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Inklusion am Scheideweg

31.07.2017 - Michael Hirn

Seit 2 Jahren gilt das Schulgesetz zur inklusiven Beschulung von Kindern mit Anspruch auf ein sonderpädagogischen Bildungsangebot. Viele Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern sind mit der Umsetzung der Inklusion unzufrieden. Mit guten Gründen.

Das dritte Schuljahr mit dem neuen Schulgesetz zur inklusiven Beschulung von Kindern mit Anspruch auf ein sonderpädagogischen Bildungsangebot (BA) steht vor der Tür. Viele Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern sind mit der Umsetzung der Inklusion unzufrieden. Und das hat Gründe: Es fehlen qualifizierte Lehrkräfte und die notwendigen Ressourcen und Konzepte.

Klar ist aber auch: Es gibt ermutigende Erfahrungen mit der Inklusion. Sie gelingt, wenn die Rahmenbedingungen gut sind, die Lehrkräfte die notwendige Unterstützung erhalten und die erforderliche Grundhaltung entwickeln konnten, und wenn sich die Teams auf die gemeinsame Aufgabe einlassen. Dann lernen und leben Kinder mit und ohne Behinderung erfolgreich zusammen.

Die GEW setzt sich für ein Schulsystem ein, in dem alle Schulen mit allen Schüler/innen arbeiten können, die diese Schule besuchen wollen. Unser Bild ist die „Schule für alle“, in der unter guten  Arbeitsbedingungen viele Profis ihre unterschiedlichen Kompetenzen einbringen. Das hat die GEW beim Bundesgewerkschaftstag in Freiburg bekräftigt. Gleichzeitig wurden klare Gelingensbedingungen für die Inklusion formuliert. Oft werden die inklusiven Klassen, die kontinuierlich Unterstützung brauchen, nur in wenigen Stunden von zwei Lehrkräften betreut. Meistens sind die Lehrkräfte der allgemeinen Schule allein. Das wird von allen Beteiligten als Last, als Ärgernis, teilweise als Bedrohung erlebt. Inklusion kann so nicht gelingen.

GEW-Info "Inklusion am Scheideweg" in voller Länge lesen

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