregierung 23 Millionen Euro, ergänzt durch Landesmittel für die Kindertagespflege und für Sprachfördermaßnahmen. „Es ist zu hoffen, so die Kreis-GEW, „dass in möglichst vielen Gemeinden der Standard des Bundesgesetzgebers mit 35 Prozent des Krippenbedarfs annähernd erreicht wird. “ Absolutes Vorbild sei freilich die Stadt Heidelberg, in der jetzt schon knapp 42 Prozent der heimischen Kinder unter drei Jahren betreut. „Auf den Anfang kommt es an“, ist die stellvertretende GEW-Kreisvorsitzende Alexandra Salzwedel überzeugt. Je besser – qualitativ und quantitativ – die frühkindliche Bildung organisiert sei, um nachhaltiger sei die Rendite in der Schul- und Berufsbildung. Fritz Erb, der GEW-Kreisvorsitzende, reklamiert bessere Arbeitsbedingungen, eine qualifizierte Ausbildung und eine höhere Bezahlung der Erzieherinnen. Zu überprüfen sei zudem die bisherige Beschäftigung von „Gruppenzweitkräften“ aus anderen Berufen in den Kitas. Nur so könnten die gewachsenen Anforderungen an die Organisation von Bildungsprozessen, an die pädagogische Beratung der Eltern und die Entwicklung von frühpädagogischen Konzepten im „verbindlichen Orientierungsplan“ erfüllt werden. Die Bundesregierung müsse ebenso wie die Landesregierung mehr Finanzmittel investieren, um die Städte und Gemeinden bei den Maßnahmen gegen den „Erzieherinnennotstand“ zu entlasten. | ||||||||||
| Pressemitteilung | ||||||||||
| „Kein Sonderopfer für Landesbeamte“! Bei einem vorweihnachtlichen Besuch auf dem Helchenhof des Wahlkreisabgeordneten Martin Hahn (Bündnis 90/Die Grünen) in Überlingen protestierten Vertreter der Gewerkschaft der Polizei (GdP), der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und des Verbandes der Verwaltungsbeamten (VdV) gegen die drohende Einkommenskürzung bei den Landesbeamten. Übergabe der „Beamten-Melkkuh“ durch Gewerkschafts-Vertreter an den MdL Martin Hahn (von links nach rechts: Egon Stoll, Hans-Peter Hahn, MdL Martin Hahn, Helmut Schönleber, Dieter Stauber und Karl Duck) Die Landesregierung möchte 130 Millionen Euro durch eine Verschiebung der Besoldungserhöhung und durch eine höhere Zuzahlung bei der Beihilfe einsparen. Helmut Schönleber (Ortsverbandsvorsitzender der GEW) und Egon Stoll (Vertreter des VdV) stellten die Gerechtigkeitsfrage, angesichts des einseitigen Griffs in die Beamten-Geldbeutel. Schönleber führte weiter aus, dass die Lehrer durch zahlreiche Neuerungen im Bildungsbereich sehr gefordert seien und nun noch zusätzlich Lohneinbußen akzeptieren sollen. Stoll machte auf diverse Veröffentlichungen aufmerksam, wonach die Regierung weitergehende Eingriffe bei Heilfürsorge und Beihilfe (Krankenversicherung der Beamten und ihrer Angehörigen) plane und erinnerte an die „Fürsorgepflicht des Landes“ und an den Grundsatz von „Treu und Glauben“. Karl Duck und Dieter Stauber - Kreisvorstandsmitglieder der Gewerkschaft der Polizei – erläuterten, dass die ohnehin lächerlich niedrige Lohnerhöhung von 1,2 % im Jahr 2012 , welche nicht einmal einen Inflationsausgleich darstelle, nun zwei bzw. sieben Monate später kommen solle, als geplant. Zusammen mit einem Aufschlag in der Beihilfe ergäbe sich damit eine „deutlich negative Einkommensentwicklung“. Der Vertrauensvorschuss der neuen Regierung bei den Beamten habe sich in einen massiven Vertrauensverlust und in Enttäuschung gewandelt. „Wenn wir schon in einem guten Haushaltsjahr an den Gehältern der Beamten sparen, was droht uns dann erst in schlechten Jahren?“ Diese Frage stand allen ins Gesicht geschrieben. Der ebenfalls anwesende Bruder des Landtagsabgeordneten, Hans-Peter Hahn – selbst Polizeibeamter – bestätigte, dass die Beamten durch moderate Gehaltserhöhungen der letzten Jahre, bereits aufaddiert im zweistelligen Prozent-Bereich niedrigere Erhöhungen bekamen, als andere Arbeitnehmer. Es ist noch nicht lange her, da hat die Partei der Grünen die Wahlprüfsteine der Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor der Landtagswahl wie folgt beantwortet: „Frage: Welche Einschränkungen planen Sie in punkto Beihilfe / Heilfürsorge? Antwort: Die Polizei darf nicht immer nur Melkkuh für Einsparziele der Landesregierung sein. Deswegen stellen wir uns gegen Einschränkungen bei der Beihilfe / Heilfürsorge.