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Themen des asB

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Wahlaufruf von Doro Moritz

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wenige Wochen nach Amtsantritt hat Ministerpräsident Mappus einen Wechsel an der Spitze des Kultusministeriums vorgenommen. Kultusminister Rau wurde ins Staatsministerium versetzt, Prof. Dr. Marion Schick als Kultusministerin ernannt. Dass dies die Schulpolitik grundlegend ändert, erwarte ich - trotz der erfreulichen Entscheidungen für die Grundschule - nicht. Auch Marion Schick hat nur den Spielraum, den ihr die Regierungsfraktionen einräumen. Sie zeigt sich ausdrücklich dialogbereit und brachte dies durch eine gemeinsame Pressekonferenz mit mir als der Vorsitzenden der GEW zum Ausdruck. Diese Dialogbereitschaft muss Konsequenzen haben für die Bildungspolitik: Die pädagogischen Profis brauchen wirksame Unterstützung durch Qualifikation und verbesserte Rahmenbedingungen. Von ihrer Arbeit hängt der Erfolg der Lern- und Bildungsprozesse ab. Sie Ich erwarte von Kultusministerin Schick, dass sie sich mutig für grundlegende Reformen einsetzt.

Gewerkschaftsarbeit heißt für mich, gute Arbeitsbedingungen für gute Arbeitsergebnisse einzufordern. Ich danke Ihnen für den Beitrag, den Sie dazu leisten: in den Staatlichen Schulämtern, an den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung und an den Pädagogischen Fachseminaren, an den schulpsychologischen Beratungsstellen, in den Regierungspräsidien, im Kultusministerium und in vielen weiteren Dienststellen. Ich wünsche mir, dass Sie wie die GEW selbstbewusst für gute Rahmenbedingungen Ihrer Arbeit eintreten – zum Beispiel bei den Personalratswahlen am Dienstag, 27. April:

Ich bitte Sie:
-Beteiligen Sie sich an der Wahl und geben Sie alle Stimmen den Kandidat/innen der GEW!
-Fordern Sie auch Ihre Kolleginnen und Kollegen zur Wahl auf!

Als „Hart, aber fair“ bezeichnet Kultusministerin Schick meine Arbeit als GEW-Vorsitzende. Klar und konsequent agieren wir in den Personalratsgremien, gegenüber der Landesregierung und den Fraktionen, dem Kultusministerium und der Schulverwaltung.
Nicht von ungefähr ist die GEW die größte Organisation im Bildungsbereich. Unsere Mitgliederzahl ist seit den letzten Personalratswahlen von 40.000 auf 47.000 angestiegen. Das ist ein eindrucksvoller Vertrauensbeweis. Ich bitte auch um Ihr Vertrauen.

Mit freundlichem und kollegialem Gruß

Doro Moritz
GEW-Vorsitzende


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Verwaltungsreformen – wenig Licht, viel Schatten

Nach zwei Verwaltungsreformen, die insbesondere für die Staatlichen Schulämter jeweils große Neustrukturierungen erfordert haben, ist an den meisten Schulämtern der Umzug vollzogen. Der gleichzeitige große personelle Umbau ist mit einem Generationenwechsel in der Schulaufsicht verbunden. Die Einführung einer Geschäftsordnung für die Staatlichen Schulämter brachte landesweit einheitliche Organisationsstrukturen, die durch Fachbereichsleiter/innen personell gefüllt werden mussten und das Führungsverständnis der Amtsleitungen forderte. Sehr erfreulich ist, dass es gelungen ist, die untere Schulverwaltung mit notwendigen zusätzlichen Stellen auszustatten und den vorgesehenen Stellenabbau zu verhindern.

Die personelle Ausstattung in den Regierungspräsidien ist dagegen äußerst unbefriedigend. Nicht nur die Hauptschulbeförderungen, auch die Bildung der neuen Werkrealschulen und die Lehrereinstellung sind nur Dank des großen Einsatzes der Referent/innen und Sachbearbeiter/innen zu bewältigen.

Die Einführung der Werkrealschulen und die damit verbundene Veränderung der Schullandschaft erfordert für viele in der Kultus- und Schulverwaltung einen Spagat zwischen Loyalität und den politischen Vorgaben einerseits und der eigenen Einsicht in die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung der Schulstrukturen andererseits. Durch das von der GEW vorgelegte Gutachten zur Tragfähigkeit des Schulangebots in Baden-Württemberg (www.gew-bw.de) erhält die pädagogische Argumentation für eine Veränderung der Schulstruktur neue Nahrung. Es belegt, dass der Rückgang der Schülerzahlen in der Haupt- bzw. Werkrealschule schon in wenigen Jahren nur noch in 190 der 1.100 Gemeinden eine zweizügige Werkrealschule ermöglichen wird.


