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Referendariat in Teilzeit möglich?

02.05.2017 - Johanna Schreiber, GEW-Referentin Junge GEW und Stefanie Frischling, Fachbereich Junge GEW

Die Junge GEW macht sich für das Teilzeitreferendariat stark. In anderen Bundesländern gibt es diese Möglichkeit bereits und bedeutet Verbesserungen für junge Menschen am Anfang des Berufslebens, die Familie oder pflegebedürftige Angehörige haben.

Die Junge GEW hält die Einführung des Teilzeitreferendariats für einen wichtigen Reformschritt, der weitreichende Verbesserungen für die betroffenen Personengruppen (Junge GEW, Schwerbehinderte, Frauen,…) zur Folge haben wird.

Immer wieder wird die Junge GEW von junge Frauen und Männer kontaktiert, die sich aufgrund familiärer Umstände einen Vorbereitungsdienst unter den aktuellen Bedingungen nur schwer vorstellen können. Sie sind stark auf die Unterstützung und Toleranz von Schulen und Ausbildungsseminaren angewiesen, haben jedoch keine rechtliche Grundlage oder Absicherung, um sicher zu sein, dass ihnen ein Absolvieren der Vollzeitausbildung trotz Familie oder andere Pflegetätigkeit ermöglicht wird. Aufgrund der vielen Zuschriften arbeitet die Junge GEW weiter an diesem Thema arbeiten und kämpft dafür, dass Menschen den Spagat zwischen Familie und Ausbildung gut meistern können.
Eine Vielzahl an Menschen innerhalb und außerhalb der GEW sind sich einig, dass die Möglichkeit, das Referendariat in Teilzeit zu absolvieren, mehr qualifizierten und engagierten Lehrkräften den Einstieg in den Beruf ermöglichen würde.

Bereits im Januar 2015 wandte sich die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz mit der Bitte um Einrichtung eines Teilzeitreferendariats bzw. Teilzeitvorbereitungsdienstes an den damaligen Kultusminister Andreas Stoch. Doro Moritz unterstreicht in ihrer Begründung die negativen beruflichen Konsequenzen nach abgebrochenem oder nicht angetretenem Vorbereitungsdienst. Der Nichtantritt durch zu hohen Arbeitsaufwand habe mangelnde adäquate Qualifizierung aufgrund des fehlenden 2. Staatsexamens zur Folge, was aus bildungsökonomischer Sicht die Einführung einer solchen Teilzeit-Ausbildung notwendig macht, da bei Abbruch oder Nichtantritt sowohl der Verlust einer Lehrperson wie auch Fehlinvestition von Steuergeldern zu beklagen sind. Sie wies zudem auf mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf im akademischen Haupt-Frauenberuf hin, was so nicht tragbar ist. In vielen anderen Bundesländern ist ein Teilzeit-Referendariat bereits eingeführt und kann (meist mit verlängertem zeitlichem Rahmen und weniger Wochenstunden sowie Gehaltsbegrenzungen) dort ohne große Probleme absolviert werden.

Derzeit wird (etwa seit Dezember 2016), auch auf Drängen der GEW-Vorsitzenden Doro Moritz, der Jungen GEW, wie auch der SPD im Landtag, die Möglichkeit der Einführung eines Teilzeitreferendariats im Kultusministerium vertieft geprüft. Seit dieser erfreulichen Antwort direkt von Seiten des Kultusministeriums wartet die Junge GEW gespannt, ob und wann mit der Einführung einer solchen Option zu rechnen ist. Im April hat die GEW noch einmal beim Kultusministerium nachgehakt.

Die Junge GEW wird weiter an diesem Thema arbeiten und hat sich ebenfalls die Arbeitsbedingungen von Referendar/innen und jungen Berufseinsteigenden zum Jahresthema gemacht. Auf der Klausur der Jungen GEW am 21./22. Juli wird dies eines der Schwerpunktthemen sein.

Fragen oder Anregungen zum Thema? Gerne an Stefanie Frischling: stefanie.frischling(at)gew-bw(dot)de

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