“ Um den Abgeordneten Martin Hahn an dieses Wahlversprechen seiner Partei zu erinnern, erhielt er von den Gewerkschaftsvertretern eine kleine Spielzeug-Kuh für den Fenstersims überreicht. „Bitte erinnern Sie sich täglich daran, dass wir Landesbeamte nicht die Melkkuh für den Landeshaushalt sein wollen“, sagte Stauber. Gerne hätten die Beamten auch einen SPD-Vertreter besucht und informiert, aber seit der Landtagswahl stellt diese Regierungsfraktion keinen Abgeordneten mehr für den Bodenseekreis. Der Wahlkreisabgeordnete hörte aufmerksam zu, zeigte Verständnis und räumte ein, dass Kürzungen bei den Beamten bei gleichzeitiger Stellenschaffung in den Ministerien und einer Diätenerhöhung bei den Landtagsabgeordneten um 4,55 % im Juli 2011 schwer vermittelbar seien. Das Ziel, in 2012 keine neuen Schulden zu machen, habe das Einsparprogramm bei den Beamten erzwungen, erläuterte MdL Hahn. Zudem seien auch strukturelle Verbesserungen bei der Polizei und an den Schulen beschlossen worden. Er trage die Verzögerung bei den Gehalts- und Versorgungsbezügen mit, sehe aber bei dort möglichen Strukturveränderungen in seiner Fraktion noch Klärungsbedarf. Er stellte in Aussicht, dass auf seine Initiative hin schon bald eine erneute Gesprächsrunde mit Beamtenvertretern und Experten der Grünen-Fraktion stattfinden könnte. Auf alle Fälle müsse die Sprachlosigkeit überwunden werden und eine verlässliche und von allen akzeptierte Regelung für die kommenden Jahre gefunden werden. Die Beamtenvertreter bedankten sich beim Wahlkreisabgeordneten für die Aussprache und gaben an der Türschwelle noch zu bedenken, dass durch die Sparbeschlüsse der Regierung die Attraktivität der betroffenen Berufe leide. | ||||||||||
| Pressemitteilung | ||||||||||
| Neuer Vorstand des GEW Ortsverbandes Ravensburg gewählt Der Ortsverband Ravensburg / Weingarten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wird von einer Doppelspitze geführt. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde Birgit Faigle , Realschullehrerin an der Realschule Weingarten, in ihrem Amt als Vorsitzende bestätigt. An ihre Seite wurde neu Roswitha Malewski, Hauptschullehrerin an der Bildungswerkstatt Bergatreute, gewählt. Das neue Vorstandsduo Birgit Faigle ( li) und Roswitha Malewski Das neue Vorstandsduo steht vor der schwierigen Aufgabe, die über 1000 Mitglieder des Schussentales zu betreuen und die Stimme des Verbandes bei schulpolitischen Diskussionen einzubringen. Faigle wies in ihrem Rückblick auf erfolgreiche Aktionen des letzten Jahres hin, wie z. B die Fahrt zur Bildungsmesse nach Stuttgart oder die Podiumsdiskussion über Schulpolitik mit den Landtagskandidaten. Im Blick auf die Zukunft appellierte sie, auch bei strittigen schulpolitischen Entscheidungen den Zusammenhalt zu bewahren und wies darauf hin, dass sich der Ortsverband schon seit vielen Jahren für eine gemeinsame, reformorientierte Schule für alle Kinder eines Stadtteils einsetzt und deshalb das Ravensburger Modell unterstützt. Faigle: „Gerade wir in der GEW, die wir aus allen pädagogischen Einrichtungen kommen, müssten eigentlich über den Tellerrand unserer eigenen Schulart hinausblicken. Unser Anliegen muss sein, das natürliche Lernverhalten der Kinder zu fördern und nicht durch das bestehende mehrgliedrige Schulsystem zu behindern. Wir müssen bereit sein für Reformprozesse.“ Die GEW Ravensburg/Weingarten wird deshalb weiterhin aufmerksam die Entwicklung der Schullandschaft im Schussental verfolgen. | ||||||||||
| Presseartikel Ausbau berufliche Gymnasien | ||||||||||
| Ministerin verspricht Hausaufgaben zu machen Es wurde Zeit. Ende November kündigte die baden-württembergische Kultusministerin Marion Schick an, die beruflichen Gymnasien auszubauen und die achtjährigen Gymnasien zu entlasten. Sie kommt damit den seit Jahren von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg (GEW) gestellten Forderungen nach, diese dringend erforderlichen Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Forderungen, die auch die regionale GEW mehrfach für die Schulen im Bodenseekreis und im Landkreis Ravensburg erhoben hat. Es bleibt zu hoffen, dass diese Ankündigungen nicht nur Wahlkampfrhetorik sind. Denn: Auch die beruflichen Schulen zwischen Allgäu und Bodensee kämpfen seit Jahren mit einer chronischen Unterversorgung von Lehrerstunden. Zudem leiden sie unter einer unhaltbaren Begrenzung der Schülerplätze an ihren beruflichen Gymnasien. Dies hat bisher bedeutet, dass den Schulen vorgeschrieben ist, wie viele Klassen sie in den verschiedenen Fachrichtungen einrichten dürfen. Dabei hat sich in den letzten Jahren regelmäßig gezeigt, dass sich mehr Schülerinnen und Schüler mit einer mittleren Reife an den beruflichen Gymnasien beworben haben