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Informationen aus dem Kreis Tettnang

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Seitenabschnitte:
Personalratswahlen 2010
Lehrerbandfestival mit guten Noten
Bericht vom Besuch der Sekundarschule Alterswilen (Schweiz)
Bildungsstreik an der PH Weingarten
Verein "länger gemeinsam lernen Baden-Württemberg"
Schulleitungen fordern Paradigmenwechsel in der Schulstrukturfrage
GEW BW: Kooperationsprojekt mit der Bertelsmannstiftung "Regionales Bildungsbüro"
Resolution an die Landesregierung Baden-Württemberg

Weitere Informationen:

Fritz Erb

Personalratswahlen 2010

Drei Personalräte - viele Stimmen - hunderte Bewerber/innen

Der Landesverband Baden-Württemberg hat eine Seite mit Informationen zur Personalratswahl und den Wahlverfahren zusammgengestellt.

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Präsentation zum Wahlverfahren Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen

Lehrerbandfestival mit guten Noten

Mit rund 300 Besuchern feierte der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im März 2010 in Bavendorf sein erstes Lehrerbandfestival. 8 Bands mit insgesamt 45 Musikern von 30 verschiedenen Schulen aus dem Bodenseekreis und dem Landkreis Ravensburg boten ein abwechslungsreiches Musikprogramm: von der Samba Percussion über Evergreens und Dixie bis hin zum Pop, Rock und Beat reichte das musikalische Spektrum . Die Leutkircher Schulleiter-Band bestimmte mit ihrer Eigenkomposition das Motto des Abends „Do sot mer nagau!“


Die Lehrerbands heizten dem Publikum richtig ein: vom Easy Rock über Evergreens bis zur Samba Batucada.

Mehr Bilder vom Lehrerbandfestival gibt es hier...

Bericht vom Besuch der Sekundarschule Alterswilen (Schweiz)

Auch so kann Schule sein:

Am Dienstag, den 16.02.2010 nutzte eine Gruppe interessierter Lehrer/innen der GEW Tettnang die Winterferien, um in der Schweizer Nachbarschaft zu erfahren, wie dort Schule gestaltet werden kann. Ihr Ziel war die Sekundarschule „osa2plus“ in Alterswilen (Thurgau).

Nachdem sie im nebelverhangenen Alterswilen angekommen waren, begrüßte Schulleiter Christian Lutz die Besucher und die Alterswilener Kollegin Ruth Frei verschaffte den Gästen einen Einblick in das Thurgauer Schulsystem. Im Unterschied zu Baden-Württemberg besuchen die Thurgauer Kinder sechs Jahre lang die Primarschule und wechseln dann in die dreijährige Sekundarschule. Diesen Wechsel vollziehen alle Schüler gemeinsam, es gibt also noch keine Aufteilung in verschiedene Schulen.

Nach dieser Vorinformation stellte Ruth Frei die Konzeption ihrer eigenen Schule vor. Dass Alterwilen heute diese vielfach nachgefragte Konzeption entwickelt hat, gründet im Auftrag des Kantons Thurgau, Schule weiterzuentwickeln. Das Kollegium in Alterswilen sah in diesem Auftrag eine Chance. „Wenn wir schon etwas Neues machen sollen, dann aber richtig.“ Und es wurden einige alte Zöpfe abgeschnitten. So wurden in der Sekundarschule keine Jahrgangsklassen eingerichtet, sondern gemischte Klassen, die von Schüler/innen aus den Jahrgängen sieben bis neun besucht werden. Der Unterricht wurde in „individuellen Unterricht“ und „Kursunterricht“ aufgeteilt, so dass 60 Prozent der Zeit im individuellen Unterricht gelernt wird. Gleichzeitig wurden die Schüler/innen als Mitgestalter der Lernplanung und als Lehrende miteinbezogen.

Diese Einführung hinterließ bereits einen tiefen Eindruck bei den Besuchern und umso gespannter waren sie auf die Unterrichtssituation selbst. Überrascht wurden die deutschen Pädagogen zunächst von der unglaublichen Ruhe, die im Haus und in den Klassenzimmern herrschte. Fast ehrfürchtig bewegten sie sich zwischen den Schüler/innen und waren peinlichst bemüht den angemahnten Flüsterton einzuhalten. Für weitere Fragen und Erläuterungen nahmen sich einzelne Schüler/innen Zeit, um jeweils drei bis vier Besucher zu betreuen. In diesen Gesprächen zeigte sich aber auch, dass hier ganz „normale“ Schüler/innen am Werke sind. Auch wenn Einzelne meinten, für sie wäre ein von Lehrern geführter Unterricht besser, so war doch die überwiegende Mehrheit der Meinung, dass ihnen dieses System, in dem sie vieles selber planen und gestalten können, entgegenkommt. So meinte ein Schüler: „Ich habe einige Aufträge vorzeitig fertig gemacht, so dass ich mir jetzt für diese Buchvorstellung mehr Zeit lassen kann. Und die brauche ich dringend.“

Mit diesen und unzähligen weiteren Eindrücken verließen nach einer Abschlussrunde mit Ruth Frei und ihrem Kollegen Bruno Fink die Oberschwaben Alterswilen. Alle zeigten sich tief beeindruckt und eine Kollegin brachte es auf den Punkt: „Individuelles Lernen kann wirklich realisiert werden und es funktioniert, wenn die notwendigen Rahmenbedingungen gegeben sind.“ Und ein weiterer meinte, „dieser Besuch gibt mir Kraft, weiter für eine andere Schule zu kämpfen“.

