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Gründungspapier Bundesweites Netzwerk Friedensbildung

14.03.2017

Krieg und Gewalt sind weltweit verbreitet und alltäglich. Insbesondere unsere westlichen Gesellschaften sind vielfältig daran beteiligt und darin verflochten. Mit deren Politik, Wirtschaftssystem und Rüstungsexporten tragen sie zu Krieg und Flucht bei. Doch Krieg bringt unsagbares Leid über die Menschheit, und Rüstung verschwendet wertvolle Ressourcen, die für die Lösung der drängenden Menschheitsprobleme fehlen. Gewalt, Ungerechtigkeit, Diskriminierung und soziale Spaltung prägen auch unsere westlichen Gesellschaften.

Friedensbildung soll dazu beitragen, auf gesellschaftlicher und individueller Ebene Friedensprozesse zu ermöglichen und zu unterstützen. Sie ist Teil einer umfassenden politischen Bildung und damit eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Frieden wird dabei verstanden als ein zielgerichteter, dynamischer
Prozess kontinuierlicher Konfliktbearbeitung mit gewaltfreien Mitteln - zur Realisierung der Menschenrechte, zur Etablierung von Gerechtigkeit sowie zur Überwindung von Gewalt und Unfreiheit. In diesem Verständnis ist Frieden mehr als die Abwesenheit von Krieg und mit militärischen Mitteln nicht zu erreichen.
Friedensbildung fördert im Sinne einer Friedenslogik die Entwicklung von Kompetenzen zu einem
konstruktiven und zivilen, an der Philosophie der Gewaltfreiheit orientierten Umgang in innergesellschaftlichen und internationalen Konflikten. Friedensbildung regt zur sorgfältigen Analyse von Konfliktursachen sowie zur kritischen Auseinandersetzung mit allen Formen der Gewalt sowie mit militärischen Einsätzen in Konflikten und Krisen an. Gesellschaftliches Ziel der Friedensbildung ist die dauerhaft und langfristig angelegte Arbeit am Aufbau einer „Kultur des Friedens“ für eine neue Qualität menschlichen Zusammenlebens. Ein weiterer Bereich der Friedensbildung ist, Kompetenzen für eine gewaltfreie Konfliktbearbeitung auf der individuellen Ebene zu vermitteln. Das bedeutet die Auseinandersetzung mit Fragen des Zusammenlebens, wie zum Beispiel der Umgang mit unterschiedlichen Wertvorstellungen. Grundlegende Haltungen, die Friedensbildung prägen (sollen), sind, alle Menschen zu respektieren und Konflikte als Chancen für eine positive Veränderung wahrzunehmen.

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