als diese dann aufnehmen konnten. Obwohl von verantwortlicher Stelle, auch von Kultusministerin Schick, immer wieder betont worden ist, es gebe keinen Abschluss ohne Anschluss. Es muss sich nun also zeigen, ob die beruflichen Gymnasien ihre Klassen bedarfsgerecht ausbauen dürfen. Noch vor kurzem hatte die Ministerin anlässlich ihres Besuches an den kaufmännischen Schulen in Wangen diesbezügliche Forderungen mit der Bemerkung abgetan, dass nicht jeder Abitur machen müsse. Spannend wird, ob in Zukunft wirklich alle Schüler die für sie erreichbaren Schulen besuchen können und ob sie die von ihnen gewünschten Bildungsgänge absolvieren können. Der GEW Kreisvorstand meint, dass es jedenfalls überzeugender gewesen wäre, wenn diese Ankündigungen – die beruflichen Gymnasien auszubauen und das so genannte G 8 zu entlasten – schon früher gekommen und umgesetzt worden wären und nicht erst jetzt, im Vorfeld der Landtagswahl 2011. | ||||||||||
| Pressemitteilung Lehrer/innenausbildung Grundschule (September 09) | ||||||||||
| Grundschullehrer/innen landen auf dem Abstellgleis GEW appelliert an Landtagsabgeordnete für die Verlängerung der Studienzeit Die Bildungsgewerkschaft GEW im Kreisverband Bodenseekreis / Ravensburg hat sich bei der diesjährigen Kreisdelegiertenversammlung Anfang Oktober für ein achtsemestriges Grundschullehrerstudium ausgesprochen. „Warum sollten Kinder in den ersten Schuljahren, in denen die Grundlagen für den späteren Bildungsweg gelegt werden, von schlechter ausgebildeten Lehrern unterrichtet werden? Das Lehramt Grundschule ist gleichwertig mit den Lehrämtern der Sekundarstufe I . Dies muss sich sowohl in der Aufwertung des Studiums durch die Verlängerung auf acht Semester und in der Angleichung der Bezahlung niederschlagen“, sagte Fritz Erb, Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Anlass für die aktuelle Initiative der regionalen GEW sind die Pläne der Landesregierung für eine Neuregelung des Studiums für Grundschulen, Hauptschulen sowie Realschulen. Die im Zuge der Umstrukturierung beabsichtigte Trennung des bisherigen Verbundlehramts Grund- und Hauptschule wird von der GEW begrüßt. Gleichzeitig debattiert jedoch die CDU/FDP-Koalition über die Studiendauer für angehende Grundschullehrer/innen. Dieser Primar-Studiengang soll mit sieben Semestern kürzer sein als der neugeschaffene achtsemestrige Studiengang für die Haupt- und Realschule. „Ich halte es für fatal, wenn mit der Trennung des Verbundlehramtes eine Abqualifizierung der Ausbildung für die Grundschule verbunden wäre. Arbeit mit kleinen Kindern ist nicht anspruchsloser und keinen Cent weniger wert als die Arbeit mit größeren Kindern“, so Fritz Erb. Andere Bundesländer orientieren sich dabei konsequenter an die im europäischen Bologna-Prozess vorgegebene Vereinheitlichung und Verlängerung der Studienzeit. In Sachsen ist die Regelstudienzeit für alle Lehrämter auf zehn Semester festgelegt und auch Nordrhein-Westfalen hat sich für eine gleichwertige Ausbildung aller Lehrer/innen mit ebenfalls 10 Semestern entschieden. Die Neuauslegung der Lehrerbildung zwischen 2010 und 2015 soll dort rund 100 Millionen Euro kosten. Der Widerstand aus Baden-Württemberg hat allein finanzielle Gründe. „Es soll bei den Jüngsten gespart werden. Eine Studienzeitverlängerung würde auch den Druck auf die Bezahlung der Grundschullehrer/innen erhöhen. Die Frage, ob Männer für das Lehramt Grundschule gewonnen werden können, ist somit auch von den Sparplänen des Landes abhängig,“ so Erb. Die Bildungsgewerkschaft setzt sich daher besonders auch bei den Landtagsabgeordneten der Region für ein akademisches Fachstudium ein, um den Grundschullehrer/innen auch die gleichen Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung einzuräumen. „Nur wenn bestqualifizierte Lehrerinnen und Lehrer in der Grundschule die Basis für das lebenslange Lernen legen, können die Schülerinnen und Schüler auch optimale Leistungen erreichen“, so der Kreisvorsitzende. | ||||||||||
| Pressemitteilung Veränderung Schullandschaft (Januar 09) | ||||||||||