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Erfolgsmodell Vorgriffsstunde

Die Mehrarbeitsstunde, die Lehrer/innen an GHRS-Schulen über fünf Jahre hinweg leisteten, wird seit dem Schuljahr 2008/09 wie versprochen zurückgegeben. Das ist nur ein Teil dieses großen Erfolges: Die Landesregierung beabsichtigte 1996, die Deputate an Gymnasien und Beruflichen Schulen um eine Stunde auf 24 erhöhen.

Um das zu verhindern, bot die GEW der Landesregierung einen sogenannten Beschäftigungsvertrag an. Ziel und Forderung der GEW-Verhandlungskommission war es, Deputatserhöhungen zu vermeiden und 3.000 Stellen zur Bewältigung des steigenden Lehrerbedarfs zu schaffen. Im Gegenzug bot die GEW an, dass die Lehrer/innen für einen befristeten Zeitraum ebenfalls einen Beitrag leisten. Die Landesregierung ließ sich auf die Verhandlungen ein. Zum Vertragsabschluss kam es nicht, weil das Land „nur“ 1.600 Stellen schaffte und nicht zum Verzicht auf die Deputatserhöhung an den Gymnasien und den Beruflichen Schulen bereit war. 1.600 Stellen waren und sind ein großer Erfolg für die GEW.

Noch wichtiger: Für alle GHRS-Schulen hat die GEW Deputatserhöhungen verhindert. Allen wurde individuell die Festschreibung ihres Deputats für 15 Jahre schriftlich zugesagt. Lehrerverbände des Beamtenbundes machten in der Öffentlichkeit massiv Stimmung gegen die Verhandlungen. Die Gymnasien und Beruflichen Schulen mussten in der Folgezeit zwei Deputatserhöhungen hinnehmen, die über Jahre hinweg Hunderte Einstellungen verhinderten.

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Fachleiter/innen – Ende der Abordnung nach 8 Jahren?

Fachleiter/innen sind für eine erfolgreiche Arbeit an den Lehrerausbildungsseminaren unerlässlich: Sie haben sich weiterqualifiziert, erledigen einen hohen Anteil der Ausbildungsaufgaben und vielfältige Sonderaufgaben.

Das Kultusministerium (KM) beharrt bislang auf der Position, wonach die Abordnungen an die Seminare nach 8 Jahren enden. Am Beispiel der Staatlichen Seminare für Grund- und Hauptschulen wird deutlich, welche Folgen dies hätte:
Bei 89 der derzeit 163 Fachleiter/innen würde die Abordnung im Jahr 2012 enden, über die Hälfte des Personals müsste ausgetauscht werden.

Die negativen Folgen für die Qualitätsentwicklung der Lehrerausbildung sind absehbar: Bewährte und qualifizierte Ausbilder/innen werden aus allen Seminaren abgezogen. Ihre Aufgaben zum Beispiel im Bereich der Seminarentwicklung und zur Stärkung des Seminarprofils, werden brach liegen. Viel Mühe und Zeit muss in die Suche nach neuem Personal investiert werden, wenn es überhaupt Bewerbungen geben wird.

Als Argument für die Befristung wird oft Personalentwicklung und die mögliche Aufgabenübernahme in Schulleitung und Schulverwaltung genannt.
Die Tatsache, dass in vielen Fällen nur eine Bewerbung für eine Funktionsstelle vorliegt, beweist allerdings, dass diese Stellen aufgrund ihrer Ausstattung nur wenig attraktiv sind. Außerdem: Wer gerne in der Lehrerausbildung tätig ist, sieht seine Perspektive nicht unbedingt in der Leitung einer Schule.

Der Hauptpersonalrat as und die GEW setzen sich beim KM nachdrücklich für eine Verlängerung der Abordnungen ein. Es bleibt zu hoffen, dass die Argumente und die aufgezeigten Probleme Bewegung in die bislang starre Haltung des KM bringen.

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Weitere Themen:

- Beförderungsverfahren für 20 Prozent der Hauptschullehrkräfte
- Einstellung weiterer Verwaltungskräfte und Erhöhung der Sachmittel
- Erfolg in der Lehrerbildung: 8 Semerster für die Grundschule

Alle Themen und Informationen der GEW zur Personalratswahl im außerschulischen Bereich finden Sie in der pdf-Version unserer Zeitung zur Wahl:

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