Bildungsstreik an der PH Weingarten

Besetzung in der PH Weingarten

Seit 16.11.2009, 23 Uhr halten Studierende der PH und HS Weingarten das Audimax des naturwissenschaftlichen Zentrums Weingarten besetzt. Sie schließen sich damit einer beträchtlichen Anzahl von Hochschulen in ganz Europa an, die mit Besetzungen gegen die nicht mehr hinzunehmenden Studienbedingungen und das bestehende Bildungssystem zu demonstrieren. Sie ist damit die erste Pädagogische Hochschule, die sich dieser Art der Protestbewegung angeschlossen hat.

http://www.bildungsstreik-weingarten.de

Verein "länger gemeinsam lernen Baden-Württemberg"

Für alle, die diesen Verein aktiv unterstützen wollen:

http://www.laenger-gemeinsam-lernen-bw.de/

Schulleitungen fordern Paradigmenwechsel in der Schulstrukturfrage

 Rektorenbrief_2007-04-30.pdf
 Brief der Schulleitungen an Kultusminister Rau zum Download (85 KB)

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GEW BW: Kooperationsprojekt mit der Bertelsmannstiftung "Regionales Bildungsbüro"

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den Sommerferien legte das KM den Hauptpersonalräten einen Vertragsentwurf mit der
Bertelsmannstiftung und noch nicht benannten Regionen über das oben genannte Projekt vor und
beantragte Zustimmung. Sie, die Kolleginnen und Kollegen in Freiburg und aus dem Raum Ravensburg,
sollen dieses Projekt umsetzen.
Prinzipiell ist die Zielsetzung des Projekts – Verbesserung der Zusammenarbeit von Schulbehörde,
Schulen und Kommunen – zu begrüßen. Es gibt aber triftige Gründe, das Vorgehen des
Kultusministeriums und den Vertrag selbst einer scharfen Kritik zu unterziehen.

Die GEW stellt grundsätzlich fest:

• Die Schulbildung insgesamt und auch die Schul- und Qualitätsentwicklung sind staatliche Aufgaben,
die nicht der Einflussnahme einer privaten Stiftung ausgesetzt werden dürfen. Schulen müssen ihre
Aufgaben vielmehr in öffentlicher Verantwortung und unter demokratischer Kontrolle erfüllen.
• Die zunehmende Privatisierung bzw. Teilprivatisierung öffentlicher Aufgaben in Form von Public-Private-
Partnerships muss kritisch untersucht werden. Dies gilt auch für die Partnerschaft mit der
Stiftung eines Medien-Welt-Konzerns wie der Bertelsmann-Aktiengesellschaft.
• Das Argument der „leeren Kassen“ akzeptiert die GEW nicht. Wir fordern eine gerechte Steuerpolitik
und mehr Geld für die dringend notwendige Aufstockung des Bildungsetats. Deutschland liegt, wie
die OECD in ihrer neuesten Untersuchung nachweist, mit seinen Bildungsausgaben nach wie vor
unter dem Durchschnitt der Industrieländer.
• Auf die teilnehmenden Schulen kommen durch das Projekt in beträchtlichem Umfang zusätzliche
Aufgaben zu: z.B. Planung von Maßnahmen und deren Durchführung auf der Grundlage der
Ergebnisse der mittels SEIS gewonnenen Daten; Teilnahme an den im Projekt erarbeiteten
Fortbildungsmodulen und Kooperationsaufwand. Wir fordern das Kultusministerium auf, die
beteiligten Kollegien vor der Beschlussfassung durch die Gesamtlehrerkonferenz umfassend – auch
über die anfallenden zusätzlichen Aufgaben – zu informieren.
• Die Kosten für das auf drei Jahre angelegte Projekt teilen sich die Kommunen/Regionen (450.000€),
die Landesstiftung Baden-Württemberg/“Zukunftsoffensive III“ (985.000€) und die
Bertelsmannstiftung (700.000€).

Wenn das Land und die Kommunen/die Regionen die Durchführung eines Projekts zur
Verbesserung der Zusammenarbeit von Schulbehörde, Schulen und Kommunen für sinnvoll und2
nötig halten (die GEW stimmt dem zu), dann könnten sie es in abgespeckter Form mit den von
ihnen bereitgestellten ca. 1,5 Mio. € , mit den im Land entwickelten Instrumentarien und
angemessenen Entlastungen für die teilnehmenden Kollegien umsetzen. Nach einer ersten
Projektphase muss Bilanz gezogen und über eine Fortführung entschieden werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen in Freiburg und im Raum Ravensburg!