| Dramatische Veränderung der Schullandschaft schon im Gange Ravensburg - Es wird ernst: Mindestens 30 Hauptschulen im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis sind von Schließungen und Teilauflösungen betroffen. Dies berichteten die Vertreter der 2400 GEW-Mitglieder aus beiden Kreisen bei einer Tagung in Ravensburg. Teilweise seien die Schließungen schon vollzogen, teilweise neu beschlossen und anderen Hauptschulen drohe in Bälde ihre Auflösung. Oftmals seien diese Schulen bestens ausgestattet, erst vor wenigen Jahren renoviert oder sogar erweitert worden. Andererseits platzen in den Städten die Realschulen und Gymnasien aus allen Nähten und sie müssen erweitert bzw. es müssen Container aufgestellt werden, um die Schüler aufnehmen zu können. Gründe für diese Schließungen sind (noch) nicht so sehr der allgemeine Schülerrückgang, sondern das veränderte Übergangsverhalten nach der 4. Klasse der Grundschule. So wechselten im Sommer 2008 im Landkreis Ravensburg nur noch 28 % der Viertklässler auf die Hauptschule, im Bodenseekreis waren es nur noch 23,5 %. Beratungslehrkräfte aus der Region berichteten von teilweise äußerst schwierigen Gesprächen mit Eltern, deren Kinder „nur“ eine Hauptschulempfehlung erhalten hätten. „Das ging so weit, dass ich massiv bedroht wurde, weil ich bei meiner Hauptschulempfehlung für ein Kind blieb“, schilderte ein Teilnehmer seine Erfahrungen. Landesweit wurde im vergangenen Sommer fast jede vierte Hauptschulempfehlung von Eltern angefochten. „Wenn die Schulpolitik sich nicht grundsätzlich ändert, werden sämtliche weiterführenden Schulen auf den Dörfern und in vielen Stadtteilen schließen müssen, auch die, die jetzt noch gut da stehen!“ äußerte ein Vertreter einer - noch - kerngesunden Werkrealschule. Beschleunigt werde dieser Trend durch die Absicht, die Werkrealschulen grundsätzlich mindestens zweizügig zu führen und eng mit den Berufsfachschulen zu verzahnen. „Dieser bildungspolitische Kahlschlag auf den Dörfern und in vielen Stadtteilen müsste nicht sein, wenn Baden-Württemberg endlich damit aufhören würde, die Kinder schon frühzeitig auf drei und mehr verschiedene Schularten zu verteilen“, betonte der Kreisvorsitzende Fritz Erb und nannte damit die eigentliche Ursache des Schulsterbens auf dem flachen Land und in den Städten. Dabei müsse man sich immer wieder vor Augen führen, dass unser System mittlerweile weltweit einzigartig ist und international längst andere Wege gegangen werden. Schon Anfang der Neunziger Jahre, als die Schülerzahlen an den Hauptschulen noch stabiler waren, habe die GEW eine Änderung der Schulpolitik gefordert mit dem Ziel, den Abwanderungstendenzen entgegen zu wirken. Viele Anträge (auch aus der Region) auf Schulversuche mit dem Ziel, längeres gemeinsames Lernen in engagierten Schulen zu erproben, seien allesamt abgelehnt worden. Die Bildungsgewerkschaft beschloss, sich im Kommunalwahlkampf im Frühjahr mit hochkarätigen Veranstaltungen zur Bildungspolitik zu Wort zu melden. So sollen Erfahrungen aus anderen Bundesländern aufzeigen, wie mit integrativen Schulmodellen der Schülerabwanderung erfolgreich begegnet werden kann. Darüber hinaus werden zukunftsweisende Konzepte für Schulen im ländlichen Raum vorgestellt und renommierte Erziehungswissenschaftler und ehemalige Schulamtsdirektoren werden ihre Sichtweisen und reichhaltigen Erfahrungen in die Diskussion einbringen. „Ziel ist es, für alle Betroffenen und Beteiligten – Schüler, Eltern, Lehrer und Verantwortliche in den Gemeinden – sichtbar zu machen, dass es zukunftsgerichtete und den Bedürfnissen der Kommunen dienliche Alternativen zu der unverantwortlichen Kahlschlagpolitik der baden-württembergischen Landesregierung gibt!“, schloss Fritz Erb die Veranstaltung. | ||||||||||
| Presseartikel Schulleitertagung | ||||||||||
| SK Kreis RV 10.12.08: Schulleitungen fordern Hilfe Kreis Ravensburg – „Wir erleben täglich, dass die Erziehungsprobleme größer werden. Regelverletzungen in den Pausen, Vandalismus in den Schultoiletten und Störungen im Unterricht belasten nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schulleitungen“, sagte Otto Kempter, Leiter des Arbeitskreises Schulleitung der Lehrergewerkschaft GEW im Bodenseekreis und Kreis Ravensburg und Schulleiter der Grund- und Hauptschule Eglofs bei einer regionalen Schulleitertagung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bad Waldsee. Die Bildungsgewerkschaft GEW, in der die meisten Schulleiterinnen und Schulleiter Baden-Württembergs organisiert sind, fordert in einer landesweiten Aktion mehr Unterstützung für Schulleitungen. „Das Kultusministerium und die Schulträger müssen auf die ständig steigende Aufgabenflut an den Schulen reagieren. Die Schulen, die Lehrkräfte und die Schulleitungen brauchen mehr Zeit und bessere Unterstützungssysteme“, kritisierte Schulleiter Werner Geiss, Mitglied im GEW Kreisvorstand. Notwendig seien nicht nur