Sie sind hier:

Was tun bei Abschiebung?

21.07.2017

Die erklärte Absicht der Politik, die Zahl der Abschiebung zu erhöhen, führt auch dazu, dass Schüler/innen aus dem Unterricht herausgeholt werden, um sie abzuschieben. Die Verunsicherung der Schulleitungen und Lehrkräften ist groß.

In den letzten Wochen konnte man Folgendes in der Presse lesen: An einer Nürnberger Schule eskalierte eine Abschiebung eines afghanischen Berufsschülers. Mitschüler/innen demonstrierten und versuchten den 20-Jährigen zu schützen. Es kam zu einem Tumult mit der Polizei. Dabei wurden Polizist/innen verletzt und Demonstrant/innen festgenommen. Eine 14-jährige Gymnasiastin aus Duisburg wurde aus dem Unterricht geholt, um nach Nepal abgeschoben zu werden. Im mittelhessischen Karben hatten Polizist/innen ein Mädchen ebenfalls direkt aus dem Unterricht geholt. Die 16-Jährige wurde zur Mutter in einen Bus gesetzt und nach Serbien abgeschoben (siehe Bericht in E&W 06/2017).

Da Abschiebungen nicht mehr angekündigt werden müssen, erscheint die Polizei unangekündigt in der Schule. Die Verunsicherung bei den Schulleitungen und den Lehrkräften über ihren Handlungsspielraum ist dann groß. Es empfiehlt sich, für diese Situation gewappnet zu sein.

Die GEW Baden-Württemberg hat deshalb einen Leitfaden erstellen lassen, der Beschäftigten im Bildungsbereich erläutert, welche Rechte und Pflichten sie im Falle einer Abschiebung von Personen aus ihren Einrichtungen haben. Auch der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg hat Informationen und Handlungshilfen zusammengestellt, die für Schulen und Kitas nützlich sein können.

Keine Abschiebung während der Ausbildung

Die GEW macht sich stark für ein Bleiberecht für Jugendliche während der Ausbildung: "Es darf nicht sein, dass die jungen Leute während der Ausbildung, auch nicht in schulischen Ausbildungsgängen, abgeschoben werden. Bildung ist das, was wir den jungen Menschen geben können, ganz egal, ob sie bei uns bleiben oder ob sie die Bildung in ihrem Herkunftsland unterstützend einbringen und persönlich eine Perspektive haben",  sagte Doro Moritz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg. "Die Motivation der Flüchtlinge ist groß. Und Lehrkräfte engagieren sich in hohem Maß für Praktikums- und Ausbildungsplätze ihrer Schüler/innen. Abschiebung bzw. Arbeitsverbot machen auch dieses Engagement zunichte. Da spielen sich große Dramen an den Schulen ab: Verzweiflung und Wut bei den jungen Leuten und ihren Familien, auch bei den Lehrkräften."

Zurück