Wir meinen, dass Sie über die Probleme, die wir als GEW-Mitglieder in den Personalräten aller Ebenen
und als Gesamtorganisation mit dem Kooperationsprojekt haben, informiert sein sollten. Denn Sie
müssen in einer GLK entscheiden, ob Ihre Schule sich beteiligen will oder nicht. Sie sollten dies nicht
unter Zeitdruck und nicht ohne vorherige umfassende Information tun. Dies gilt auch für Eltern und
Schüler/innen als Mitglieder der Schulkonferenz. Ohne Akzeptanz können Prozesse der
Qualitätsentwicklung und Evaluation nicht gelingen.

Die konkrete Kritik der GEW und der GEW-Mitglieder in den Hauptpersonalräten machtsich an folgenden Punkten fest:

• Die Hauptpersonalräte sollen Hals über Kopf einem Vertrag des KM mit der privaten
Bertelsmannstiftung zustimmen, die vor allem daran interessiert scheint, ihr eigenes
Evaluationsinstrumentarium (SEIS) in den Schulen zu erproben und letztlich zu „implementieren“.
• Spätestens mit der Pressekonferenz in Freiburg am 23. September 2005, bei der unter Beteiligung des
damaligen Staatssekretärs Rau das Projekt vorgestellt wurde, wurde deutlich, dass die Beteiligung der
Personalvertretung nicht ernst genommen wird. Dabei muss nach § 68
Landespersonalvertretungsgesetz (LPVG) die Unterrichtung der Personalvertretung so rechtzeitig
erfolgen, dass eine geplante Maßnahme noch gestaltbar ist.
• Am Projekt beteiligte Schulen sind vertraglich verpflichtet, ausschließlich das Bertelsmann-SEIS-
Instrumentarium anzuwenden, selbst wenn sie bereits mit dem Instrumentarium des LS oder anderen
Instrumentarien arbeiten.
• Auf der anderen Seite wird an 15 beruflichen Schulen („operativ Eigenständige Schulen“) seit 2003
unter großem Einsatz der Kollegien prozesshaft ein Qualitätsmanagement bei intensiver Begleitung
durch den beruflichen Hauptpersonalrat entwickelt. Hier stellt sich die Frage nach der
Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit eines solchen Verfahren für die Beteiligten des Projektes OES,
wenn gleichzeitig ein anderes System (SEIS) eingekauft wird.
• Mit Mitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg (gegründet mit dem Erlös aus dem Verkauf der
EnBW) werden unter anderem die „Nutzungskosten des Qualitäts

 Bertelsmanninfo.pdf
 Information zum Download (75 KB)

Resolution an die Landesregierung Baden-Württemberg

anlässlich einer GEW-Informationsveranstaltung am 17.11.2004 in Bavendorf / Ravensburg

GEW fordert mehr Personal für den Ausbau der Schulen in Baden-Württemberg zu Ganztagesschulen


Der GEW Kreisverband der Region Bodensee-Oberschwaben fordert die Landesregierung auf, für alle Schulen in Baden-Württemberg, die sich zu Ganztagesschulen weiterentwickeln wollen, qualifizierte Personen in Relation zu den Ganztagesplätzen zur Verfügung zu stellen.

Die bisherige Beschränkung auf "Hauptschulen mit besonderen sozialen und pädagogischen Aufgabestellungen" (so genannter Brennpunkt-Hauptschulen) ist aufzuheben.

Die in der Landesverfassung festgelegte Schulgeldfreiheit beim Ausbau der Schulen zu Ganztagesschulen muss sichergestellt sein.

Die jetzige Trennung zwischen "Ganztagesschulen nach der Definition der Landesregierung", die mit Lehrer/innen-Stunden ausgestattet werden (für Schulträger und Eltern unentgeltlich) und solchen "Ganztagesschulen nach der Definition des Bundes", bei denen Elterngebühren verlangt werden sollen, ist aufzuheben.
Hierbei muss die Landesregierung bei der Antragstellung der Kommunen auf Weiterentwicklung ihrer Schulen zu Ganztagesschulen überprüfen, ob und in welchem Umfang Gebühren für den Nachmittag im Rahmen der Ganztagesschule verlangt werden.

Voraussetzung für die Anerkennung zur Weiterentwicklung als Ganztagesschule sind wissenschaftliche Kriterien zur Überprüfung der pädagogischen Konzepte der Schulen, die sich zu Ganztagesschulen weiterentwickeln wollen. Dies gilt auch für die pädagogische Qualitätssicherung der Schulen, die mit Bundesmitteln (IZBB) ausgebaut werden.

Die Einrichtung von Ganztagesschulen ist als reformorientierter Schulentwicklungsprozess systematisch zu organisieren. Dazu benötigen Schulen auf Wunsch Unterstützung bei der Ausarbeitung pädagogischer Konzepte, bei der Umsetzung und bei der Evaluierung.

Die GEW fordert daher den Ausbau der wissenschaftlichen Begleit- und Wirkungsforschung vor allem an den Hochschulen des Landes.

 Resolution Ganztagesschulen.pdf
 Die Resolution zum Download (11 KB)

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