effektivere Beratungs- und Hilfssysteme für die zunehmende Zahl von Schülern mit Verhaltensauffälligkeiten und Teilleistungsschwächen, sondern auch eine bessere Unterstützung der Schule im Verwaltungs- und Organisationsbereich und in den Bereichen Gesundheit, Hygiene, Sicherheit und Technik. An größeren Schulen sollte dafür die Assistenz ausgebaut und besser bezahlt, an den kleineren Schulen das Sekretariat aufgestockt werden. Weil die Grundbelastungen an allen Schulen ähnlich sind, spricht sich die GEW für einen Sockel von mindestens einer halben Stelle Leitungszeit für alle Schulleitungen aus. „Es darf nicht sein, dass Schulleiter und Schulleiterinnen so stark mit Verwaltungs- und Organisationsarbeit und kurzfristiger pädagogischer Krisenbewältigung beschäftigt sind, dass keine Zeit mehr bleibt für die Weiterentwicklung der Qualität der Schule und der Unterrichts- und Erziehungsarbeit“, so die einhellige Meinung der Teilnehmer der Tagung. Vor allem an den kleinen Schulen sind Schulleiter Chefs, Sekretärinnen, Hausmeister und Klassenlehrer in einem. Durch die zunehmende Überlastung von Schulleitungen und eine angesichts der gestiegenen Anforderungen nicht mehr angemessene Besoldung leide auch die Attraktivität des Berufes. Es sei ein stetiger Rückgang bei den Bewerbungen auf freie Schulleitungsstellen zu verzeichnen. | ||||||||||
| Pressemitteilung GEW Kreis zum Schuljahresende | ||||||||||
| Junge Lehrer/innen brauchen feste Zusagen GEW: Aufruf an Bürgermeister – Rettet wohnortnahe Schulen Die Bildungsgewerkschaft GEW erwartet nach der Ankündigung der Bildungsoffensive vom Kultusministerium endlich eine verlässliche Lehrereinstellungspolitik und einen Stopp der unhaltbaren Zustände bei den etwa 1.500 befristet beschäftigten Lehrerinnen und Lehrern. Mit frühzeitigen Einstellungszusagen an Gymnasiallehrkräfte versuchte das Kultusministerium dieses Jahr die Abwanderung der Besten zu verhindern. Die GEW will erreichen, dass dies weiter ausgebaut wird. „In diesem Jahr hat in den Grund-, Haupt- und Realschulen auch unserer Region ein Viertel der Lehramtsbewerber/innen ein Einstellungsangebot abgelehnt, weil sie offenbar bereits in den Nachbarländern Verträge unterschrieben hatten. Gute Lehrerinnen und Lehrer mit Einser-Abschluss wandern ab. Dies ist eine Reaktion auf die chaotische Lehrereinstellung 2007 und die Erfahrungen vieler junger Lehrkräfte, die als befristet eingestellte Krankheitsvertretungen zuerst viel Lob für ihre hervorragende Arbeit erhalten und dann als Hartz IV-Empfänger oder 1-Euro-Jobber in die Sommerferien geschickt werden“, sagte Fritz Erb Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am letzten Schultag vor den Sommerferien in Ravensburg. Die GEW setzt sich für eine Erhöhung der festen Krankheits- und Elternzeitreserve von 1,5 auf 6 Prozent ein und eine Bezahlung der befristet Beschäftigten in den Sommerferien. Erb bezeichnete die Bildungsoffensive der Landesregierung als „erstes Signal nach zwei Jahren Stillstand in der baden-württembergischen Bildungspolitik“. Der GEW-Kreisvorsitzende beurteilt die Pläne zur „Rettung der Schulstruktur“ allerdings als Sackgasse. „Nur wenn wir uns endlich von der Auslese unserer Kinder in der vierten Klasse verabschieden und sie länger gemeinsam lernen lassen, werden wir auf Dauer wohnortnahe und moderne Schulen schaffen können. Wir rufen die Bürgermeister in ganz Baden-Württemberg auf, überall Anträge auf Modellschulen zu stellen, in denen Kinder gezielt gefördert statt sortiert und weggeschickt werden“, so Erb. | ||||||||||
| Pressemitteilung zum Bildungshaus 3 bis 10 | ||||||||||
| Bildung soll ohne Bruch erfolgen Bad Waldsee – Der Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützt in seiner jüngsten Klausurtagung das Projekt „Bildungshaus 3 bis 10“ des Landes, bei dem die frühkindliche Bildung durch engere Verzahnung von Kindergarten und Grundschule verbessert werden soll. Gleichzeitig aber fordert die hiesige Bildungsgewerkschaft im Falle einer erfolgreichen Erprobung die landesweite Einführung des Bildungshauses und eine Ausweitung des Längeren gemeinsamen Lernens auf die gesamte Pflichtschulzeit. “Wir wissen, wie wichtig die Verzahnung des frühkindlichen Lernens mit dem des schulischen Lernens ist“, so Fritz Erb der Kreisvorsitzende der GEW. „Daher begrüßen wir den Modellversuch der Landesregierung und das darin enthaltene Ziel, eine durchgängige Bildungsbiographie für die Kinder zu erreichen.