Sie sind hier:

Gleichstellungspolitik in Wissenschaft und Forschung

Chancengleichheit von Frauen und Männern wird von Politikerinnen und Politikern in Sonntagsreden gerne beschworen, aber tatsächlich ist das deutsche Wissenschaftssystem von diesem Grundsatz weit entfernt.

Baden-Württemberg steht im bundesweiten Vergleich, was die Situation von Frauen an Hochschulen betrifft, auf einem der letzten Plätze in allen Bereichen auch wenn die Situation in vielen Punkten bundesweit gleichermaßen beschämend ist. Bundesweit gibt es mehr männliche Studierende als weibliche. Trotzdem haben die Frauen bei den Abschlüssen die Nase vorn. Die Schere öffnet sich zu Ungunsten der Frauen ab der Promotion, wobei Frauen auch hier in vielen Fachbereichen aufholen. Bei den C4/W3-Professuren ist der Frauenanteil insgesamt nach wie vor bei ca. 20 Prozent.

Für die GEW Baden-Württemberg steht fest, dass viele Aufgaben auf Landesebene angegangen werden können. Das Tenure-Track-Programm ist ein begrüßenswerter Schritt, der Frauen vereinzelt bessere Chancen verschafft. Es löst aber nicht das strukturelle Problem, dass bei der ohnehin prekären Befristungssituation Frauen überproportional betroffen sind, was insgesamt ihre Chancen, sich im Hochschulbereich beruflich zu etablieren, extrem verschlechtert:

In Wissenschaft und Forschung kommen in Deutschland auf eine unbefristet beschäftigte Person inzwischen 10 befristet Beschäftigte, wobei die Stipendiat/innen hierbei nicht erfasst sind. Bundesweit sind über 50 Prozent der Stellen an Forschungseinrichtungen und Hochschulen auf unter ein Jahr befristet. Für Baden-Württemberg wissen wir: 77 Prozent aller Frauen, jedoch nur 63 Prozent der Männer sind befristet beschäftigt. Daran kann die Landesregierung etwas ändern.

Ebenso muss die Landesregierung sich dafür stark machen,  dass der Beruf der Hochschullehrer/in faktisch besser vereinbar wird mit Familienarbeit und Pflegearbeit. Auch Wissenschaftler/innen möchten für ihre Familie da sein können. Die Arbeitsorganisation an Hochschulen ist aber weiterhin auf das männliche Alleinverdienermodell ausgerichtet. Es braucht einen Kulturwandel,  für den das Ministerium für Wissenschaft und Forschung die Weichen stellen muss.

Die GEW Baden-Württemberg arbeitet auf die Gleichstellung von Frauen im Bereich von Wissenschaft und Forschung hin. Vor allem unterstützt sie dabei auch die Arbeit der BfCs und Gleichstellungsbeauftragten, indem sie über Beteiligungsrechte informiert und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auch mit den Personalratsgremien aufzeigt.

Jährlich findet im Rahmen der Tagung FrauenStärken des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Baden-Württemberg ein Workshop eigens für diese Zielgruppe statt.

Ansprechpartner_in
Manuela Reichle
Referentin für Frauen- und Antidiskriminierungspolitik und Gewerkschaftliche Bildung
0711 210 30 24
Ansprechpartner_in
Cendrese Sadiku
Referentin für Hochschule und Forschung
Silcherstraße 7
70176 Stuttgart
0711 210 30 20