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Aktuell Zeitschrift b&w b&w 2011 Oktober 2011 Schulgärten | ||||||
| Schulgärten | ||||||
| (b&w 10/11 Seite 21)
| Schulgärten im Aufwind Schulgärten: In Baden-Württemberg, aber auch in anderen Bundesländern, erleben Schulgärten eine Renaissance in der Umwelt- und der Ernährungsbildung und werden immer öfter zum schönsten Lernort einer Ganztagsschule. Eine landesweite Erhebung der Pädagogischen Hochschulen Karlsruhe und Schwäbisch Gmünd im Jahr 2004 hat ergeben, dass 40 Prozent aller Schulen über einen Schulgarten, Schülerbeete oder ein Biotop verfügen – Tendenz steigend. Schulgärten sind voll im Trend. Heute können wir in Baden-Württemberg auf das größte Schulgartennetzwerk Deutschlands schauen: Viele Schulen, Vertreter der Pädagogischen Hochschulen Karlsruhe, Heidelberg und Schwäbisch Gmünd, die vier Regierungspräsidien, die Gartenakademie Baden-Württemberg e.V., das Kultus- und das Landwirtschaftsministerium, die gärtnerischen Verbände und Vereine und viele andere mehr haben sich zu einem engagierten Verbund zusammengeschlossen. Der Schulgarten – eine Oase für medial überreizte Kinderseelen! Bei der Schulgartenpädagogik geht es nicht nur um den fächerübergreifenden Kompetenzerwerb im gärtnerischen Bereich und um die Erfahrung ökologischer Zusammenhänge, sondern auch um soziale, kommunikative und emotionale Gesichtspunkte wie Team- und Beziehungsarbeit, um die Verbesserung der Bewegung, der Grob- und Feinmotorik, um therapeutische Aspekte (Gesprächsanlässe schaffen und nutzen, Konfliktbereinigungen vornehmen), um die wichtige Gesundheits- und Ernährungserziehung, um die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung, um den Schulgarten als Übungsfeld (auch Übungsfirma) und als Ort der Integration. Inzwischen geht es in einigen Einrichtungen auch um gartentherapeutische Elemente. Im Schulgarten lernen unsere Schülerinnen und Schüler Verantwortung für lebendige Organismen und ihre ökologische Zusammenhänge zu übernehmen. Schulgartenarbeit ist also weit mehr als Säen, Pflegen, Ernten. „Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er fordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum“, sagte Dieter Kienast, ein bekannter Schweizer Landschaftsarchitekt. Wir beobachten immer wieder, dass Kinder, die längere Zeit im Schulgarten arbeiten, entspannter, harmonischer, ausgeglichener und stressfreier wirken: Der Schulgarten als kleiner Beitrag zur Gewaltprävention! Ebenso ist er ein Ort, der auf eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung vorbereitet und in dem die Schüler/innen ihr Selbstbewusstsein durch sichtbare Erfolge steigern können. Schüleräußerungen: „Hier weiß ich wenigstens, was ich geschafft habe!“ „Die Blume wächst ja in einem Jahr schneller als ich in 14 Jahren!“ „Dass von einem Samenkorn eine ganze Klasse satt werden kann, hätte ich nie gedacht.“ „Der Schulgarten ist mein Lieblingsfach!“ Partner und Kooperationen Eine wichtige Einrichtung in Baden-Württemberg ist das renommierte Landesschulzentrum für Umwelterziehung in Adelsheim/Nordbaden (LSZU). Hier können ganze Schulklassen eine ökologisch ausgerichtete Unterrichtswoche durchführen, unterstützt von qualifizierten Mitarbeiter/innen vor Ort. In diesem Jahr feiert diese Institution, die inzwischen weit über 33.000 Schüler/innen (!) und 5000 Lehrkräfte fortgebildet hat, ihr 20-jähriges Jubiläum. Zu verschiedenen Themen werden zahlreiche Lehrerfortbildungen angeboten. Vom 7. - 11. Mai 2012 findet ein Schulgartenkurs für alle Schularten statt. www.lszu.de In Stuttgart gibt es ein vorbildliches Schulgartennetzwerk, angesiedelt beim Amt für Umweltschutz. Hier werden Veranstaltungen mit Schulen und Vereinen durchgeführt. Inzwischen gibt es in der Landeshauptstadt über 70 Schulgärten! Motto: „Unsere Schule wird jetzt grünbunt!“ www.stuttgart.de (nach Schulärten suchen) Einfach vorbildlich! Bereits 2003 hatte der Landtag beschlossen, die Kooperationsvereinbarung Schule-Verein (sie war nur gültig für die Fächer Sport und Musik) auf die Bereiche Umwelt und Natur auszuweiten, doch hat damals das Kultusministerium mitgeteilt, dass die Haushaltslage dies leider nicht zulasse. Heute können Vereine und Verbände über das Jugendbegleiterprogramm mit den Schulen kooperieren oder Arbeitsgemeinschaften anbieten. Viele Beispiele stehen hier: www.jugendbegleiter.de. Dies kann aber nur ein Zusatzangebot für die Schulen sein, kein Ersatz für einzustellende Lehrkräfte. Wilhelm Arntz Südbadischer Arbeitskreis Schulgärten in Zusammenarbeit mit Konrad Blattner, Heidelberg | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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