“ An 33 Standorten wird derzeit diese Bildungseinrichtung für Drei- bis Zehnjährige aufgebaut, darunter auch an der Grundschule Arnach, dem einzigen Standort in unserer Region. Ein Team um Professor Manfred Spitzer, dem bekannten Hirnforscher aus Ulm, begleitet das Projekt wissenschaftlich. „Wenn das ältere Kind dem kleineren etwas beibringt, lernt es selbst mindestens genauso viel dabei“, legt Spitzer damit einen Schwerpunkt auf das gemeinsame Lernen. „Was im Bildungshaus für das Alter von 3 bis 10 Jahren als wichtiger Grundsatz gilt, muss auch für den Übergang von Klasse 4 in die weiterführende Schule gelten.“ fordern die Teilnehmer der Tagung. Gerade bei uns in Deutschland führe jedoch die weltweit einzigartige Trennung nach der 4. Klasse noch zu diesem Bruch in der Bildungsbiographie, wie ihn Minister Rau im Kindesalter gerade vermeiden wolle. „Daher müssen wir uns an den erfolgreichen Staaten orientieren, die ihre Kinder länger gemeinsam lernen lassen, in der Regel bis zum Ende der Pflichschulzeit nach 9 Schuljahren.“, so Erb. Bildungs-biographien ohne Brüche und eine schulische Bildung mit Möglichkeiten der individuellen Förderung ist eine Hauptforderung des GEW-Kreisvorstandes. Erst danach sollten sich die Jugendlichen z.B. für eine berufliche Ausbildung oder die Angebote der verschiedenen weiterführenden Gymnasien entscheiden müssen. Lehrerinnen und Lehrern komme dabei eine neue Rolle zu, nämlich die Organisation von Lernangeboten, die sich am Lernstand des einzelnen Kindes orientieren und ein meist selbständiges Lernen unterstützen. „Angesichts dieser veränderten Anfor-derungen muss es zu einer Aufwertung des Berufsbildes von Erzieherinnen und Erziehern und zu einer Ausweitung der Ausbildung aller zukünftig in diesem Bildungsbereich Beschäftigten kommen.“ fordert die GEW in einer abschließenden Resolution. | ||||||||||
| Presseartikel zur Delegiertenversammlung in der Region Boden-Oberschwaben-Allgäu | ||||||||||
| SZ Friedrichshafen 30.11. 07: GEW bestätigt Fritz Erb im Amt FRIEDRICHSHAFEN (sz) Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in der Region Bodensee-Oberschwaben-Allgäu hat bei ihrer Delegiertenversammlung im Gasthof zum Kreuz in Bavendorf Fritz Erb erneut zum Vorsitzenden gewählt. Geehrt wurde Kassenverwalter Heiner Wörner, der sein Amt in jüngere Hände legte. Seit der ersten Wahl von Fritz Erb zum hiesigen GEW-Vorsitzenden vor vier Jahren sei die Zahl der Mitglieder in der Region von 1 800 auf knapp 2 100 angewachsen, schreibt die GEW in einer Pressemitteilung. Unter den Mitgliedern seien zunehmend auch Erzieherinnen, Sozialpädagogen oder Dozenten in der Erwachsenenbildung aktiv. Zu Stellvertretern des GEW-Kreisvorsitzenden wurden wieder Mechthild Schober (Weingarten) und Karsten Pechan(Ravensburg) gewählt. Neue stellvertretende Kreisvorsitzende ist außerdem Christina Schweizer (Tettnang). Zum neuen Kreisrechner wurde Hans Hellmann (Leutkirch) gewählt. Pressereferentin ist Elke Noszkovics. Die GEW ehrte außerdem Heiner Wörner (Stetten am Bodensee), der sein Amt als Kassenverwalter abgab. Wörner hatte seit 1974 die Finanzen der GEW-Region betreut und war in diesem Zeitraum für 34 Haushaltspläne verantwortlich. Erb würdigte sein Engagement und verabschiedete sich auch mit Worten der Anerkennung von der langjährigen Schriftführerin Birgit Faigle. | ||||||||||
| b&w-Artikel: Regionale Bildungslandschaft Ravensburg | ||||||||||
| Privatisierung der Bildung: Bildung aus Gütersloh – im Ländle? Weltweit verschieben sich die Gewichte zwischen Ökonomie und Politik. Begleitet wird dies von der planmäßigen finanziellen Austrocknung des öffentlichen Sektors. Hauptakteur dieser Transformation* ist in Deutschland die Bertelsmann-Stiftung, die u.a. in Ravensburg und Freiburg aktiv ist. Im Artikel eine Kurzfassung eines Vortrags von Ingrid Lohmann (Historische Bildungsforschung, Universität Hamburg). „Regionale Bildungslandschaft“ in Ravensburg: das Bertelsmann-Projekt in Ba-Wü Schulen aus dem Kreis Ravensburg und der Stadt Freiburg nehmen parallel an dem Projekt „Regionale Bildungslandschaften“ (RBL) teil, mit dem die Bertelsmann-Stiftung „einen Beitrag zur kontinuierlichen Fortschreibung einer zukunftsfähigen Gesellschaft“ leisten möchte. Fritz Erb berichtet aus Ravensburg von den Erfahrungen des ersten Jahres im Artikel. Privatisierung verstärkt Ungleichheit Die Privatisierung von Bildung ist eine Bedrohung für Kinder und Lehrkräfte. Inge Goerlich beschreibt im Artikel die Auswirkungen und die Forderungen der GEW.
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| Pressemitteilung zur Veranstaltung "Regionales Bildungsbüro" | ||||||||||
| GEW informiert sich über Regionales Bildungsbüro Ravensburg RAVENSBURG. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt trotz einiger kritischer Vorbehalte das Projekt des „Regionalen Bildungsbüros“ in Ravensburg. Im vollbesetzten Saal des Schützenhauses Mariatal in Weißenau ließen sich Rektoren und Lehrkräfte aus dem gesamten Ravensburger Kreisgebiet zusammen mit Schulamtsleiter Volker Kiesel von Rolf Wiedenbauer über die „Chancen, Risiken und Nebenwirkungen“ der neuen Einrichtung informieren. Er hat die Leitung des Regionalen Bildungsbüros in der südbadischen Metropole Freiburg übernommen. Das Stuttgarter Kultusministerium und die Bertelsmann-Stiftung haben im vergangenen Jahr den beiden Regionen um Freiburg und Ravensburg dieses Projekt vorgeschlagen, verbunden mit einem ansehnlichen Geldsegen von oben für die drei Jahre währende Aufbauphase. Wichtigstes Ziel des neuen Bildungsbüros ist es nach den Worten des Referenten aus Freiburg, „in enger Kooperation von schulischen und außerschulischen Partnern künftig allen Schulkindern eine optimale Schullaufbahn ohne Brüche zu gewährleisten.“ Die Kinder und Jugendlichen sollen sich in einigen Jahren darauf verlassen können, dass sie mit einer intensiveren Förderung, mit vernetzter Jugend- und Familienhilfe und mit einem Qualitätsschub im Schulunterricht bessere Startchancen in Beruf und Gesellschaft haben werden. Bisher war die Landesregierung mit dem Kultusministerium allein für die Entwicklung des Bildungs- und Erziehungswesens im Lande zuständig. Nach dem neuen Konzept sollen jetzt auch die kommunalen Gebietskörperschaften im Stadtkreis Freiburg sowie im Landkreis Ravensburg an der Verantwortung für die künftige Bildungsplanung in der Region beteiligt werden. Hinzu kommen noch die regionalen Institutionen der Wirtschaft und des Sozialbereiches. Die Bertelsmann-Stiftung, so beteuerte Wiedenbauer nach kritischen Einlassungen aus der Versammlung, beschränke sich auf das Angebot, das technische Instrumentarium bereitzustellen, mit dem die Fragebögen zur Überprüfung der Qualitätsentwicklung in den beteiligten Schulen ausgewertet werden. Barbara Haas, die stellvertretende Vorsitzende der baden-württembergischen Bildungsgewerkschaft GEW, unterstützte die Zielsetzungen der neuen Bildungsregionen. „Warum aber werden dann die Schulen, die kommunalen Schulträger und andere Beteiligte so sehr unter Zugzwang gesetzt, dass eine intensivere Vorberatung nahezu verhindert wird, “ verhehlte die GEW-Sprecherin nicht ihre deutliche Kritik am Vorgehen der Stuttgarter Landesregierung. Hier würden Geldmittel frei gesetzt, während landesweit die Schulsozialarbeit zurück gefahren werde und erste Lehrerstellen zur Streichung vorgemerkt würden. Haas forderte mehr Entlastungsstunden für die Lehrkräfte auch an den Gymnasien und an den Beruflichen Schulen, um die Schülerinnen und Schüler individueller fördern zu können im Sinne der neuen Bildungspläne und Bildungsstandards, die seit zwei Jahren an den Schulen landesweit eingeführt wurden. Die GEW vermisst im Konzept des Regionalen Bildungsbüros zudem eine nachhaltigere Erfassung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes am „Arbeitsplatz Schule“. Schnellschüsse und wiederholte Fragebogenaktionen allein führten noch keine Qualitätsentwicklung an den Schulen herbei, argwöhnten einzelne Sprecher in der Diskussion. Die Versammlung würde es begrüßen, wenn sich auch die Privatschulen im Kreis Ravensburg zur Beteiligung an dem Projekt entschließen könnten. Unter den über 60 Schulen, die ihr Interesse am „Regionalen Bildungsbüro“ in Freiburg angemeldet haben, sind immerhin 10 Privatschulen (in freier und kirchlicher Trägerschaft) registriert. In der oberschwäbischen Bildungsregion können sich Schulen noch bis zum 31.Januar beim Landratsamt Ravensburg melden, wenn sie sich an dem Bildungsprojekt beteiligen wollen. „Es hat lange gedauert, bis Visionen zur Weiterentwicklung des Bildungswesens in Oberschwaben in die Tat umgesetzt werden, “wunderte sich eingangs Fritz Erb, der Vorsitzende der regionalen GEW-Organisation. Was einst im Jahr 1989 als „Leitsätze“ vom Regionalverband und der Arbeitsgemeinschaft ländlicher Raum zur künftigen Bildungsplanung in der Region vorgelegt worden sei, sei in den zurückliegenden Jahren eher im Aktenschrank verschwunden und habe zu keinen nennenswerten Initiativen geführt. Erb forderte außerdem ein neues Konzept, um Schulen vor der Schließung bewahren zu können. „Was muten wir den Kindern und Jugendlichen zu“, gab Erb zu bedenken, „wenn wir es hinnehmen, dass in unserer Region Bodensee-Oberschwaben fast jedes Jahr ein weiterer Hauptschulstandort aufgelöst wird?“ W. Bernhard
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| Pressemitteilung: Bessere Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen gefordert | ||||||||||
| Anlässlich einer Konferenz am 18.2.05 mit Erzieherinnen aus Kindergärten der beiden Landkreise Ravensburg und Bodenseekreis Erzieherinnen wehren sich gegen Mehrbelastung und Einkommenseinbußen Der kürzlich vereinbarte Tarifvertrag für die Beschäftigten im Bund und bei den kommunalen Arbeitgebern darf nicht zu Mehrbelastungen bei den Erzieherinnen in den Kindergärten führen. Zugleich lehnt die GEW Bodensee-Oberschwaben Einkommenseinbußen bei den Beschäftigten im Vorschulbereich in Folge des neuen Bundesangestelltentarifs(BAT) ab. In Ravensburg hatte die Bildungsgewerkschaft GEW letzten Freitag eine Konferenz mit Erzieherinnen aus Kindergärten in den beiden Landkreisen Ravensburg und Bodenseekreis abgehalten. Karl-Heinz Paulsen, Landesvorsitzender der Fachgruppe Sozialpädagogik in der baden-württembergischen GEW, appellierte an die Erzieherinnen, sich an der Erprobung einzelner Bereiche im neuen Orientierungsplan des Stuttgarter Kultusministeriums für Bildung und Erziehung in den Kindergärten zu beteiligen. Ebenso wie in Hessen sollte ein gemeinsamer Bildungsplan für die Kinder vom 1.bis zum 10.Lebensjahr für Kindergärten und Grundschulen erstellt werden. Dies diene vor allem der sprachlichen Förderung der Kinder auch aus Migrantenfamilien. Gleichzeitig müsse eine Verschulung der pädagogischen Arbeit in den Kindergärten wie in Frankreich vermieden werden, betonte Paulsen. Eva Gessler von der Kuppelnau-Grundschule in Ravensburg sprach sich für eine bessere Zusammenarbeit der Kindergärten und Tagesstätten mit den Grundschulen aus. „Die Kinder ziehen großen Nutzen aus einem möglichst reibungslosen Übergang in beiden Bildungsbereichen. Der neue „Orientierungsplan“ tritt endgültig im Sommer 2009 in Kraft. Schwerpunkte sind die Orientierung an der Lebenswelt der Kinder und an den kindlichen Lernprozessen in sieben Themenbereichen. Hinzu kommt die besondere Beobachtung der Persönlichkeit und des Verhaltens von Kindern. Die internationalen PISA-Vergleichsstudien zum Bildungswesen hätten die große Bedeutung der Bildung und Erziehung in den ersten sechs Lebensjahren nachdrücklich unterstrichen, betonte Paulsen vor den Erzieherinnen unter Beifall. Die Landesregierung beteiligt sich mit mindestens 50 Prozent an den Aufwendungen für die Qualifizierung der Erzieherinnen. Die GEW Bodensee-Oberschwaben richtet an die Kommunalpolitiker und die Verantwortlichen bei den kirchlichen Trägern den Appell, dem Beispiel des Regionalverbandes Franken in Nordwürttemberg und der Stadt Ravensburg zu folgen und sich zum Ausbau der Kinderbetreuung bis zur nächsten Kommunalwahl im Jahr 2009 zu bekennen.“ Das neue Kindergartengesetz darf nicht dazu führen“, mahnt GEW-Vorsitzender Fritz Erb, „dass die Einführung der künftigen Bildungspläne im Vorschulbereich durch schlechtere Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen und durch andere Sparmaßnahmen bei den Kindergärten beeinträchtigt wird.“
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